Klinker verfugen 2026: Fugen erneuern, Mörtel, Verbrauch
Reparatur & Sanierung

Klinker verfugen: wann die Fugen erneuert werden müssen, wie tief ausgekratzt wird, welcher Mörtel passt und was es kostet

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Klinker verfugen nach Merkblatt: mindestens 2 cm auskratzen, Trass-Kalk-Mörtel M5 statt Zement, 3 bis 7 kg/m² je nach Format und Tiefe, Fugenfarbe, Denkmalschutz.
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Die Fuge ist das Verschleißteil der Klinkerfassade. Der Stein hält hundert Jahre, der Mörtel dazwischen je nach Lage, Mörtelart und Schlagregen dreißig bis sechzig, und wenn er ausgewaschen, sandig oder gerissen ist, läuft das Wasser hinter den Klinker statt daran herunter. Dieser Ratgeber erklärt, wann Fugen erneuert werden müssen, wie tief ausgekratzt wird, welcher Fugenmörtel zu welchem Mauerwerk passt, wie viel Material eine Fassade braucht, was die Arbeit kostet und wo sie zu Fuß beim Denkmalamt beginnt. Alle Zahlen stammen aus den Technischen Merkblättern der Hersteller und aus Fachquellen, nicht aus eigenen Messungen.

1. Wann müssen Klinkerfugen erneuert werden?

Vier Schadbilder entscheiden. Ausgewaschene Fugen: Der Mörtel liegt deutlich hinter der Steinkante zurück, Wasser sammelt sich auf dem Absatz und wird in die Fuge gedrückt. Sandende Fugen: Der Fingernagel löst Körner, das Bindemittel ist verbraucht. Risse und Hohlstellen: Die Fuge klingt beim Klopfen hohl oder zeigt Haarrisse entlang der Flanken, dort dringt Schlagregen ein. Ausblühungen: Weiße Salzränder an den Fugen zeigen, dass Wasser durch den Mörtel wandert und beim Trocknen Salze zurücklässt. Der Fachratgeber von sanier.de nennt die Konsequenz für jede weitere Maßnahme an der Fassade: Die Klinkerfugen "müssen intakt sein", bröckelnde Fugen sind auszukratzen und neu zu verfugen, bevor irgendetwas anderes (Anstrich, Hydrophobierung) sinnvoll ist. Faustregel aus den Merkblättern: Sind nur einzelne Fugen betroffen, wird partiell verfugt; sind ganze Flächen auf der Wetterseite sandig, wird die Elevation komplett neu verfugt, weil Flickstellen in Farbe und Festigkeit immer sichtbar bleiben.

2. Wie tief auskratzen: die Vorgabe der Mörtelhersteller

Die Tiefe ist keine Geschmacksfrage. Das Technische Merkblatt des Trass-Kalk-Zement-Fugenmörtels Remmers FM TK (Stand 08/26) verlangt als Vorbereitung: "Fugentiefe mind. 2 cm bzw. doppelte Fugenbreite", und warnt: "Geschliffene Fugenflanken können zu Flankenabrissen führen." Das heißt in der Praxis: Der alte Mörtel wird mit Fugenkratzer, Fugenfräse oder Hartmetallmeißel mindestens 20 Millimeter tief entfernt, bei breiten Fugen entsprechend tiefer, und die Flanken bleiben rau, damit der neue Mörtel greift. Eine Winkelschleiferscheibe, die die Klinkerkanten mitnimmt, ist der häufigste Schaden an selbst verfugten Fassaden; wer fräst, nimmt eine Fugenfräse mit Tiefenanschlag. Danach wird die Fuge ausgeblasen oder ausgebürstet und, laut Merkblatt, "die offene, gereinigte Fuge vornässen", damit der Stein dem Mörtel nicht das Wasser entzieht.

3. Welcher Fugenmörtel: Trass-Kalk, Zement oder Keramikmörtel

Die Wahl richtet sich nach dem Mauerwerk, nicht nach der Farbkarte. Trass-Kalk-Zement-Mörtel ist die Wahl für Klinker- und Ziegelsichtmauerwerk, vor allem im Altbau: Remmers FM TK ist laut Merkblatt vorgesehen für "Erstverfugung und Fugeninstandsetzung" an "Ziegel- und Natursteinmauerwerk" mit "Mörtelfugen von 8 bis 30 mm", in Festigkeitsklasse M5 (Druckfestigkeit mindestens 5 N/mm²), mit "hohem Sulfatwiderstand und niedrig wirksamem Alkaligehalt", "sehr geringer Ausblühneigung" und "guter Flankenhaftung"; Sonderfarbtöne sind möglich, "nur dunkle Farbtöne" bei den Sonderfarbtönen, helle "nur eingeschränkt und nur in Rücksprache mit dem Labor". Die geringe Festigkeit ist gewollt: Ein M5-Mörtel bleibt weicher als der Klinker, so dass Spannungen in der Fuge und nicht im Stein abgebaut werden. Mineralische Keramik-Fugenmörtel der höheren Klasse M10 sind für dünne, harte Beläge gedacht: Die Technische Information zum Capatect Fugenmörtel Keramik 082 beschreibt einen "mineralischen Fugenmörtel für die Kellenverfugung von Hartbelägen", "z.B. Klinkerriemchen, Feinstein, Naturstein", in Wärmedämm-Verbundsystemen, "frostsicher", "wasserabweisend, hoch hydrophobiert", "diffusionsoffen", als Normalmauermörtel nach DIN EN 998-2 der Klasse M10, mit Fugenbreiten von "6-20 mm". Auf einem Riemchen-WDVS ist das der richtige Mörtel; auf einem alten Vollklinker-Verblendmauerwerk ist er zu hart. Reine Zementmörtel aus dem Baumarkt sind für beides die falsche Wahl: zu fest, zu dicht, und mit der höchsten Ausblühneigung.

Mörteltyp (Beispiel aus dem Merkblatt) Festigkeit Fugenbreite Für welches Mauerwerk Besonderheit
Trass-Kalk-Zement (Remmers FM TK)M5 (≥ 5 N/mm²)8 bis 30 mmZiegel-, Klinker- und Natursteinmauerwerk, AltbauSehr geringe Ausblühneigung, Sulfatwiderstand, weicher als der Stein
Mineralischer Keramik-Fugenmörtel (Capatect 082)M10 (≥ 10 N/mm²)6 bis 20 mmKlinkerriemchen und Hartbeläge auf WDVSFrostsicher, hydrophobiert, diffusionsoffen, 13 Farbtöne ab Werk
Reiner Zementmörtel (Baumarkt-Fugenmörtel)meist M10 und höherje nach ProduktBetonstein, Pflaster; nicht für Altbau-KlinkerZu hart, zu dicht, hohe Ausblühneigung

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4. Fugenfarbe und Fugenform: was die Fassade verändert

Die Fugenfarbe verändert eine Klinkerfassade mehr als die meisten Bauherren erwarten, weil die Fuge je nach Format 15 bis 20 Prozent der Ansichtsfläche ausmacht. Ein hellgrauer oder sandfarbener Mörtel lässt dunkelroten Klinker leuchten und zeichnet jedes Steinformat nach; ein anthrazitfarbener Mörtel lässt die Fassade als ruhige Fläche wirken und kaschiert Flickstellen. Die Hersteller liefern dafür ab Werk: Capatect nennt für seinen Keramikmörtel die Töne "Weiß, Beige-Weiß, Natur, Stuhr-hell, Architekt, Hellgrau, Mittelgrau, Grau, Dunkelgrau, Anthrazit, Schwarz, Strand, Alt-Stuhr, Paris, Rot", Remmers stellt den FM TK "nach eingesendetem Muster (Stein, Mörtelbestand), Farbton-Nr., Farbtonfächer, NCS etc." ein. Zwei Vorbehalte aus den Merkblättern gelten für jede Farbwahl: Beim Remmers-Mörtel sind helle Farbtöne "nur eingeschränkt" möglich, und "unterschiedliche Körnungen des gleichen Artikels können zu geringen Abweichungen des Farbtons führen"; beim Capatect-Mörtel muss "die vorgegebene und gleichbleibende Menge Anmachwasser sowie die Reifezeit eingehalten werden", denn "während der Verarbeitung kein Wasser mehr hinzugeben. Dies führt zu Farbtonunterschieden." Die Fugenform (bündig, leicht zurückliegend, Hohlkehle, Kerbfuge) ist dann die zweite Entscheidung; bündige oder leicht zurückliegende, verdichtete Fugen führen das Wasser am besten ab, tief zurückliegende Schattenfugen sehen auf Fotos gut aus und halten auf der Wetterseite am kürzesten. Was ein Fugenton am eigenen Haus bewirkt, zeigt die Vorschau besser als jede Farbkarte, und unser Ratgeber zur Klinkerfassade streichen oder nicht erklärt, warum die Fuge der reversiblere Weg zu einem neuen Gesicht ist als der Anstrich.

5. Schritt für Schritt: alte Fugen raus, neue rein

  1. Prüfen und markieren. Jede Fuge abklopfen und anritzen; schadhafte Bereiche mit Kreide markieren. Ursachen klären: defekte Dachrinne, fehlender Spritzschutz, aufsteigende Feuchte werden vorher behoben, sonst versandet die neue Fuge wie die alte.
  2. Auskratzen. Mindestens 20 mm tief bzw. doppelte Fugenbreite (Remmers), Flanken rau belassen, Klinkerkanten nicht anschleifen. Lagerfugen und Stoßfugen vollständig, keine Reste alten Mörtels als Brücke.
  3. Reinigen und vornässen. Fugen ausblasen oder ausbürsten, dann vornässen; der Stein darf feucht, aber nicht nass glänzend sein.
  4. Anmischen nach Merkblatt. Remmers FM TK: 25 kg mit ca. 3,0 l Wasser bei 1 mm Körnung (2,6 l bei 2 mm), "ca. 2 Minuten intensiv und homogen anmischen", Verarbeitungszeit "ca. 2 Stunden" bei 20 Grad; Capatect 082: 25 kg in ca. 2,5 bis 3,0 l Wasser, nach 3 bis 5 Minuten Reifezeit nochmals durcharbeiten, Topfzeit ca. 1 Stunde. "Angesteifter Mörtel darf weder mit Wasser noch mit frischem Mörtel wieder verarbeitbar gemacht werden."
  5. Einbringen. "Entsprechend der Fugentiefe mehrlagig frisch in frisch", den Mörtel "einpressen und bündig mit der Steinoberfläche abziehen, jedoch nicht bügeln" (Remmers); erst Lagerfugen, dann Stoßfugen (Capatect). Verdichten mit dem Fugeisen, überschüssigen Mörtel vom Stein abkehren, nicht abwaschen.
  6. Nachbehandeln. "Frische Mörtelflächen mind. 4 Tage vor zu schneller Austrocknung, Frost und Regen schützen" (Remmers); bei Wind und Sonne die Fuge "regelmäßig mit einem geeigneten Gerät ... befeuchten (benebeln)" (Capatect), damit der Mörtel nicht aufbrennt.
  7. Temperatur. Beide Merkblätter: Material-, Umgebungs- und Untergrundtemperatur mindestens +5 °C, Remmers bis +30 °C; niedrige Temperaturen verlängern, hohe verkürzen die Verarbeitungs- und Erhärtungszeit.
Maurer drückt frischen grauen Fugenmörtel mit dem Fugeisen in die ausgekratzten Fugen einer roten Klinkerwand
Mehrlagig frisch in frisch einpressen, bündig abziehen, nicht bügeln: die Verfugung nach Merkblatt, nach mindestens 2 cm Auskratztiefe und Vornässen.

6. Materialbedarf: die Verbrauchstabelle lesen

Der Verbrauch hängt von Steinformat, Fugenbreite und Fugentiefe ab, und die Hersteller geben ihn auf zwei Arten an. Capatect rechnet pro Quadratmeter Fassade: für das Normalformat 240 x 71 mm "3,0 - 4,0 kg/m²" bei 8 mm Fugentiefe, "3,5 - 4,5" bei 10 mm und "5,5 - 6,5" bei 15 mm; für das Dünnformat 240 x 52 mm "3,2 - 4,2", "4,0 - 5,0" und "6,0 - 7,0 kg/m²"; und das Merkblatt mahnt: "Bei diesen Angaben handelt es sich um Richtwerte. Der Verbrauch ist abhängig von Format, Fugenbreite, Fugentiefe und Verlegeschema. Exakten Materialbedarf am Objekt ermitteln." Remmers rechnet pro Fugenvolumen: "Ca. 1,7 kg/l Fugenraum", zu prüfen "an einer ausreichend großen Probefläche". Beide Angaben führen zum gleichen Ergebnis: Bei einem Normalformat-Mauerwerk mit 12 mm breiten Fugen und 20 mm Auskratztiefe liegen rund 4,5 Liter Fugenraum je Quadratmeter vor, also etwa 7,5 kg Mörtel; eine Fassadenfläche von 150 m² braucht damit grob 1,1 Tonnen, rund 45 Säcke zu 25 kg, zuzüglich Verschnitt. Wer nur 8 mm tief kratzt, braucht weniger als die Hälfte, bekommt aber auch keine dauerhafte Fuge: Die Tiefe aus Abschnitt 2 ist der Grund, warum eine Neuverfugung mehr Mörtel verbraucht, als die Rechnung mit Baumarktzahlen vermuten lässt.

Steinformat Fugentiefe 8 mm 10 mm 15 mm Quelle
240 x 71 mm (NF)3,0 bis 4,0 kg/m²3,5 bis 4,5 kg/m²5,5 bis 6,5 kg/m²Capatect TI 082
240 x 52 mm (DF)3,2 bis 4,2 kg/m²4,0 bis 5,0 kg/m²6,0 bis 7,0 kg/m²Capatect TI 082
Beliebiges Format, Rechnung über das Fugenvolumenca. 1,7 kg je Liter Fugenraum (Breite x Tiefe x Fugenlänge je m²)Remmers TM 1026

7. Was Klinker verfugen kostet, und warum die Spanne so breit ist

Das Material ist der kleinste Posten: Ein 25-kg-Sack Trass-Kalk-Fugenmörtel kostet im Fachhandel einen niedrigen zweistelligen Betrag, die 45 Säcke einer 150-m²-Fassade also einen Bruchteil der Rechnung. Den Preis macht die Handarbeit: Das Auskratzen auf 20 mm Tiefe ist langsam, staubig und bei hartem Zementmörtel im Bestand sehr langsam, und die Verfugung selbst wird mehrlagig und von Hand eingebracht. Dazu kommen Gerüst, Abdeckung und Nachbehandlung über mehrere Tage. Die Preise pro Quadratmeter schwanken deshalb mit drei Faktoren: Tiefe und Härte des alten Mörtels (Kalkmörtel im Gründerzeitbau lässt sich leicht kratzen, Zementmörtel aus den 1970ern nicht), Anteil der zu erneuernden Fläche (partiell oder komplett) und Region. Wer Angebote vergleicht, lässt sich die Auskratztiefe, die Mörtelsorte mit Festigkeitsklasse und die Nachbehandlung schriftlich geben; ein Angebot ohne diese drei Angaben vergleicht sich nicht. Zur Einordnung gegenüber anderen Fassadenarbeiten dient unser Kostenratgeber zur Fassadenrenovierung; in Hamburg ist zudem zu prüfen, ob für den Erhalt einer Backsteinfassade eine Förderung in Frage kommt, Auskunft gibt die IFB Hamburg, und der Antrag muss vor Beginn der Arbeiten gestellt werden.

8. Denkmalschutz und Erhaltungssatzung: Fuge ist nicht gleich Fuge

Bei einem Baudenkmal ist die Neuverfugung eine Maßnahme am Erscheinungsbild und damit abzustimmen. Die Allgemeinen Rahmenvorgaben des Landesdenkmalamts Berlin (Stand 2025) zeigen, worauf eine Denkmalbehörde achtet: Schäden an Backstein- und Klinkerfassaden "sind material- und handwerksgerecht zu reparieren", Reinigung und Instandsetzung sind zulässig, wenn sie "material- und formgerecht" erfolgen, und die historische Substanz und Oberflächenbehandlung der Fassade sind zu erhalten. Für die Fuge heißt das: der historische Mörteltyp (im Gründerzeitbau meist Kalk- oder Trasskalkmörtel, kein harter Zement), die historische Fugenfarbe und Fugenform, und keine Fugenfräse, die die Steinkanten verändert. Auch außerhalb des Denkmalschutzes regeln Erhaltungs- und Gestaltungssatzungen in norddeutschen Backsteinquartieren das Fassadenbild; eine Anfrage beim Bezirksamt vor dem Auskratzen kostet nichts. Wie die Nachbarfrage, der Anstrich auf Klinker, rechtlich und technisch zu bewerten ist, steht in unserem Ratgeber zur gestrichenen Klinkerfassade.

9. Selbermachen oder Fachbetrieb

Eine Gartenmauer oder einen Sockel im Erdgeschoss kann ein geübter Heimwerker selbst verfugen, wenn er die Tiefe, das Vornässen, die Mischregel und die Nachbehandlung einhält; eine ganze Fassade über Gerüst mit hartem Altmörtel ist Facharbeit, allein wegen des Auskratzens. Die typischen Fehler der Eigenleistung stehen in den Merkblättern: zu flach gekratzt, mit Wasser "nachgemischt", bei Hitze ohne Benebeln gearbeitet, Zementmörtel auf weichen Altbauklinker, und zu viel Mörtel auf dem Stein, der sich nur noch mit Säure entfernen lässt, die der Fuge schadet. Wer selbst arbeitet, legt wie die Merkblätter verlangen eine Probefläche an und wartet vier Tage, bevor er die Farbe beurteilt: Eine frische Fuge ist dunkler als die ausgetrocknete, und "die sich nach der Trocknung und Erhärtung einstellende Farbton ist abhängig von den Umgebungsbedingungen und der Verarbeitungsmethode" (Remmers).

10. Danach: Hydrophobieren oder in Ruhe lassen

Nach der Neuverfugung ist die Fassade wieder dicht gegen Schlagregen, und die Frage nach einer zusätzlichen Hydrophobierung stellt sich nur auf stark bewitterten Seiten; sie darf laut den Imprägniermerkblättern erst erfolgen, wenn Risse, rissige Fugen und Feuchteursachen beseitigt sind, also frühestens nach der Erhärtung des Mörtels. Ein Anstrich kommt auf eine frisch verfugte Klinkerfassade dagegen nur in Ausnahmefällen; die Fuge ist der Weg, der das Gesicht des Hauses verändert, ohne den Stein zu verdecken. Wer vorher sehen will, wie Fugenfarbe und Klinkerton zusammen wirken, legt die Varianten auf ein Foto der Fassade, bevor der erste Sack angemischt wird.

Quellen und Referenzen

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Häufige Fragen

Wie tief muss ich die alte Klinkerfuge auskratzen?
Nach dem Merkblatt des Trass-Kalk-Fugenmörtels Remmers FM TK mindestens 2 cm tief bzw. die doppelte Fugenbreite, mit rauen Flanken und ohne die Klinkerkanten anzuschleifen; danach die Fuge reinigen und vornässen. Flacher ausgekratzte Fugen halten nicht und sanden wieder aus.
Welcher Fugenmörtel ist der richtige für Klinker?
Für Klinker- und Ziegelsichtmauerwerk, vor allem im Altbau, ein Trass-Kalk-Zement-Mörtel der Festigkeitsklasse M5 (zum Beispiel Remmers FM TK: 8 bis 30 mm Fugen, geringe Ausblühneigung, weicher als der Stein). Für Klinkerriemchen auf WDVS ein mineralischer Keramik-Fugenmörtel M10 nach DIN EN 998-2 (zum Beispiel Capatect 082). Reiner Baumarkt-Zementmörtel ist für beides zu hart und blüht aus.
Wie viel Fugenmörtel brauche ich pro Quadratmeter?
Laut Capatect-Merkblatt beim Normalformat 240 x 71 mm 3,0 bis 4,0 kg/m² bei 8 mm Fugentiefe, 3,5 bis 4,5 bei 10 mm und 5,5 bis 6,5 kg/m² bei 15 mm; beim Dünnformat 240 x 52 mm 3,2 bis 7,0 kg/m². Remmers rechnet mit etwa 1,7 kg je Liter Fugenraum. Bei 12 mm breiten und 20 mm tief ausgekratzten Fugen im Normalformat sind das rund 7,5 kg/m², für 150 m² etwa 45 Säcke zu 25 kg.
Was kostet Klinker verfugen?
Der Mörtel ist der kleinste Posten; den Preis machen das Auskratzen auf 2 cm Tiefe, die mehrlagige Handverfugung, Gerüst und Nachbehandlung. Die Spanne pro Quadratmeter hängt von der Härte des Altmörtels, dem Anteil der zu erneuernden Fläche und der Region ab. Angebote nur mit Angabe von Auskratztiefe, Mörtelsorte mit Festigkeitsklasse und Nachbehandlung vergleichen.
Ändert die Fugenfarbe das Aussehen der Fassade?
Ja, die Fuge macht je nach Format 15 bis 20 Prozent der Ansichtsfläche aus. Helle Fugen lassen dunkelroten Klinker leuchten und zeichnen das Format nach, anthrazitfarbene Fugen beruhigen die Fläche und kaschieren Flickstellen. Hersteller liefern Fugenmörtel in Werkstönen (Capatect zum Beispiel 15 Töne) oder nach Muster (Remmers); helle Sondertöne sind beim Trass-Kalk-Mörtel nur eingeschränkt möglich.
Brauche ich für das Neuverfugen eine Genehmigung?
Bei einem Baudenkmal ja: Die Neuverfugung verändert das Erscheinungsbild, und Denkmalbehörden verlangen eine material- und handwerksgerechte Reparatur mit dem historischen Mörteltyp, der historischen Fugenfarbe und Fugenform. In Quartieren mit Erhaltungs- oder Gestaltungssatzung vorher beim Bezirksamt fragen.

Erwähnte Markennamen (Sherwin-Williams, Benjamin Moore, Behr, Caparol, Brillux, Sto, Alpina, Valspar, PPG, Glidden, Dulux, Crown, Sandtex, Farrow & Ball, Johnstone's, Leyland) sind Eigentum der jeweiligen Inhaber. FacadeColorizer ist unabhängig und mit keiner dieser Marken affiliiert. Nominative fair use gemäß Lanham Act §1125.

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