Fassade streichen: Schritt-für-Schritt Anleitung
Eine Fassade fachgerecht zu streichen erfordert sorgfältige Vorbereitung, die richtigen Materialien und eine systematische Vorgehensweise. Ob Sie Ihre Hausfassade selbst streichen oder die Arbeit eines Malerbetriebs beurteilen möchten — dieser Leitfaden führt Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess, von der Untergrundprüfung bis zum letzten Anstrich.
Untergrund prüfen und beurteilen
Bevor Sie mit dem Streichen beginnen, müssen Sie den Zustand der Fassade genau untersuchen. Klopfen Sie die Fläche ab und achten Sie auf Hohlstellen, Risse und Abblätterungen. Führen Sie eine Wischprobe durch: Wenn beim Darüberstreichen mit der Hand Farbe abgeht, handelt es sich um eine kreidende Oberfläche, die vorbehandelt werden muss. Prüfen Sie auch auf Algen- und Pilzbefall (grünliche oder schwarze Verfärbungen). Dokumentieren Sie alle Schäden mit Fotos — idealerweise mit FacadeColorizer, um gleichzeitig Farbvarianten zu testen.
Fassade reinigen und vorbereiten
Entfernen Sie losen Putz, Schmutz und biologischen Bewuchs gründlich. Bei leichter Verschmutzung reicht ein Hochdruckreiniger mit maximal 60 bar. Bei Algen- oder Pilzbefall tragen Sie ein geeignetes Biozid auf und lassen es gemäß Herstellerangaben einwirken (meist 24-48 Stunden). Spülen Sie danach gründlich nach. Bei kreidenden Untergründen ist eine Grundierung mit Tiefengrund zwingend erforderlich — dieser verfestigt die Oberfläche und sorgt für optimale Haftung der neuen Farbe. Lassen Sie die Fassade vollständig trocknen.
Risse und Schäden ausbessern
Kleine Haarrisse (bis 0,2 mm) können mit der Fassadenfarbe selbst überstrichen werden, sofern diese elastisch genug ist. Risse bis 5 mm sollten Sie mit Acryl-Dichtstoff oder speziellem Rissenfüller verschließen. Größere Risse oder Putzschäden erfordern eine fachgerechte Reparatur mit Reparaturmörtel und Armierungsgewebe. Lassen Sie alle Ausbesserungen mindestens 24 Stunden durchtrocknen, bevor Sie mit dem Anstrich beginnen.
Abkleben und Schutzmaßnahmen treffen
Decken Sie Fenster, Türen, Fensterbänke und den Boden sorgfältig mit Malerfolie und Kreppband ab. Vergessen Sie nicht Lichtschalter, Klingeln und Hausnummern. Pflanzen in der Nähe sollten Sie mit Vlies schützen. Falls ein Gerüst benötigt wird, muss dieses fachgerecht aufgestellt werden — in Deutschland gelten strenge Vorschriften nach TRBS 2121 Teil 1. Für Arbeiten ab 3,50 m Höhe ist ein Gerüst Pflicht.
Grundierung auftragen
Tragen Sie eine geeignete Grundierung auf die gesamte Fassadenfläche auf. Bei mineralischen Untergründen verwenden Sie Silikat-Grundierung, bei Dispersionsfarben Tiefengrund. Die Grundierung reduziert die Saugfähigkeit des Untergrunds, verbessert die Haftung und sorgt für ein gleichmäßiges Farbbild. Arbeiten Sie nass-in-nass und vermeiden Sie Ansätze. Trocknungszeit: mindestens 12 Stunden, besser 24.
Fassadenfarbe auftragen — Erster Anstrich
Beginnen Sie mit dem ersten Anstrich (Voranstrich) von oben nach unten. Streichen Sie zuerst die Ränder und Ecken mit einem Pinsel vor, dann die großen Flächen mit einer Fassadenrolle (Lammfell, Florhöhe 18-25 mm). Arbeiten Sie immer nass-in-nass innerhalb einer zusammenhängenden Fläche, um Ansätze zu vermeiden. Bei starker Sonneneinstrahlung sollten Sie nicht streichen — die Farbe trocknet zu schnell und es entstehen Schlieren. Idealtemperatur: 10-25°C.
Zweiter Anstrich und Endkontrolle
Nach vollständiger Trocknung des Voranstrichs (12-24 Stunden je nach Produkt und Witterung) folgt der Schlussanstrich. Arbeiten Sie mit der gleichen Technik, aber achten Sie besonders auf eine gleichmäßige Schichtdicke. Kontrollieren Sie das Ergebnis bei verschiedenen Lichtverhältnissen (morgens, mittags, abends). Entfernen Sie das Abklebeband, solange die letzte Schicht noch leicht feucht ist — so erhalten Sie saubere Kanten. Vergleichen Sie das Ergebnis mit Ihrer FacadeColorizer-Simulation.
Praktische Anwendung!
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