RAL 7004 Signalgrau: HBW 35, Fassade, Fenster und Tore
Ratgeber

RAL 7004 Signalgrau: das neutrale Mittelgrau mit Hellbezugswert 35, und wo es an Fassade, Sockel, Fenstern und Toren passt

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RAL 7004 Signalgrau: offizieller Bildschirmwert, Hellbezugswert 35, Vergleich mit Fenstergrau und Silbergrau, dazu Fassade, Sockel, Fenster und Tore.
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RAL 7004 Signalgrau ist ein mittelhelles, fast vollkommen neutrales Grau aus der Farbsammlung RAL CLASSIC, auf Englisch „Signal grey“. Die RAL gGmbH zeigt den Ton auf ihrer offiziellen Farbtonseite mit dem Bildschirmwert #969799. Sein Hellbezugswert liegt bei 35: Prosol Farben nennt genau diesen Wert, die Farbdatenbank RALfarbpalette.de einen Lichtreflexionswert von 34,79. Damit liegt Signalgrau klar über der Grenze von 20, die für Anstriche auf Wärmedämm-Verbundsystemen gilt, und auch über der strengeren Grenze von 30 für Glattputze. Als Fassadenfarbe ist der Ton technisch unkritisch; an Sockel, Fensterrahmen, Garagentor und Zaun wirkt er als ruhiger Mittelton zwischen Weiß und Anthrazit.

Dieser Ratgeber trennt offizielle Angaben, Herstellerwerte und eigene Berechnungen, vergleicht Signalgrau mit Fenstergrau, Silbergrau, Platingrau und Steingrau und zeigt, an welchen Bauteilen der Ton am besten funktioniert. Wie sich die Grautöne in das Gesamtbild der aktuellen Fassadengestaltung einfügen, zeigt der Überblick zu den Fassadenfarben-Trends 2026.

Die Messwerte: was RAL 7004 objektiv ist

Die RAL gGmbH führt für 7004 den deutschen Namen Signalgrau, den englischen Namen Signal grey und einen Bildschirmwert. Einen Hellbezugswert nennt die Farbtonseite nicht. Die folgende Tabelle trennt deshalb sauber zwischen offiziellen Angaben, Herstellerwerten und dem, was sich aus dem Bildschirmwert berechnen lässt.

KennwertWertQuelle
Offizieller NameSignalgrau (englisch: Signal grey)RAL gGmbH
FarbsammlungRAL CLASSIC, Grautöne der 7000er-ReiheRAL gGmbH
Bildschirmwert#969799 (RGB 150 / 151 / 153)RAL gGmbH, digitale Darstellung
CIELab (Näherung)L* 62,4 / a* 0,0 / b* -1,2berechnet aus sRGB, Lichtart D65
Hellbezugswert (Hersteller)35Prosol Farben
Farbtonwert beim HerstellerRGB 155 / 155 / 155Prosol Farben
Lichtreflexionswert (Datenbank)34,79RALfarbpalette.de
Rechnerischer Wert aus dem Bildschirmwertrund 31eigene Berechnung (relative Leuchtdichte Y)

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Die Lab-Werte erklären den Charakter des Tons. Ein a* von 0,0 bedeutet: weder Rotstich noch Grünstich. Ein b* von -1,2 bedeutet einen kaum messbaren Hauch ins Kühle. Signalgrau gehört damit zu den neutralsten Mittelgrautönen der RAL-Sammlung. Zum Vergleich: Für RAL 7030 Steingrau ergibt dieselbe Rechnung aus dem offiziellen Bildschirmwert #8C8C83 ein b* von +4,8, also den bekannten beige-grünlichen Unterton; für RAL 7001 Silbergrau (#8B949B) ergibt sie ein b* von -4,8, also einen sichtbaren Blaustich. Signalgrau liegt genau zwischen beiden Lagern.

Die Farbdatenbank RALfarbpalette.de beschreibt 7004 als helles bis mittleres Grau zwischen kühlen und neutralen Tönen, mit einem dezenten bläulichen Unterton und einem zurückhaltenden, technischen Charakter. Die Rechnung bestätigt die Richtung, zeigt aber auch, wie klein dieser Blauanteil ist: Neben einem echten Blaugrau wie Silbergrau wirkt Signalgrau fast farblos. Genau das macht den Ton an Gebäuden so vielseitig, denn er nimmt die Farbe des Umgebungslichts an, statt einen eigenen Stich mitzubringen.

Hellbezugswert: warum die Angaben zwischen 31 und 35 liegen

Der Hellbezugswert (HBW) beschreibt, wie viel sichtbares Licht eine Fläche zurückwirft. Caparol definiert die Skala im Ratgeber zum Hellbezugswert so, dass Schwarz dem Wert 0 und Weiß dem Wert 100 entspricht, und weist darauf hin, dass der HBW nur den sichtbaren Teil der Sonnenstrahlung erfasst. Infrarot und UV bleiben außen vor; dafür gibt es den TSR-Wert, der die gesamte Sonnenstrahlung berücksichtigt.

Für RAL 7004 gibt es drei Zahlen. Prosol Farben nennt einen Hellbezugswert von 35, RALfarbpalette.de einen Lichtreflexionswert von 34,79, und die Umrechnung des Bildschirmwerts #969799 in die relative Leuchtdichte ergibt rund 31. Die Abweichung hat einen einfachen Grund: Herstellerwerte beruhen in der Regel auf Messungen an einer physischen Farbprobe, der Bildschirmwert ist dagegen eine digitale Näherung. RALfarbpalette.de weist selbst darauf hin, dass RAL-Farben auf Computerbildschirmen nicht ganz authentisch wirken und eine physische Farbkarte die sichere Referenz ist.

Für die Praxis heißt das: Planen Sie mit 35 und lassen Sie sich den Wert für das konkrete Produkt bestätigen, denn Fassadenfarbe, Lack und Pulverbeschichtung im selben RAL-Ton können je nach Pigmentierung und Glanzgrad leicht abweichen. Bei Signalgrau ist das unkritisch, weil alle drei Zahlen deutlich über den Grenzwerten des übernächsten Abschnitts liegen.

Signalgrau im Vergleich mit Fenstergrau, Silbergrau, Platingrau und Steingrau

Wer „ein mittleres Grau“ sucht, findet in der RAL-Karte rund ein Dutzend Kandidaten, die auf dem Bildschirm fast gleich aussehen und an der Wand verschieden wirken. Die Tabelle ordnet sie nach dem Hellbezugswert von Prosol Farben; die Bildschirmwerte stammen von den Farbtonseiten der RAL gGmbH, der Unterton aus der Lab-Berechnung dieser Bildschirmwerte.

RALNameBildschirmwertHBWUnterton
7035Lichtgrau#C2C6C358neutral, minimal grünlich
7038Achatgrau#ADB0A945leicht warm, grünlich
7040Fenstergrau#969CA136kühl, leicht bläulich
7004Signalgrau#96979935neutral, Hauch kühl
7001Silbergrau#8B949B32deutlich bläulich
7036Platingrau#94929232neutral, minimal rötlich
7042Verkehrsgrau A#8C919031neutral, leicht grünlich
7045Telegrau 1#8C909431leicht kühl
7030Steingrau#8C8C8329warm, beige-grünlich
7037Staubgrau#797B7B23neutral, dunkler

Der wichtigste Vergleich ist der mit RAL 7040 Fenstergrau. Beide Töne sind praktisch gleich hell (36 gegen 35), Fenstergrau ist aber spürbar kühler: Sein b* liegt bei -3,4 statt -1,2. Auf einem kleinen Farbmuster sind die beiden kaum auseinanderzuhalten; nebeneinander auf großen Flächen, etwa Fensterrahmen in 7040 vor einer Fassade in 7004, wirkt Fenstergrau eine Spur bläulicher. Wer zu einem bestehenden Fenster in 7040 eine Fassade oder ein Tor sucht, kann Signalgrau deshalb als neutralere Variante desselben Helligkeitsniveaus einsetzen, ohne dass ein Bruch entsteht.

RAL 7001 Silbergrau ist drei Punkte dunkler und der klar blaustichigere Ton. Wie sich Silbergrau an der Fassade gegen Lichtgrau, Fenstergrau und Weißaluminium schlägt, zeigt der Ratgeber zu RAL 7001 Silbergrau an der Fassade. Wer dagegen ein Grau mit einem Hauch Wärme sucht, ohne ins Beige zu kippen, landet bei RAL 7036 Platingrau: gleich hell wie Silbergrau, aber neutral bis minimal rötlich. Deutlich warm ist erst RAL 7030 Steingrau, das mit Naturstein und braunen Dachziegeln harmoniert.

Nach oben schließt RAL 7035 Lichtgrau mit einem Hellbezugswert von 58 an, nach unten RAL 7037 Staubgrau mit 23. Signalgrau sitzt genau in der Mitte: dunkel genug, um sich von weißen Fenstern sichtbar abzusetzen, und hell genug, um auf einer gedämmten Fassade keine Sonderprodukte zu brauchen. Eine Gesamtübersicht mit allen gängigen Grautönen von Lichtgrau bis Anthrazit bietet der Komplettguide zur grauen Fassadenfarbe.

Die WDVS-Frage: was ein Hellbezugswert von 35 bedeutet

Dunkle Farben erwärmen sich in der Sonne stärker. Auf einem Wärmedämm-Verbundsystem wird das zum technischen Problem, weil die Dämmung die Wärme nicht nach innen ableitet und der dünne Putz die Temperaturschwankungen allein aufnehmen muss. Caparol nennt im Hellbezugswert-Ratgeber für eine schwarze Fassade Temperaturen um 80 Grad Celsius und begründet damit die vorgeschriebene HBW-Grenze von 20 für WDVS.

Der Technische Leitfaden WDVS von KEIM, Kapitel Gestaltung (Stand 07/2026) fasst die Regel zusammen: Nach DIN 55699:2017-08, Absatz 5.3.1, und dem BFS-Merkblatt Nr. 21 sind Anstriche mit einem Hellbezugswert unter 20 nicht für WDV-Systeme geeignet. Für Glattputze als Oberputz ist die Grenze mit 30 festgelegt. Signalgrau liegt mit 35 über beiden Werten. Ein TSR-Nachweis oder eine solar-reflektierende Spezialfarbe ist für diesen Ton deshalb nicht nötig, solange der Hersteller des Dämmsystems den Anstrich freigibt.

Auch für massive, hoch wärmedämmende Wände ohne WDVS gibt es eine Regel. Die Technische Information Nr. 100 von Caparol (Amphibolin, Stand März 2026) verlangt auf monolithischen hochwärmegedämmten Wandbildnern bei einem HBW unter 30 besondere Maßnahmen, zum Beispiel einen zusätzlichen mineralischen Armierungsputz mit vollflächiger Gewebeeinlage auf dem Leichtunterputz; unter 20 kommt eine solar-reflektierende Fassadenfarbe mit TSR-Wert von mindestens 25 hinzu. Auch diese Schwelle von 30 unterschreitet Signalgrau nicht.

Faustregel für RAL 7004

Putzfassade auf WDVS: möglich, auch mit Glattputz. Massive Wand aus hochwärmedämmendem Mauerwerk: möglich ohne Zusatzmaßnahmen nach der 30er-Regel. Sockel, Fensterrahmen, Tor, Zaun: immer möglich. Vorsicht nur beim Abdunkeln: Schon RAL 7037 Staubgrau liegt mit 23 unter der Glattputz-Grenze, RAL 7005 Mausgrau mit 18 sogar unter der WDVS-Grenze.

Ein Detail wird oft übersehen: Die Grenze gilt für den Wert des fertigen Anstrichs, nicht für den Namen auf der Farbkarte. Der Abstand zwischen 35 und der Glattputz-Grenze von 30 ist komfortabel, aber nicht riesig. Wer einen Glattputz auf WDVS plant und eine Fassadenfarbe eines Herstellers wählt, dessen Farbtonsystem RAL 7004 nur nachmischt, sollte sich den HBW der fertigen Mischung bestätigen lassen. Wie die dunkleren Grautöne mit dieser Regel umgehen, zeigen die Ratgeber zu RAL 7039 Quarzgrau und RAL 7016 Anthrazitgrau.

Signalgrau als Fassadenfarbe: Wirkung und passende Architektur

Weil Signalgrau kaum einen eigenen Stich hat, verändert es sich mit dem Licht stärker als ein warmes oder kühles Grau. RALfarbpalette.de beschreibt den Ton als ausgewogen und stabil unter verschiedenen Lichtverhältnissen; in der Praxis bedeutet das: Unter bedecktem Himmel wirkt die Fassade sachlich und kühl, in der Abendsonne nimmt sie einen leicht warmen Schimmer an, ohne ins Beige zu kippen. Auf einer Nordfassade wirkt der Ton meist dunkler und kühler als auf der Südseite. Wer zwei Fassadenseiten mit unterschiedlicher Ausrichtung hat, sollte das Muster deshalb auf beiden Seiten prüfen.

Am stärksten wirkt Signalgrau an klaren, modernen Baukörpern: Kubus mit Flachdach, Bungalow, Stadthaus mit glattem Putz. Hier unterstreicht das neutrale Grau die Geometrie, ohne mit Holz, Glas oder Metall zu konkurrieren. An einem klassischen Einfamilienhaus mit Satteldach funktioniert der Ton ebenfalls, vor allem in Verbindung mit weißen Fenstern und Fensterläden: Das rotbraune Ziegeldach bringt die Wärme ins Bild, die Fassade bleibt ruhig.

Auf der ganzen Fassade wirkt ein Ton im Tageslicht meist heller als auf dem kleinen Musterkärtchen; wer ein deutlich dunkleres Ergebnis erwartet, denkt besser in Richtung Staubgrau. Welche Grautöne an der Fassade in welchen Produkten der großen Hersteller erhältlich sind, ordnet der Markenvergleich zur grauen Fassadenfarbe ein.

Zweigeschossiges Einfamilienhaus mit Satteldach, dessen Putzfassade in Signalgrau RAL 7004 gestrichen ist; weiße Fensterläden und Fenster, Holzhaustür, Ziegeldach und weißes Garagentor unverändert
Signalgrau RAL 7004 nur auf dem Putz: Fensterläden, Fenster, Holztür, Dach und Garagentor bleiben, wie sie sind. So sehen Sie, wie das neutrale Mittelgrau neben Weiß und Holz wirkt.

Sockel in Signalgrau oder unter Signalgrau

Am Sockel spielt Signalgrau zwei Rollen. Die erste: als Sockelton unter einer hellen Fassade. Unter Reinweiß RAL 9010 (HBW 85 bei Prosol), Cremeweiß RAL 9001 (76) oder Lichtgrau RAL 7035 (58) setzt ein Sockel in 7004 einen klaren, aber weichen Abschluss. Der Helligkeitsabstand von 40 bis 50 Punkten zu den Weißtönen reicht, damit der Sockel als eigene Zone gelesen wird, ohne das Haus nach unten zu beschweren, wie es ein Anthrazitsockel tut.

Die zweite Rolle: Signalgrau als Fassade über einem dunkleren Sockel. Hier bieten sich RAL 7012 Basaltgrau (HBW 14 bei Prosol), RAL 7024 Graphitgrau (9) oder Anthrazitgrau RAL 7016 (8) an. Der dunkle Sockel versteckt Spritzwasser und Schmutz besser als ein Mittelgrau und gibt der neutralen Fassade einen grafischen Rahmen. Welche Paare aus heller Fassade und dunklem Sockel sich bewährt haben, zeigt der Ratgeber hellgraue Fassade mit dunkelgrauem Sockel.

Technisch gilt am Sockel: Der Farbcode ist das kleinere Thema. Spritzwasser, Streusalz und mechanische Belastung durch Fahrräder oder Mülltonnen verlangen ein Beschichtungssystem, das für den Sockelbereich freigegeben ist. Caparol beschreibt für matte bis seidenmatte Fassadenfarben in dunklen Tönen den sogenannten Schreibeffekt, helle Streifen nach mechanischer Beanspruchung. An einem Mittelgrau wie 7004 fällt er weniger auf als an Anthrazit; einplanen sollte man ihn an stark beanspruchten Stellen dennoch. Die Auswahl der Sockelprodukte erklärt der Ratgeber zur Sockelfarbe außen.

Fensterrahmen, Haustür und Fensterläden

An Fensterrahmen ist Signalgrau die neutrale Alternative zum namensgebenden Fenstergrau RAL 7040. Beide sind gleich hell; Signalgrau wirkt neben weißem Putz sachlicher, Fenstergrau neben Glas und Himmel etwas frischer. Neben einer cremeweißen Fassade (RAL 9001) kann der leichte Blaustich von 7040 kühl wirken, Signalgrau fügt sich dort ruhiger ein. Bei neuen Fenstern entscheidet die Farbkarte des Fensterherstellers, welche Töne als Folie oder Beschichtung lieferbar sind. Bestehende Rahmen lassen sich umstreichen: Wie das bei Kunststoff gelingt, zeigt die Anleitung zum Streichen von Kunststofffenstern, für Holzfenster der Komplettguide Fenster streichen und lackieren.

Eine Haustür in Signalgrau ist dezent: Sie fügt sich ein, statt einen Akzent zu setzen. Das passt zu Häusern, bei denen Holz, Klinker oder ein Vordach die Aufmerksamkeit tragen. Wer dagegen einen Akzent will, wählt für die Tür einen klaren Ton und lässt Signalgrau als ruhigen Hintergrund arbeiten. Ein gesättigtes Blau wie RAL 5015 Himmelblau an Haustür und Läden oder ein tiefes Rot wie RAL 3003 Rubinrot leuchtet vor einem neutralen Grau stärker als vor Weiß, weil der Helligkeitskontrast kleiner ist und die Farbe selbst in den Vordergrund tritt.

Umgekehrt funktioniert auch ein Haus mit weißem Putz und Klappläden in Signalgrau: Die Läden rahmen jedes Fenster ein, ohne die Fassade so stark zu gliedern wie dunkelgrüne oder dunkelblaue Läden. Lamellenläden sind technisch anspruchsvoller als eine Wand, weil sie beidseitig bewittert werden und viele Kanten haben; Holzläden brauchen einen deckenden Lack oder eine deckende Holzschutzfarbe. Die Arbeitsschritte erklärt der Ratgeber zum Streichen von Klappläden.

Garagentor, Zaun und Geländer

Für Metallbauteile wird RAL 7004 auch als Pulverbeschichtung und als Metalllack angeboten. Beim Bestellen gilt: Die RAL-Nummer legt nur den Farbton fest, nicht den Glanzgrad und nicht die Oberflächenstruktur. Ein Garagentor in „RAL 7004, glatt, glänzend“ wirkt satter und etwas dunkler als dasselbe Tor in „RAL 7004, Feinstruktur, matt“. Geben Sie deshalb immer alle drei Angaben an, und lassen Sie sich bei Tor, Zaun und Geländer ein Muster derselben Oberfläche zeigen.

Viele Torhersteller unterscheiden zwischen einer Standardfarbe, einer Auswahl an Vorzugsfarben und einem Aufpreis für „RAL nach Wahl“. In welche Gruppe 7004 bei einem bestimmten Modell fällt, steht in dessen Farbkarte; es lohnt sich, vor der Bestellung zu prüfen, ob ein Vorzugston wie Fenstergrau oder Lichtgrau den gleichen Zweck erfüllt.

Für einen Holzzaun kommt eine deckende, auf RAL 7004 abgetönte Holzschutzfarbe infrage; eine Lasur gibt den Ton nicht wieder. Bei verzinktem Stahl ist die Untergrundvorbereitung entscheidend: Die Technische Information zu Amphibolin verweist für verzinkte Flächen auf die Reinigung nach BFS-Fachregel Nr. 5 und begrenzt dort die Abtönmenge.

Kombinationen, die mit Signalgrau funktionieren

Weil Signalgrau neutral ist, verträgt es fast jeden Partner. Die Kunst liegt darin, nicht zu viele Grautöne mit unterschiedlichem Unterton zu mischen. Fünf erprobte Schemata, jeweils mit den Hellbezugswerten von Prosol Farben:

SchemaFassadeFenster und RahmenSockelAkzent
Hell mit grauem SockelRAL 9010 Reinweiß (85)RAL 7004 Signalgrau (35)RAL 7004 SignalgrauHolztür, natur
Signalgrau klassischRAL 7004 SignalgrauRAL 9016 Verkehrsweiß (87)RAL 7016 Anthrazitgrau (8)Haustür in 7016
GrafischRAL 7004 SignalgrauRAL 7016 AnthrazitgrauRAL 7024 Graphitgrau (9)Holzlattung oder Cortenstahl
Ton in TonRAL 7035 Lichtgrau (58)RAL 7004 SignalgrauRAL 7012 Basaltgrau (14)keiner, bewusst ruhig
Mit FarbakzentRAL 7004 SignalgrauRAL 9016 VerkehrsweißRAL 7012 BasaltgrauHaustür in RAL 5015 Himmelblau

Was man vermeiden sollte: Signalgrau direkt neben einem warmen Grau wie Steingrau oder Achatgrau an derselben Fassade. Beide wirken für sich harmonisch; nebeneinander verstärkt der Kontrast die Untertöne, und das neutrale Grau erscheint plötzlich bläulich, das warme grünlich-beige. Wer zwei Grautöne kombinieren will, bleibt besser in einer Familie: neutrale Töne (7035, 7004, 7037) oder warme Töne (7038, 7030). Einen Überblick über weiße Fassaden mit dunklen Fenstern als Gegenmodell gibt der Ratgeber zu weißer Fassade mit anthrazitfarbenen Fenstern.

Gestaltungssatzung und Bebauungsplan

Grau gilt bei Bauämtern selten als problematisch, aber „selten“ ist nicht „nie“. Bebauungspläne und örtliche Gestaltungssatzungen können Fassadenfarben über Farbfächer, Hellbezugswerte oder Farbfamilien regeln; in Ortskernen sind manchmal nur erdige oder weiße Töne vorgesehen. Ein neutrales Mittelgrau mit HBW 35 fällt in vielen Satzungen unter zulässige gedeckte Töne, verbindlich ist aber allein der Text Ihrer Gemeinde. Wie Sie herausfinden, was in Ihrem Baugebiet gilt, und wann ein Farbwechsel genehmigt werden muss, erklärt der Ratgeber welche RAL-Farben an der Fassade erlaubt sind.

Bestellen, prüfen, Menge rechnen

RAL 7004 ist eine Farbtonvorgabe, kein Produkt: Jeder Hersteller mischt den Ton aus eigenen Pigmenten nach. Die Technische Information zu Amphibolin gibt dazu zwei Hinweise, die für jeden abgetönten Fassadenanstrich sinnvoll sind: Das Material muss vor der Verarbeitung auf Farbtongenauigkeit geprüft werden, weil Beanstandungen nach der Verarbeitung nicht mehr anerkannt werden; und um farbtoneinheitliche Beschichtungen zu erzielen, ist der Untergrund gleichmäßig saugend einzustellen. Bei einem Mittelgrau zeichnen sich Ansätze und ungleich saugende Stellen in der Regel deutlicher ab als bei Weiß.

Bestellen Sie immer mit vollständiger Angabe: Produkt, „RAL 7004 Signalgrau“, Glanzgrad und Gebindegröße. Lassen Sie eine ausreichend große Musterfläche an der Fassade anlegen, nicht nur ein Farbkärtchen, und betrachten Sie sie morgens, mittags und abends, auf der Sonnen- und auf der Schattenseite. Ein Mittelgrau verändert sich im Tagesverlauf deutlicher als ein Weiß.

Ein Rechenbeispiel für eine verputzte Massivwand ohne WDVS: Ein Einfamilienhaus hat 140 Quadratmeter Wandfläche, davon 20 Quadratmeter Fenster und Türen. Bleiben 120 Quadratmeter. Caparol gibt für Amphibolin einen Verbrauch von ca. 120 ml/m² pro Arbeitsgang auf glattem Untergrund an, auf rauen Flächen entsprechend mehr. Zwei Anstriche ergeben 120 × 0,12 × 2 = 28,8 Liter. Mit einem Zuschlag für einen strukturierten Putz sind drei Gebinde à 12,5 Liter (37,5 Liter) eine realistische Bestellung; den genauen Verbrauch ermittelt eine Probebeschichtung. Wichtig: Amphibolin ist laut Technischer Information nicht für WDVS geeignet. Auf einem gedämmten Haus nehmen Sie das Produkt, das der Systemhersteller freigibt, und rechnen mit dessen Verbrauchswerten.

Vor dem Muster an der Wand können Sie die Wirkung am eigenen Hausfoto prüfen: Fassade in Signalgrau, Rahmen in Weiß oder Anthrazit, Sockel eine Stufe dunkler. So klären Sie vorab, ob das neutrale Mittelgrau zu Dach und Umgebung passt oder ob ein wärmerer Ton wie Platingrau besser wirkt.

Quellen und Referenzen

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Häufige Fragen

Welchen Hellbezugswert hat RAL 7004 Signalgrau?
RAL 7004 Signalgrau hat einen Hellbezugswert von 35; Prosol Farben nennt 35, die Datenbank RALfarbpalette.de einen Lichtreflexionswert von 34,79. Damit liegt der Ton über der WDVS-Grenze von 20 und auch über der Grenze von 30, die für Glattputze gilt.
Darf man ein WDVS in RAL 7004 streichen?
Ja, aus Sicht des Hellbezugswerts ist das möglich. Nach DIN 55699 und BFS-Merkblatt Nr. 21 sind erst Anstriche unter HBW 20 für WDVS ungeeignet, für Glattputze liegt die Grenze bei 30. Signalgrau erreicht 35. Verwenden Sie trotzdem eine Fassadenfarbe, die der Hersteller des Dämmsystems freigibt, und lassen Sie sich den HBW der fertigen Mischung bestätigen.
Was ist der Unterschied zwischen RAL 7004 Signalgrau und RAL 7040 Fenstergrau?
Beide sind praktisch gleich hell, Prosol nennt für Fenstergrau 36 und für Signalgrau 35. Fenstergrau hat einen leichten Blaustich, Signalgrau ist fast vollkommen neutral. Auf kleinen Mustern sind sie kaum zu unterscheiden, auf großen Flächen nebeneinander wirkt Fenstergrau eine Spur kühler.
Ist RAL 7004 ein warmes oder ein kaltes Grau?
Weder noch: Signalgrau ist ein neutrales Mittelgrau mit einem kaum messbaren Hauch ins Kühle. Aus dem offiziellen Bildschirmwert #969799 ergibt sich ein a* von 0,0 und ein b* von -1,2. Steingrau RAL 7030 ist deutlich wärmer, Silbergrau RAL 7001 deutlich blauer.
Welche Farben passen zu Signalgrau an der Fassade?
Bewährt sind Verkehrsweiß RAL 9016 oder Anthrazitgrau RAL 7016 für Fenster, Basaltgrau RAL 7012 oder Graphitgrau RAL 7024 für den Sockel und Holz natur als warmer Akzent. Als Sockelton passt Signalgrau unter Reinweiß RAL 9010 oder Lichtgrau RAL 7035. Vermeiden sollte man direkte Nachbarschaft mit warmen Grautönen wie Steingrau.

Erwähnte Markennamen (Sherwin-Williams, Benjamin Moore, Behr, Caparol, Brillux, Sto, Alpina, Valspar, PPG, Glidden, Dulux, Crown, Sandtex, Farrow & Ball, Johnstone's, Leyland) sind Eigentum der jeweiligen Inhaber. FacadeColorizer ist unabhängig und mit keiner dieser Marken affiliiert. Nominative fair use gemäß Lanham Act §1125.

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