RAL 5015 Himmelblau: HBW 19, Fensterläden, Tür und WDVS
Ratgeber

RAL 5015 Himmelblau: das klare Mittelblau mit Hellbezugswert 19, und wo es an Fensterläden, Haustür, Zaun und Fassade passt

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RAL 5015 Himmelblau: offizieller RAL-Wert, Hellbezugswert 19 und die WDVS-Grenze, Vergleich mit 5012, 5024 und 5014, Läden, Haustür, Zaun und Kombinationen.
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RAL 5015 Himmelblau ist ein klares, mittelhelles Blau aus der Farbsammlung RAL CLASSIC, auf Englisch „Sky blue“. Die RAL gGmbH zeigt den Ton auf ihrer offiziellen Farbtonseite mit dem Bildschirmwert #3172AD. Sein Hellbezugswert liegt bei 19: Prosol Farben nennt genau diesen Wert, die Farbdatenbank RALfarbpalette.de 19,03. Damit liegt Himmelblau knapp unter der Grenze von 20, die für Wärmedämm-Verbundsysteme gilt. An Fensterläden, Haustür, Gartenzaun und Fensterfaschen ist der Ton unproblematisch; als Putzfarbe auf einer gedämmten Fassade braucht er ein solar-reflektierendes Beschichtungssystem mit Freigabe des Systemherstellers.

Dieser Ratgeber bündelt die offiziellen Angaben, eine aus den Bildschirmwerten der RAL gGmbH berechnete Einordnung, den Vergleich mit den Nachbartönen RAL 5012 Lichtblau, RAL 5024 Pastellblau, RAL 5014 Taubenblau und RAL 5023 Fernblau, die Regeln für gedämmte Wände, die örtlichen Gestaltungssatzungen und die Bauteile, an denen Himmelblau am besten wirkt. Wer alle aktuellen Fassadenfarben im Zusammenhang sehen möchte, findet sie im Überblick zu den Fassadenfarben-Trends 2026.

Die Messwerte: was RAL 5015 objektiv ist

Die RAL gGmbH führt für 5015 den deutschen Namen Himmelblau und den englischen Namen Sky blue, dazu einen Bildschirmwert. Einen Hellbezugswert nennt die Farbtonseite nicht. Die folgende Tabelle trennt deshalb sauber zwischen offiziellen Angaben, Herstellerwerten und dem, was sich aus dem Bildschirmwert berechnen lässt.

KennwertWertQuelle
Offizieller NameHimmelblau (englisch: Sky blue)RAL gGmbH
FarbsammlungRAL CLASSIC, Blautöne der 5000er-ReiheRAL gGmbH
Bildschirmwert#3172AD (RGB 49 / 114 / 173)RAL gGmbH, digitale Darstellung
CIELab (Näherung)L* 46,6 / a* -0,6 / b* -37,4berechnet aus sRGB, Lichtart D65
Hellbezugswert (Hersteller)19Prosol Farben
Lichtreflexionswert (Datenbank)19,03RALfarbpalette.de
Rechnerischer Wert aus dem Bildschirmwertrund 16eigene Berechnung (relative Leuchtdichte Y)

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Die Lab-Werte verraten den Charakter. Ein a* von -0,6 bedeutet: Himmelblau hat praktisch weder einen Rotstich, der ins Violette zieht, noch einen Grünstich, der ins Petrol zieht. Es ist ein reines Blau. Der stark negative b*-Wert von -37,4 zeigt die hohe Sättigung. Zum Vergleich: Für RAL 5002 Ultramarinblau ergibt dieselbe Rechnung aus dem offiziellen Bildschirmwert #193278 ein a* von 17,7, also den bekannten Violettstich, und für RAL 5014 Taubenblau (#667691) ein b* von nur -16,6, also ein deutlich graueres, gedämpftes Blau. Himmelblau steht zwischen beiden: so klar wie ein Signalblau, aber viel heller als die klassischen Türblautöne.

Die Farbdatenbank RALfarbpalette.de beschreibt den Ton als „lebendigen, mittelhellblauen Farbton“, der Klarheit und Frische ausstrahle, und nennt Architektur, Industrie und Produktherstellung als Einsatzfelder. Für die Fassade zählt vor allem das Wort „mittelhell“: Himmelblau ist kein Pastellton, sondern ein Blau mit Kraft, das auf einer weißen Wand sofort ins Auge fällt.

Hellbezugswert: warum die Angaben zwischen 16 und 19 liegen

Der Hellbezugswert (HBW) beschreibt, wie viel sichtbares Licht eine Fläche zurückwirft. Caparol definiert die Skala im Ratgeber zum Hellbezugswert so, dass Schwarz dem Wert 0 und Weiß dem Wert 100 entspricht. Für RAL 5015 gibt es drei Zahlen: 19 auf der Farbtonseite von Prosol Farben, 19,03 in der Datenbank und rund 16 aus dem Bildschirmwert. Die beiden ersten beruhen auf Messungen an Farbmustern, die dritte nur auf einer digitalen Darstellung, die nie exakt dem physischen Muster entspricht.

Für die Praxis heißt das: Planen Sie mit 19, und lassen Sie sich für das konkrete Produkt den Wert bestätigen. Ein abgetönter Fassadenanstrich, ein Holzlack und eine Pulverbeschichtung im selben RAL-Ton können je nach Pigmentierung und Glanzgrad leicht voneinander abweichen. Bei den meisten Farbtönen spielt das keine Rolle. Bei Himmelblau schon, denn ein Punkt entscheidet hier darüber, ob der Ton auf einem WDVS als normaler Anstrich zulässig ist oder nicht.

Himmelblau im Vergleich mit RAL 5012, 5024, 5014, 5023, 5010 und 5002

Wer „ein helles Blau“ sucht, landet in der RAL-Karte schnell bei vier Kandidaten, die auf dem Bildschirm ähnlich aussehen und an der Wand ganz verschieden wirken. Die Tabelle ordnet sie nach dem Lichtreflexionswert der Datenbank RALfarbpalette.de; die Bildschirmwerte stammen von den Farbtonseiten der RAL gGmbH.

RALNameBildschirmwertLRVCharakter
5024Pastellblau#6C8DAA28,56sanft, grau gedämpft
5012Lichtblau#457FB323,21klar, leicht Richtung Cyan
5014Taubenblau#66769121,54gedämpft, graustichig
5015Himmelblau#3172AD19,03klar, gesättigt, reines Blau
5023Fernblau#4D648A16,13gedämpft, mitteldunkel
5010Enzianblau#0E457A9,31dunkel, satt
5002Ultramarinblau#1932787,44dunkel, mit Violettstich

Drei Unterschiede sind für die Entscheidung wichtig. Erstens ist RAL 5012 Lichtblau der nächste Nachbar: etwas heller, etwas mehr Richtung Cyan und mit 23,21 über der Grenze von 20. Wer Himmelblau auf einer gedämmten Putzfassade möchte, findet in Lichtblau die naheliegende Ausweichfarbe. Zweitens wirken RAL 5014 Taubenblau und RAL 5024 Pastellblau deutlich ruhiger, weil Grau beigemischt ist; sie passen eher als Fläche, Himmelblau eher als Akzent. Drittens ist RAL 5023 Fernblau zwar dunkler, aber gedämpft, und damit die Wahl für alle, denen Himmelblau zu fröhlich ist.

Am dunklen Ende der Reihe stehen die klassischen Türblautöne. Wie sich das tiefe RAL 5010 Enzianblau an Haustür und Fenster verhält, und warum das leuchtende RAL 5002 Ultramarinblau mit HBW 7 trotz seiner Strahlkraft so dunkel ist wie Anthrazit, steht in den beiden eigenen Ratgebern. Himmelblau ist mit rund 19 etwa doppelt so hell wie Enzianblau.

Die WDVS-Regel: was ein Hellbezugswert von 19 bedeutet

Dunkle Farben erwärmen sich in der Sonne stärker. Auf einem Wärmedämm-Verbundsystem wird das zum technischen Problem, weil die Dämmung die Wärme nicht nach innen ableitet und der dünne Putz die Temperaturschwankungen allein aufnehmen muss. Caparol nennt im Hellbezugswert-Ratgeber für eine schwarze Fassade Temperaturen um 80 Grad Celsius und spricht bei dunklen Oberflächen von höheren thermischen Schwankungen. Himmelblau ist kein dunkler Ton, aber er liegt eben knapp auf der falschen Seite der Grenze.

Der Technische Leitfaden WDVS von KEIM, Kapitel Gestaltung (Stand 07/2026) fasst die Regel zusammen: Nach DIN 55699:2017-08, Abschnitt 5.3.1, und dem BFS-Merkblatt Nr. 21 sind Anstriche mit einem Hellbezugswert unter 20 nicht für WDV-Systeme geeignet. Für Glattputze als Oberputz liegt die Grenze bei 30, weil feine Risse dort schnell sichtbar werden. Als Ausweg nennt der Leitfaden den TSR-Wert (Total Solar Reflectance), der auch das unsichtbare, überwiegend infrarote Licht erfasst: Nach den Untersuchungen, die der Verband für Dämmung, Putz und Mörtel (VDPM) zusammengefasst hat, gilt eine Beschichtung ab einem TSR-Wert von 25 als thermisch sicher.

Die Technische Information Nr. 100 von Caparol (Amphibolin, Stand März 2026) regelt genau den Bereich, in dem Himmelblau liegt: Bei einem HBW zwischen 10 und 20 muss der Putz auf einem WDVS mit EPS oder Mineralwolle je nach Anforderung mit einer solar-reflektierenden Fassadenfarbe mit einem TSR-Wert von mindestens 25 in mindestens zwei Lagen beschichtet werden; Caparol nennt dafür sein Produkt CoolProtect. Auf monolithischen, hoch wärmedämmenden Wandbildnern verlangt das Merkblatt schon unter HBW 30 besondere Maßnahmen und unter HBW 20 zusätzlich eine solar-reflektierende Farbe mit TSR von mindestens 25.

Faustregel für RAL 5015

Fensterläden, Haustür, Tor, Zaun, Fensterfaschen: immer möglich. Putzfassade auf WDVS: nur mit einem solar-reflektierenden Produkt (TSR mindestens 25) des Systemherstellers und dessen schriftlicher Freigabe. Glattputz auf WDVS: auch Lichtblau (23) und Taubenblau (21,5) reichen nicht, erst ab 30 ist der Ton ohne Sonderprodukt zulässig. Massive, ungedämmte Wand: technisch möglich, aber fast immer eine Frage der Gestaltungssatzung.

Ein Detail wird oft übersehen: Die Grenze gilt für den Wert des fertigen Anstrichs, nicht für den Namen auf der Farbkarte. Wenn Ihnen ein Hersteller für sein abgetöntes Produkt in RAL 5015 einen HBW von 20 oder mehr schriftlich bestätigt, sieht die Lage anders aus als bei 19. Fragen Sie im Zweifel nach dem Prüfwert, statt mit der Datenbankzahl zu planen. Wie dunkle und mitteldunkle Töne auf gedämmten Wänden generell zu bewerten sind, vertieft der Ratgeber zu dunklen Fassadenfarben und ihrem Hellbezugswert.

Fensterläden in Himmelblau

An Klappläden spielt Himmelblau seine größte Stärke aus. Vor einer weißen oder cremeweißen Putzfassade entsteht ein klarer, freundlicher Kontrast, der das Haus heller wirken lässt, statt es zu beschweren. Weil die Läden geöffnet seitlich am Fenster stehen, rahmen sie jede Öffnung mit zwei blauen Flächen ein; die Fassade bekommt dadurch einen Rhythmus, ohne dass ein einziger Quadratmeter Putz farbig gestrichen werden muss.

Technisch sind Läden anspruchsvoller als eine Wand. Sie sind beidseitig bewittert, haben viele Kanten und bei Lamellenläden ein Vielfaches an Oberfläche. Holzläden brauchen einen deckenden, wetterbeständigen Lack oder eine deckende Holzschutzfarbe; eine Lasur kann einen RAL-Ton wie 5015 nicht wiedergeben, weil die Holzmaserung durchscheint. Die einzelnen Arbeitsschritte von der Prüfung des Altanstrichs bis zum Schlussanstrich, für Holz wie für Metall, beschreibt die Anleitung zum Streichen von Fensterläden und Klappläden. Aluminiumläden werden in der Regel pulverbeschichtet; fragen Sie beim Beschichter, ob 5015 dort als Standardton oder als Sonderanfertigung geführt wird.

Gestalterisch gilt: Je mehr Fenster, desto stärker die Wirkung. Ein Giebelhaus mit sechs Ladenpaaren wird in Himmelblau sehr lebhaft. Wer das abschwächen möchte, streicht nur die Läden der Straßenseite und lässt die Seitenfassaden ohne Läden, oder wählt für die Läden Taubenblau und reserviert Himmelblau für die Haustür.

Weißes Einfamilienhaus mit Satteldach, dessen Klappläden an allen Fenstern in Himmelblau RAL 5015 gestrichen sind, Holzhaustür und Garage unverändert
Himmelblau RAL 5015 nur auf den Fensterläden: Putz, Dach, Holztür und Garage bleiben, wie sie sind. So sehen Sie, wie stark das klare Mittelblau auf einer weißen Fassade wirkt.

Die Haustür in RAL 5015

Eine himmelblaue Haustür ist eine bewusste Einladung. Sie fällt auf, ohne zu dominieren, und sie verträgt sich mit fast jedem Beschlag: Edelstahl und mattes Schwarz betonen die Klarheit des Tons, Messing macht ihn wärmer. Bei Holztüren erfolgt die Beschichtung wie bei den Läden mit deckendem Lack. Aluminium- und Kunststofftüren werden ab Werk beschichtet oder foliert; ob RAL 5015 im Programm ist, entscheidet der Türenhersteller, nicht der Maler.

Wer zwischen Himmelblau und einem dunkleren Blau schwankt, sollte die Ausrichtung der Tür bedenken. An einem Nordeingang, der nie direkte Sonne bekommt, wirkt Himmelblau kühler und etwas grauer als auf der Farbkarte; ein satteres Blau wie Enzianblau hält dort seine Wirkung besser. Auf einer sonnigen Südseite dagegen leuchtet 5015 voll, und weil helle Oberflächen sich weniger aufheizen als dunkle, ist ein mittelhelles Blau für eine Tür in praller Sonne die entspanntere Wahl als Enzian- oder Ultramarinblau.

Gartenzaun, Gartenhaus und Tore

Ein himmelblauer Holzzaun vor einer grünen Hecke ist einer der stärksten Einsätze des Tons, weil Blau und Grün sich im Freien als Kontrast gegenseitig verstärken. Für Zäune, Gartenhäuser und Holztore gilt dasselbe wie für Läden: deckende Holzschutzfarbe statt Lasur, Hirnholz und Pfostenköpfe besonders sorgfältig beschichten, und die Farbe vor dem Kauf auf ein Stück des tatsächlichen Holzes streichen, weil raue, sägeraue Oberflächen dunkler wirken als glatt gehobeltes Holz.

Wichtig ist die Abstimmung mit dem Haus. Wenn Zaun, Läden und Tür in Himmelblau stehen, entsteht ein geschlossenes Bild. Steht nur der Zaun in Blau und das Haus hat anthrazitfarbene Fenster, wirkt der Zaun schnell wie ein Fremdkörper. Am besten wiederholen Sie den Ton mindestens an einem Bauteil des Hauses.

Himmelblau als Fassadenakzent

Zwischen „nur die Tür“ und „die ganze Fassade“ gibt es Akzentflächen, an denen Himmelblau gut funktioniert: Fensterfaschen, Gesimsbänder, ein zurückgesetzter Eingangsbereich, eine Holzverkleidung im Giebel oder die Untersicht eines Vordachs. Liegen solche Flächen nicht auf der Dämmung, etwa bei Holz, Metall oder einem Vordach, gilt die WDVS-Grenze nicht. Liegt die Akzentfläche dagegen auf dem gedämmten Putz, gilt die Regel auch für schmale Streifen, und Sie klären vorab mit dem Systemhersteller, welches Produkt er dafür freigibt.

Als Hauptfarbe einer ganzen Fassade ist Himmelblau selten, und das hat Gründe: Der Ton ist kräftig, eine große gesättigte Fläche kann auf der Südseite ausbleichen, wenn die Pigmente des gewählten Produkts nicht lichtecht sind, und er stößt in vielen Gemeinden an die örtlichen Bauvorschriften. Wer eine blaue Fläche möchte, ist mit Taubenblau oder Pastellblau als Fassadenfarbe und Himmelblau als Akzent meist besser beraten. Einen Überblick über die zarten Töne gibt der Ratgeber zu Pastellfarben an der Fassade.

Gestaltungssatzung: wann ein Blau genehmigt werden muss

Ob Himmelblau an Ihrem Haus erlaubt ist, entscheidet nicht die Farbkarte, sondern das Ortsrecht. In vielen Altstädten und Neubaugebieten legen Gestaltungssatzungen oder Bebauungspläne fest, welche Farben eine Fassade haben darf. Ein aktuelles Beispiel ist die Gestaltungssatzung „Altstadt Gernsbach“ (Stand 22.01.2026), erlassen auf Grundlage von § 74 der Landesbauordnung Baden-Württemberg. Sie unterscheidet zwischen Hauptfarbe und Akzentfarbe und legt die Werte nach dem Natural Color System (NCS) fest.

Für die Hauptfarbe der verputzten Fassade schreibt die Satzung einen Farbton mit höchstens 20 Prozent Schwarzanteil und höchstens 20 Prozent Buntanteil vor. Für untergeordnete Bauteile wie Sockel, Laibungen, Gesimse, Klappläden, Türen und Tore sind dagegen ausdrücklich abweichende Akzentfarben zulässig; Klappläden müssen dort aus Holz sein, Fensterrahmen weiß oder dunkelbraun. Ein gesättigtes Mittelblau wie Himmelblau liegt erkennbar über dem Buntanteil, den eine solche Regel für die Fläche erlaubt. An hölzernen Läden und an der Tür ist es dagegen genau die Art von Akzent, die die Satzung vorsieht.

Andere Gemeinden regeln das anders, manche gar nicht. Prüfen Sie vor dem Anstrich, ob für Ihr Grundstück eine Satzung oder ein Bebauungsplan mit Farbvorgaben gilt, und fragen Sie im Zweifel beim Bauamt nach. Wie Sie dabei vorgehen und welche Farbregeln es typischerweise gibt, erklärt der Ratgeber welche RAL-Farben das Bauamt an der Fassade erlaubt.

Kombinationen, die mit Himmelblau funktionieren

Himmelblau ist kühl und gesättigt. Daraus folgt die Grundregel: Es braucht ruhige, neutrale Partner, die ihm nicht die Aufmerksamkeit streitig machen. Warme Weißtöne mildern seine Kühle, kühle Grautöne betonen sie, und natürliches Holz bringt einen Gegenpol in Braun.

FassadeRAL 5015 anFenster und RahmenWirkung
RAL 9010 ReinweißLäden und HaustürRAL 9016 Verkehrsweißklassisch, maximaler Kontrast
RAL 9001 CremeweißLädenHolz naturweicher, ländlich
RAL 1013 PerlweißHaustür und ZaunRAL 9001 Cremeweißwarm, gelassen
RAL 7035 LichtgrauHaustürRAL 7016 Anthrazitgraumodern, kühl
Roter KlinkerHaustürRAL 9016 Verkehrsweißkräftig, norddeutsch geprägt

Zwei Kombinationen funktionieren selten: Himmelblau neben einem zweiten gesättigten Ton wie Signalgelb oder Feuerrot, weil beide um Aufmerksamkeit konkurrieren, und Himmelblau auf einer graubeigen Fassade, weil der warme Grauton neben dem reinen Blau schmutzig wirken kann. Ob eine Kombination an Ihrem Haus trägt, sehen Sie am verlässlichsten auf einem Foto der eigenen Fassade; nach welchen Regeln sich Fassade, Fenster und Akzente generell abstimmen lassen, zeigt der Leitfaden zu Farbkombinationen an der Hausfassade.

Lack, Holzschutzfarbe, Pulver, Fassadenfarbe: ein Code, verschiedene Ergebnisse

RAL 5015 beschreibt einen Farbton, nicht eine Oberfläche. Derselbe Code sieht als Hochglanzlack auf einer glatten Tür satter und dunkler aus als als matte Holzschutzfarbe auf einem sägerauen Zaun, und eine Pulverbeschichtung auf Aluminium wirkt gleichmäßiger als ein gestrichener Holzladen. Wer Läden, Tür und Zaun in „demselben“ Blau möchte, sollte deshalb möglichst ähnliche Glanzgrade wählen, idealerweise seidenmatt für alle Holzteile, und akzeptieren, dass ein werkseitig beschichtetes Aluminiumteil daneben minimal anders aussieht.

Auch die Alterung unterscheidet sich. Pigmente reagieren unterschiedlich auf UV-Licht; auf der Südseite verliert ein Anstrich mit wenig lichtechten Pigmenten schneller an Sättigung als auf der Nordseite. Fragen Sie beim Kauf nach der Lichtechtheit des Farbtons im konkreten Produkt, und planen Sie für Läden und Zaun, die besonders viel Sonne abbekommen, einen Auffrischungsanstrich früher ein als für die geschützte Haustür.

Bestellen, prüfen, Menge rechnen

  1. Nicht vom Bildschirm bestellen. Zwischen 5015, 5012 und 5014 liegen am Monitor Nuancen, am Haus deutlich sichtbare Unterschiede. Besorgen Sie ein physisches RAL-Muster oder lassen Sie sich ein Musterblech geben.
  2. Den Prüfwert erfragen. Für Putzflächen auf WDVS den Hellbezugswert und den TSR-Wert des abgetönten Produkts schriftlich bestätigen lassen, denn bei 19 entscheidet die Kommastelle.
  3. Probefläche anlegen. Einen Laden oder ein Zaunfeld zuerst streichen und an zwei Tagen, morgens und nachmittags, ansehen.
  4. Fläche ehrlich rechnen. Ein Ladenpaar für ein Fenster von 1,00 m mal 1,30 m besteht aus zwei Flügeln von etwa 0,55 m mal 1,35 m. Das sind rund 1,5 m² pro Seite, also rund 3 m² für Vorder- und Rückseite, dazu die Kanten. Bei sechs Fenstern kommen Sie auf etwa 18 m², bei Lamellenläden auf ein Vielfaches. Die Verbrauchsangabe je Quadratmeter steht im Technischen Merkblatt des gewählten Lacks.

Der schnellste Test vor der Bestellung: ein Foto der Fassade hochladen, RAL 5015 auf die Läden legen und daneben dieselbe Ansicht mit RAL 5012 und RAL 5014 rendern. Der Unterschied zwischen klar, heller und gedämpft ist auf dem eigenen Haus deutlicher zu sehen als auf jeder Farbkarte.

Quellen und Referenzen

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Häufige Fragen

Welchen Hellbezugswert hat RAL 5015 Himmelblau?
RAL 5015 Himmelblau hat einen Hellbezugswert von 19; Prosol Farben nennt 19, die Datenbank RALfarbpalette.de einen Lichtreflexionswert von 19,03. Damit liegt der Ton knapp unter der Grenze von 20, die für Anstriche auf Wärmedämm-Verbundsystemen gilt.
Darf man ein WDVS in RAL 5015 streichen?
Nur mit einem solar-reflektierenden Beschichtungssystem. Nach DIN 55699 und BFS-Merkblatt Nr. 21 sind Anstriche unter HBW 20 auf WDVS nicht geeignet; Caparol verlangt bei HBW zwischen 10 und 20 eine Fassadenfarbe mit TSR-Wert von mindestens 25 in mindestens zwei Lagen. Die Freigabe des Systemherstellers sollten Sie schriftlich einholen.
Was ist der Unterschied zwischen RAL 5015 Himmelblau und RAL 5012 Lichtblau?
Lichtblau ist etwas heller und zieht leicht Richtung Cyan, Himmelblau ist satter und ein reineres Blau. Lichtblau liegt mit einem Lichtreflexionswert von 23,21 über der WDVS-Grenze von 20, Himmelblau mit 19,03 knapp darunter.
Welche Farben passen zu Himmelblau an der Fassade?
Ruhige, neutrale Partner: Reinweiß RAL 9010, Cremeweiß RAL 9001 oder Perlweiß RAL 1013 als Fassade, Verkehrsweiß RAL 9016 oder Holz natur für Fenster, Lichtgrau RAL 7035 mit Anthrazitgrau RAL 7016 für einen modernen Look. Ein zweiter gesättigter Ton daneben konkurriert dagegen mit dem Blau.
Wo setzt man RAL 5015 am besten ein?
An Fensterläden, Haustür, Gartenzaun, Toren und kleinen Akzentflächen wie Fensterfaschen. Dort gilt die WDVS-Grenze nicht, und der klare Ton wirkt vor einer weißen oder cremeweißen Fassade am stärksten. Als Hauptfarbe einer ganzen Fassade ist er selten und in vielen Gestaltungssatzungen nicht vorgesehen.

Erwähnte Markennamen (Sherwin-Williams, Benjamin Moore, Behr, Caparol, Brillux, Sto, Alpina, Valspar, PPG, Glidden, Dulux, Crown, Sandtex, Farrow & Ball, Johnstone's, Leyland) sind Eigentum der jeweiligen Inhaber. FacadeColorizer ist unabhängig und mit keiner dieser Marken affiliiert. Nominative fair use gemäß Lanham Act §1125.

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