6 Fassaden, 6 RAL-Farben: welche passt zu Ihrem Haus?
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Balkon abdichten ist die wichtigste und zugleich am häufigsten unterschätzte Arbeit bei jeder Balkonsanierung. Die Abdichtung ist die unsichtbare Schicht unter dem Belag, die Niederschlagswasser daran hindert, in den Estrich, in die Stahlbeton-Bewehrung oder in die darunterliegende Wohnung einzudringen. Wird sie falsch ausgeführt, versagt selbst der teuerste Belag innerhalb weniger Jahre. Diese Anleitung zeigt 2026 Schritt für Schritt, wie Sie einen Balkon richtig abdichten: welches Abdichtungssystem (Flüssigkunststoff, Bitumen, EPDM) zu Ihrem Balkon passt, wie eine Verbundabdichtung nach DIN 18531 und DIN 18534 aufgebaut wird, worauf es bei Anschlüssen (Türschwelle, Wand, Geländer, Wasserablauf) ankommt und was die Abdichtung pro Quadratmeter kostet. Wenn Sie nach der Abdichtung einen neuen Belag oder eine Farbbeschichtung planen, können Sie den Wunsch-Farbton vorab am Foto Ihres Balkons prüfen: KI-Visualiseur öffnen.
Worum es in diesem Ratgeber NICHT geht: Dieser Artikel behandelt ausschließlich die Abdichtung (das technische Dicht-System unter und am Belag). Eine vollständige Kostenübersicht aller Sanierungsstufen finden Sie im Schwester-Artikel Balkon sanieren Kosten 2026, eine Übersicht aller Belags- und Beschichtungsvarianten im Balkon Bodenbeschichtung Komplettguide 2026. Hier konzentrieren wir uns auf das, was über die Lebensdauer wirklich entscheidet: die fachgerechte, regelkonforme Abdichtung.
1. Warum die Abdichtung über alles entscheidet
Ein Balkon ist bauphysikalisch eine der härtesten Belastungssituationen am ganzen Haus: er ist von oben Schlagregen, Frost, Tau und UV-Strahlung ausgesetzt, kragt frei aus und arbeitet durch Temperaturwechsel (im Sommer heizt sich eine dunkle Fläche auf 60 bis 80 Grad auf, im Winter fällt sie unter null). Genau in dieser Bewegung reißt eine starre oder mangelhaft verklebte Abdichtung. Die Folge ist immer dieselbe Schadenskette: Wasser dringt durch Risse oder offene Anschlüsse, gelangt in den Estrich, gefriert, sprengt den Belag von unten ab (Frost-Tau-Wechsel), erreicht die Bewehrung im Stahlbeton, löst dort Korrosion aus (Betonkrebs) und tritt schließlich als Feuchtefleck an der Wohnungsdecke darunter aus.
Deshalb gilt die Faustregel: Eine sichtbare Belagserneuerung ohne intakte Abdichtung ist hinausgeworfenes Geld. Wer Fliesen, Beschichtung oder WPC auf eine undichte Ebene legt, kauft sich zwei bis vier Jahre optische Ruhe und danach denselben Schaden zurück, plus die Kosten für den erneuten Rückbau. Die Abdichtung hält bei fachgerechter Ausführung 20 bis 30 Jahre, der Belag darüber 8 bis 15 Jahre. Diese beiden Schichten haben also bewusst unterschiedliche Lebenszyklen.
3-Minuten-Selbsttest vor der Planung: Gießen Sie einen Eimer Wasser auf die Balkonfläche. Läuft das Wasser innerhalb von 2 bis 3 Minuten vollständig und pfützenfrei zum Wasserablauf? Wenn nicht (stehende Pfützen, Wasser läuft zur Wand statt zum Ablauf), fehlt das Gefälle, und vor der Abdichtung ist ein Gefälleestrich nötig. Klopfen Sie zusätzlich den Belag mit einem Holzgriff ab: dumpf-hohl klingende Stellen bedeuten Hohlräume und Wassereintritt unter dem Belag.
2. Abdichtung unter dem Belag oder auf dem Belag? Die zwei Grundprinzipien
Bevor Sie ein Produkt wählen, müssen Sie die Aufbau-Logik verstehen. Es gibt zwei grundsätzlich verschiedene Wege, einen Balkon wasserdicht zu bekommen.
Prinzip A: Verbundabdichtung unter Fliesen (AIV nach DIN 18534)
Bei diesem Aufbau liegt die Abdichtung als dünne, fest verklebte Schicht unter dem Fliesenbelag (Alliance: Abdichtung im Verbund mit Fliesen, kurz AIV). Die Reihenfolge von unten nach oben: tragfähiger Untergrund, Gefälleestrich, Grundierung, flexible Dichtschlämme oder Flüssigabdichtung in zwei Lagen mit eingelegtem Dichtband an allen Anschlüssen, dann Fliesenkleber und frostsichere Keramik. Die Fliese ist hier nur der Nutzbelag, dicht ist die Schicht darunter. Dieser Aufbau ist nach DIN 18534 (Abdichtung von Innenräumen, sinngemäß auch für Balkone der Wassereinwirkungsklasse W3-I) geregelt und in Deutschland der Standard für geflieste Balkone.
Prinzip B: Genutzte Abdichtung als Oberfläche (DIN 18531)
Hier ist die Abdichtung gleichzeitig die begehbare Oberfläche: eine farbige, eingestreute Flüssigkunststoff-Beschichtung (PMMA oder PU) wird vollflächig aufgetragen, mit Quarzsand abgestreut und mit einer Versiegelung rutschfest geschlossen. Es gibt keinen separaten Belag darüber. Dieser Aufbau ist schlank (geringe Aufbauhöhe, wichtig bei niedrigen Türschwellen), nahtlos und ideal für Balkone mit vielen Detail-Anschlüssen. Er fällt unter DIN 18531 (Abdichtung von Dächern, Balkonen, Loggien und Laubengängen). Für die reine Beschichtungs-Optik und Farbauswahl siehe den Balkon Bodenbeschichtung Komplettguide 2026.
Daumenregel zur Entscheidung: Wer Fliesen will, baut nach Prinzip A (Verbundabdichtung unter Fliesen). Wer eine nahtlose, schlanke und schnell sanierte Fläche ohne Fugen will, baut nach Prinzip B (Flüssigkunststoff als Oberfläche). In beiden Fällen ist die Abdichtung Pflicht, sie unterscheidet sich nur in der Lage zum Nutzbelag.
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3. Abdichtungssysteme im Vergleich: Flüssigkunststoff, Bitumen, EPDM, Dichtschlämme
Vier Systemfamilien dominieren 2026 den deutschen Markt. Die Wahl hängt von der Anzahl und Komplexität der Anschlüsse, vom Untergrund und vom Budget ab. Die folgende Tabelle fasst die Eigenschaften zusammen.
| System | Beste Eignung | Lebensdauer | Anschlüsse | Material EUR/m2 |
|---|---|---|---|---|
| Flüssigkunststoff PMMA/PU (FLK) | Komplexe Anschlüsse, kleine Balkone, Sanierung | 20 bis 25 Jahre | Sehr gut (nahtlos, vliesarmiert) | 25 bis 45 |
| Flexible Dichtschlämme (MDS) unter Fliesen | Gefliester Balkon, Verbundabdichtung | 20 bis 30 Jahre (Belag schützt) | Gut (mit Dichtband/Manschetten) | 12 bis 22 |
| Bitumen-Schweißbahn / Kaltselbstklebebahn | Große, einfache Rechteckflächen | 15 bis 25 Jahre | Mittel (Detail aufwendig) | 15 bis 28 |
| EPDM-Dichtbahn (Kautschuk) | Große Flächen, lose oder verklebt | 25 bis 40 Jahre | Mittel (Formteile nötig) | 18 bis 32 |
Markennamen wie Sika, BASF (MasterSeal, PCI), Triflex, Remmers, Schomburg, Mapei sind eingetragene Markenzeichen der jeweiligen Hersteller. Diese Übersicht dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine kommerzielle Empfehlung dar. Material-Preise sind Richtwerte ohne Lohn und Gerüst.
Flüssigkunststoff (FLK): der Allrounder für die Sanierung
Flüssigkunststoff auf PMMA- oder PU-Basis (etwa Triflex® ProDetail, Sika® Sikalastic, Remmers® Deck, PCI® Apoflex) wird flüssig aufgebracht und mit einem Polyestervlies armiert, das in die noch frische Schicht eingerollt wird. Das Ergebnis ist eine nahtlose, rissüberbrückende und sehr detailtreue Abdichtung, die sich um jede Geländerhülse, jeden Ablauf und jede Türschwelle legt. PMMA härtet auch bei niedrigen Temperaturen (ab etwa 0 bis 3 Grad) schnell aus und ist nach wenigen Stunden regenfest, ideal für die kurze Witterungsfenster im Frühjahr und Herbst. Für die Balkonsanierung mit vielen Anschlüssen ist FLK 2026 das meistgewählte System.
Flexible Dichtschlämme (MDS): das Verbund-System unter Fliesen
Mineralische Dichtschlämme (etwa PCI® Seccoral, Schomburg® Aquafin, Mapei® Mapelastic, Sopro® DSF) wird in zwei Lagen mit Quast oder Glättkelle auf den grundierten Estrich aufgetragen, an allen Anschlüssen wird ein elastisches Dichtband eingebettet. Nach dem Aushärten kommt direkt der Fliesenkleber darauf. Dieses System ist günstig, dünn und unter dem Fliesenbelag dauerhaft geschützt. Es ist die klassische Verbundabdichtung (AIV) für gefliesste Balkone nach DIN 18534 und erfordert sauberes Arbeiten an den Detailpunkten.
Bitumen und EPDM: stark auf großen, einfachen Flächen
Bitumen-Schweißbahnen oder kaltselbstklebende Bahnen sind robust und günstig auf großen, rechteckigen Loggien ohne viele Anschlüsse. Der Nachteil: jede Durchdringung (Geländer, Ablauf) muss aufwendig eingearbeitet werden, und das Schweißen mit offener Flamme ist auf dem Balkon brandschutztechnisch heikel. EPDM-Bahnen (synthetischer Kautschuk) haben mit 25 bis 40 Jahren die längste Lebensdauer und werden in einem Stück verlegt, was Nähte minimiert. Für kleine Balkone mit vielen Detail-Anschlüssen sind beide Bahnensysteme jedoch aufwendiger als Flüssigkunststoff.
4. Schritt für Schritt: Balkon mit Flüssigkunststoff abdichten
Die folgende Anleitung beschreibt die Sanierung mit Flüssigkunststoff (Prinzip B, genutzte Abdichtung als Oberfläche), weil dieses System die häufigste Sanierungslösung ist. Die ersten Schritte (Untergrund, Gefälle, Anschlüsse) gelten sinngemäß auch für die Verbundabdichtung unter Fliesen.
Schritt 1: Rückbau und Untergrund prüfen
Alten, losen Belag und schadhafte Beschichtung vollständig entfernen, bis ein tragfähiger Untergrund (meist Zementestrich oder Beton) frei liegt. Hohlstellen mit dem Klopftest aufspüren und ausbessern. Der Untergrund muss trocken (Restfeuchte unter 4 CM-Prozent), fest, riss- und staubfrei sein. Risse über 0,3 mm kraftschlüssig verharzen. Größere Betonschäden mit Reparaturmörtel (PCC) auffüllen und aushärten lassen.
Schritt 2: Gefälle herstellen (mindestens 1,5 bis 2 Prozent)
Nach DIN 18531 und DIN 18534 muss die Fläche ein Gefälle von mindestens 1,5 Prozent (bei genutzten Flächen besser 2 Prozent) zum Wasserablauf haben. Fehlt das Gefälle, einen Gefälleestrich oder eine Gefälle-Spachtelung aufbringen, sodass das Wasser sicher zum Ablauf läuft und nirgends steht. Dieser Schritt wird am häufigsten vergessen und ist die Ursache Nummer eins für vorzeitiges Versagen: ohne Gefälle versagt selbst die teuerste Abdichtung innerhalb von 5 Jahren.
Schritt 3: Grundierung passend zum Untergrund
Die Grundierung stellt die Haftung her und bindet Reststaub. Auf saugendem Estrich eine Epoxid- oder PU-Grundierung verwenden (bei Restfeuchte oft eine Epoxid-Grundierung als Feuchtesperre), auf dichtem Beton einen Haftvermittler. Die noch klebrige Grundierung bei Bedarf mit Quarzsand absanden, um eine mechanische Verkrallung für die nächste Schicht zu schaffen. Trocknungszeit nach Herstellerangabe (meist 6 bis 24 Stunden) einhalten.
Schritt 4: Anschlüsse und Details zuerst abdichten
Vor der Fläche werden alle Detailpunkte abgedichtet: Wandanschluss, Türschwelle, Geländerhülsen und Wasserablauf. Hier wird der Flüssigkunststoff mit eingelegtem Vlies (Manschetten, Innen- und Außenecken) verstärkt. Faustregel: die Detailausbildung entscheidet über 80 Prozent aller Leckagen. Mehr dazu im nächsten Kapitel, weil Anschlüsse die eigentliche Königsdisziplin sind.
Schritt 5: Flächenabdichtung mit Vlieseinlage
Den Flüssigkunststoff satt in die Fläche aufrollen, das Polyestervlies faltenfrei einlegen und mit einer zweiten Lage Material vollständig durchtränken (nass in nass), bis das Vlies sich sattgrün/satt verfärbt und keine trockenen Stellen mehr sichtbar sind. Auf gleichmäßige Schichtdicke achten, Materialverbrauch nach Herstellerangabe (typisch 3 bis 4,5 kg/m2 für das Gesamtsystem). Überlappungen der Vliesbahnen mindestens 5 cm.
Schritt 6: Einstreuen und Versiegeln (rutschfeste Oberfläche)
In die frische Abdichtung farbigen Quarzsand (Color-Quarz) im Überschuss einstreuen, nach dem Aushärten den losen Sand abkehren oder absaugen und mit einer farbigen Versiegelung (PU oder PMMA) schließen. Die Einstreuung sorgt für die Rutschhemmung (Klasse R10 bis R11) und die finale Optik. Erst jetzt ist die Fläche begehbar und gleichzeitig dicht. Wer stattdessen Fliesen plant, lässt die Einstreuung weg und verlegt nach Prinzip A auf der Verbundabdichtung.
5. Anschlüsse: die häufigsten Leckagestellen und wie man sie dicht bekommt
Die Fläche eines Balkons ist selten das Problem. Wasser dringt fast immer an den Anschlüssen ein, also dort, wo die Abdichtung auf ein anderes Bauteil trifft. Die vier kritischen Punkte und ihre Regeln:
- Türschwelle (Anschluss an die Balkontür): der häufigste Schadenspunkt überhaupt. Die Abdichtung muss an der Schwelle hochgeführt werden. Nach Norm sind über einer genutzten Fläche mindestens 15 cm Aufkantung über der fertigen Oberfläche gefordert, an Türen ist unter bestimmten Bedingungen (Entwässerungsrinne, Vordach) eine reduzierte Höhe ab 5 cm möglich. Die Abdichtung wird formschlüssig an die Türzarge angearbeitet, nie stumpf davorgesetzt.
- Wandanschluss: die Abdichtung mindestens 15 cm an der aufgehenden Wand hochziehen und oben mit einer Anschlussschiene oder unter dem Putz hinterlaufsicher abschließen, damit kein Wasser hinter die Abdichtung läuft.
- Geländer-Verankerung: Geländerpfosten, die in den Beton einbinden, sind klassische Lecks. Ideal ist eine stirnseitige Geländerbefestigung (vor der Balkonkante, nicht durch die Fläche). Wo Hülsen durch die Abdichtung gehen, werden sie mit Vlies-Manschetten und Flüssigkunststoff dicht eingebunden.
- Wasserablauf und Tropfkante: der Ablauf (Gully oder Speier) muss tiefster Punkt sein und mit einem Klebeflansch in die Abdichtung eingebunden werden. An der Balkonvorderkante sorgt ein Tropfkantenprofil (Rinnenblech) dafür, dass Wasser abtropft und nicht an der Unterseite (Betonkante) zurückläuft, was sonst Abplatzungen und Algen verursacht.
Wer beim Türschwellen-Anschluss eine Aufkantung von weniger als 5 cm ohne zusätzliche Entwässerung ausführt (sehr häufig bei barrierefreien, schwellenlosen Übergängen gewünscht), braucht zwingend eine vorgelagerte Entwässerungsrinne mit Rost direkt vor der Tür. Sonst drückt Schlagregen und Schmelzwasser unter die Tür in die Wohnung. Dieses Detail gehört in jede Planung und sollte bei schwellenlosen Lösungen mit dem Fachbetrieb abgestimmt werden.
6. Normen, die zählen: DIN 18531, DIN 18534 und die VOB
Zwei Normen bilden 2026 den Rahmen für die Balkonabdichtung. Sie zu kennen schützt vor Pfusch und im Streitfall vor Beweisnot.
| Norm | Geltungsbereich | Kernforderung |
|---|---|---|
| DIN 18531 | Abdichtung von Dächern, Balkonen, Loggien, Laubengängen | Genutzte Abdichtung als Oberfläche (z.B. Flüssigkunststoff), Gefälle, Aufkantungen |
| DIN 18534 | Abdichtung im Verbund (Innenräume, sinngemäß Balkon unter Fliesen) | Verbundabdichtung (AIV) unter Fliesen, Dichtband an Anschlüssen |
| DIN 18532 | Abdichtung befahrbarer Flächen (Tiefgaragendeck etc.) | Relevant nur bei befahrbaren Balkonplatten, selten |
| VOB/C DIN 18336 | Abdichtungsarbeiten (Vertrags- und Abnahmegrundlage) | Definiert Leistung, Nebenleistungen und Abnahme |
Praktischer Merksatz: Fliesen-Aufbau folgt DIN 18534 (Verbundabdichtung unter Fliesen), Flüssigkunststoff-Oberfläche folgt DIN 18531. Beide fordern ein Gefälle und normgerechte Aufkantungen an allen Anschlüssen. Wer einen Fachbetrieb beauftragt, sollte die Ausführung nach diesen Normen und nach den jeweiligen System-Verarbeitungsrichtlinien des Herstellers schriftlich vereinbaren (VOB/C DIN 18336 als Grundlage), inklusive Fotodokumentation der Anschlüsse vor dem Belag. Diese Fotos sind die einzige nachträgliche Kontrolle der unsichtbaren Schicht.
7. Kosten der Abdichtung pro m2 in 2026
Die folgenden Preise betreffen ausschließlich die Abdichtung (Untergrundvorbereitung, Grundierung, Anschlüsse, Dicht-System), nicht den darüberliegenden Fliesen- oder Plattenbelag und nicht die Komplettsanierung. Eine vollständige Aufschlüsselung aller Sanierungsstufen mit Förderung steht im Balkon sanieren Kosten 2026.
| Leistung (nur Abdichtung) | Material EUR/m2 | Lohn EUR/m2 | Gesamt EUR/m2 |
|---|---|---|---|
| Dichtschlämme unter Fliesen (AIV) | 12 bis 22 | 23 bis 40 | 35 bis 62 |
| Flüssigkunststoff inkl. Einstreuung (Oberfläche) | 25 bis 45 | 35 bis 60 | 60 bis 110 |
| Bitumen-/EPDM-Bahn (große Fläche) | 15 bis 32 | 25 bis 45 | 40 bis 77 |
| Gefälleestrich (Zusatz, falls Gefälle fehlt) | 12 bis 25 | 23 bis 40 | 35 bis 65 |
Rechenbeispiel für einen typischen 6 m2 Reihenhaus-Balkon: eine Flüssigkunststoff-Abdichtung als genutzte Oberfläche kostet bei rund 85 EUR/m2 etwa 510 Euro, ein fehlendes Gefälle treibt den Preis um 210 bis 390 Euro nach oben. Wer selbst arbeitet (DIY), spart den Lohnanteil, sollte aber wissen: die Anschlüsse und die Vlieseinlage sind fehlerträchtig, und ein Verarbeitungsfehler an der Türschwelle kostet später ein Vielfaches der gesparten Lohnkosten. Für sicherheits- und gewährleistungsrelevante Abdichtung empfiehlt sich ein Fachbetrieb. Eine reine Farbbeschichtung des Balkonbodens (ohne Abdichtungsfunktion) ist ein anderes Thema und im Boden Betonfarbe Komplettguide 2026 beschrieben.
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8. Die häufigsten Fehler beim Balkon abdichten
- Kein oder zu geringes Gefälle: stehendes Wasser belastet jede Abdichtung dauerhaft. Mindestens 1,5 Prozent, besser 2 Prozent zum Ablauf.
- Anschlüsse stumpf statt hochgeführt: die Abdichtung muss an Wand und Türschwelle aufgekantet werden, nicht flach davorgesetzt.
- Türschwelle zu niedrig ohne Rinne: schwellenlose Übergänge ohne vorgelagerte Entwässerungsrinne sind eine garantierte Leckage bei Schlagregen.
- Starres System auf bewegtem Untergrund: Epoxidharz ohne Elastizität reißt nach 2 bis 3 Wintern an Geländerverankerungen. Flexible PU- oder PMMA-Systeme nehmen Bewegung auf.
- Feuchter Untergrund: Abdichtung auf nasses oder nicht durchgetrocknetes Substrat führt zu Blasen und Enthaftung. Restfeuchte messen, nicht schätzen.
- Belag direkt auf alte, defekte Abdichtung: neuer Belag auf einer undichten Ebene verschiebt das Problem nur und verdoppelt später die Rückbaukosten.
- Keine Fotodokumentation: die Abdichtung verschwindet unter dem Belag. Ohne Fotos der Anschlüsse ist im Schadensfall nichts mehr nachweisbar.
9. FAQ: Balkon abdichten 2026
Wie dichte ich meinen Balkon am besten ab?
Für Sanierungen mit vielen Anschlüssen (Türschwelle, Geländer, Ablauf) ist Flüssigkunststoff (PMMA oder PU) mit Vlieseinlage das beste System, weil er nahtlos und rissüberbrückend jeden Detailpunkt dicht einbindet. Für gefliesste Balkone ist die Verbundabdichtung (flexible Dichtschlämme unter Fliesen, AIV nach DIN 18534) Standard. In beiden Fällen sind Gefälle von mindestens 1,5 Prozent und hochgeführte Anschlüsse Pflicht.
Was kostet es, einen Balkon abdichten zu lassen pro m2?
Reine Abdichtung 2026: Dichtschlämme unter Fliesen 35 bis 62 EUR/m2, Flüssigkunststoff als genutzte Oberfläche inklusive Einstreuung 60 bis 110 EUR/m2, Bitumen oder EPDM 40 bis 77 EUR/m2. Fehlt das Gefälle, kommen 35 bis 65 EUR/m2 für den Gefälleestrich hinzu. Diese Preise enthalten nicht den darüberliegenden Fliesen- oder Plattenbelag.
Welche DIN-Norm gilt für die Balkonabdichtung?
Eine genutzte Abdichtung als Oberfläche (Flüssigkunststoff) folgt DIN 18531 (Abdichtung von Dächern, Balkonen, Loggien). Eine Verbundabdichtung unter Fliesen folgt DIN 18534 (Abdichtung im Verbund). Befahrbare Balkonplatten fallen unter DIN 18532. Vertrags- und Abnahmegrundlage ist VOB/C DIN 18336 (Abdichtungsarbeiten). Alle fordern Gefälle und normgerechte Aufkantungen an Anschlüssen.
Muss die Abdichtung unter oder auf den Belag?
Bei Fliesen liegt die Abdichtung unter dem Belag (Verbundabdichtung im Verbund mit den Fliesen, DIN 18534). Bei Flüssigkunststoff ist die Abdichtung gleichzeitig die begehbare Oberfläche, es gibt keinen separaten Belag darüber (DIN 18531). Die Entscheidung hängt davon ab, ob Sie Fliesen wollen (Abdichtung darunter) oder eine nahtlose, schlanke Fläche bevorzugen (Abdichtung als Oberfläche).
Wie hoch muss die Abdichtung an der Türschwelle hochgeführt werden?
Über genutzten Flächen sind in der Regel mindestens 15 cm Aufkantung über der fertigen Oberfläche gefordert. An Balkontüren ist unter Bedingungen (vorgelagerte Entwässerungsrinne, schützendes Vordach) eine reduzierte Höhe ab etwa 5 cm möglich. Schwellenlose, barrierefreie Übergänge brauchen zwingend eine Entwässerungsrinne direkt vor der Tür, sonst dringt Schlagregen in die Wohnung.
Welches Gefälle braucht ein Balkon?
Nach DIN 18531 und DIN 18534 mindestens 1,5 Prozent zum Wasserablauf, bei genutzten Flächen besser 2 Prozent. Fehlt das Gefälle (häufig bei Altbalkonen), muss vor der Abdichtung ein Gefälleestrich aufgebracht werden. Ohne Gefälle steht Wasser, und die Abdichtung versagt vorzeitig, meist innerhalb von 5 Jahren.
Kann ich meinen Balkon selbst abdichten?
Die Fläche selbst ist mit Flüssigkunststoff oder Dichtschlämme DIY-machbar, wenn der Untergrund sauber vorbereitet ist. Die fehlerträchtigen Punkte sind die Anschlüsse (Türschwelle, Geländer, Ablauf) und die durchgehende Vlieseinlage. Ein Verarbeitungsfehler an der Türschwelle kostet später ein Vielfaches der gesparten Lohnkosten. Für gewährleistungs- und versicherungsrelevante Abdichtung empfiehlt sich ein Fachbetrieb mit Fotodokumentation.
Wie lange hält eine Balkonabdichtung?
Bei fachgerechter Ausführung 20 bis 30 Jahre. Flüssigkunststoff erreicht 20 bis 25 Jahre, EPDM 25 bis 40 Jahre, Bitumen 15 bis 25 Jahre, Dichtschlämme unter Fliesen 20 bis 30 Jahre (durch den Belag geschützt). Der darüberliegende Belag oder die farbige Versiegelung hat einen kürzeren Zyklus von 8 bis 15 Jahren und wird unabhängig erneuert.
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Balkon abdichten entscheidet über die gesamte Lebensdauer: ohne intakte Abdichtung ist jeder neue Belag verlorenes Geld. Wählen Sie Flüssigkunststoff für komplexe Anschlüsse, die Verbundabdichtung (Dichtschlämme) unter Fliesen, sorgen Sie für mindestens 1,5 Prozent Gefälle und führen Sie alle Anschlüsse normgerecht hoch (DIN 18531 / DIN 18534). Eine vollständige Kostenübersicht bietet der Balkon sanieren Kosten 2026, alle Belags- und Beschichtungsvarianten der Balkon Bodenbeschichtung Komplettguide 2026. Den neuen Belag oder Farbton testen Sie vorab am Foto mit dem KI-Visualiseur. Quellen: DIN 18531, DIN 18534, DIN 18532, VOB/C DIN 18336, BFS-Merkblätter, Baunetzwissen Abdichtung. Stand 2026-06-25.
Was unsere Kunden vor dem Kauf entdeckt haben
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