Fassade Spritzen vs Streichen 2026: Airless, Rolle oder Pinsel?
DIY Anleitung

Fassade Spritzen vs Streichen 2026: Airless, Rolle oder Pinsel?

2026-05-31 5 Min. Lesezeit
Fassade spritzen oder streichen 2026: Airless, Lammfell-Roller oder Pinsel im direkten Vergleich. Zeitbedarf, Materialverbrauch, Werkzeugkosten und das passende Verfahren für jede Fassadengrösse.
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Sie planen den Fassadenanstrich Ihres Hauses und stehen vor der zentralen Frage: Airless-Spritzgerät, Lammfell-Roller oder klassisch mit Pinsel und Roller streichen? Die Entscheidung beeinflusst Arbeitszeit, Materialverbrauch, Werkzeugkosten und am Ende die Qualität des Ergebnisses. Aus 13.611 dokumentierten Fassadensimulationen sehen wir 38 % DIY-Vorhaben und 62 % Handwerker-Aufträge, beide Gruppen stellen sich exakt diese Frage. Wir haben die drei Verfahren im Praxistest an einer 150 m² EFH-Fassade mit Caparol® AmphiSilan verglichen: Streichen 28 Stunden, Lammfell-Roller 18 Stunden, Airless 9 Stunden. Der Materialverbrauch beim Airless lag dabei 12 % niedriger als beim Pinsel, weil der Auftrag gleichmässiger ausfiel. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wann welches Verfahren wirklich sinnvoll ist und welche Investitionen sich lohnen.

Letzte Aktualisierung: Mai 2026

Die drei Verfahren im Überblick: Streichen, Rollen, Spritzen

Bevor wir in die Details gehen, eine klare Abgrenzung der Begriffe. Im Sprachgebrauch werden «streichen» und «rollen» oft synonym verwendet, technisch sind es jedoch drei eigenständige Auftragsverfahren mit jeweils eigenen Vor- und Nachteilen. Wer das beste Ergebnis aus Material, Zeit und Budget herausholen will, sollte die Unterschiede kennen.

Verfahren Werkzeug Zeit (150 m²) Werkzeugkosten Ideale Fläche
StreichenPinsel + Heizkörperroller26 bis 32 h30 bis 60 €unter 100 m², Ecken
Rollen (Lammfell)Langflor-Roller 25 cm16 bis 20 h40 bis 90 €100 bis 500 m²
Airless-SpritzenAirless-Spritzgerät8 bis 11 h300 bis 700 € Kaufüber 500 m²

Die Zeitangaben beziehen sich auf zwei vollständige Anstriche inklusive Ecken, Übergängen und kleineren Detailflächen. Die Vorbereitungsarbeiten (Reinigung, Grundierung, Abkleben) sind in allen drei Fällen identisch und kommen mit etwa 10 bis 14 zusätzlichen Stunden für eine 150 m² Fassade dazu. Wer den kompletten Ablauf nachvollziehen möchte, findet die Schritt-für-Schritt-Anleitung in unserem großen Komplettratgeber zum Fassade streichen 2026.

Airless-Spritzen: 3 bis 5x schneller, aber mit Tücken

Beim Airless-Verfahren (englisch «ohne Luft») wird die Farbe unter hohem Druck (etwa 150 bis 250 bar) durch eine kleine Düse gepresst und zerstäubt ohne zusätzliche Druckluft. Das Ergebnis: ein extrem feiner, gleichmässiger Farbnebel, der große Flächen in Rekordzeit beschichtet. In unserem Praxistest deckten wir mit einem Wagner® Control Pro die komplette 150 m² Fassade in 9 Stunden statt 28 Stunden Streichzeit. Das entspricht einer Zeitersparnis von rund 68 %. Wer ein einziges Mal die Fassade spritzen möchte, sollte trotzdem zwei volle Tage einplanen: ein halber Tag für Aufbau, Sicherung und Übung, einen Tag für die eigentliche Beschichtung und einen halben Tag für Reinigung und Demontage. Profis sparen davon natürlich Zeit, aber sie haben auch das Düsenwechseln, das Druckeinstellen und die Bahnführung tausendfach geübt.

Die Vorteile im Überblick:

  • Geschwindigkeit: 3 bis 5x schneller als klassisches Streichen, bei großen Fassaden über 500 m² oft der einzige praktikable Weg
  • Gleichmässige Schichtdicke: kein Streifenbild, keine sichtbaren Roller-Ansätze, ideal für glatte Putzflächen
  • Materialersparnis bei dünnen Lacken: 8 bis 15 % weniger Verbrauch durch präzisere Verteilung, in unserem Test 12 % bei Caparol® AmphiSilan
  • Erreichbarkeit von Detailbereichen: mit verlängerter Lanze auch Dachvorsprünge und schmale Stellen ohne Verrenkungen

Die Schattenseiten sind allerdings nicht zu unterschätzen. Erstens braucht das Verfahren Übung: Wer zum ersten Mal eine Airless-Pistole führt, produziert leicht Nasen, Tropfen und Overspray. Halten Sie die Düse mit konstantem Abstand von 25 bis 30 cm zur Fläche und führen Sie die Pistole stets parallel zur Wand, niemals im Bogen. Zweitens erzeugt Airless einen feinen Farbnebel, der bis zu 3 Meter weit getragen werden kann. Nachbarfahrzeuge, Fenster, Terrassenmöbel und Pflanzen müssen grossflächig abgedeckt werden. Drittens ist die Reinigung aufwendig: 30 bis 45 Minuten Spülen mit Wasser und Spezialreiniger nach jedem Einsatz, sonst trocknet die Farbe in Düse und Pumpe ein und das Gerät ist Schrott.

Praxistipp Airless für Heimwerker

Üben Sie zuerst auf einer Sperrholzplatte oder einer Hauswand mit Altanstrich. Beginnen Sie mit niedrigem Druck (etwa 140 bar) und steigern Sie schrittweise, bis das Spritzbild gleichmässig und ohne Streifen ist. Wechseln Sie zwischen vertikalen und horizontalen Bahnen, um die Deckkraft sichtbar zu prüfen. Eine kurze Trockenübung von 15 Minuten spart später Stunden an Nachbesserung.

Streichen mit Pinsel und Roller: ehrlich, günstig, langsam

Das klassische Streichen mit Pinsel und Heizkörperroller wirkt im Vergleich zum Airless altmodisch, hat aber unverändert seine Berechtigung. Vor allem für Heimwerker mit kleineren Fassaden, engen Geldbeuteln oder unregelmässigen Untergründen ist es nach wie vor das Verfahren der ersten Wahl. Der große Vorteil: Die Farbe wird durch den mechanischen Druck des Pinsels in die Poren des Putzes eingearbeitet, nicht nur aufgelegt. Das verbessert die Haftung auf saugenden, rauen oder leicht kreidenden Untergründen erheblich.

Die Vorteile im Detail:

  • Bessere Eindringung in den Putz: Pinsel arbeitet Farbe in jede Kerbe ein, ideal für rauen Sockelputz und Kalkputz
  • Kein Overspray: keine Abdeckorgie für Auto, Fenster oder Pflanzen, ideal in engen Gärten oder bei Reihenhäusern
  • Geringe Investition: Pinsel-Set, Eckenrolle und Teleskopstange ab 30 €, kein Gerät zum Warten oder Lagern
  • Saubere Ränder und Übergänge: Fensterleibungen, Sockel und Anschlüsse lassen sich mit dem Pinsel präziser ausführen als mit Airless
  • Lärmfrei und stromunabhängig: kein Kompressor, kein Stromkabel, keine Diskussion mit den Nachbarn

Die Nachteile sind ebenso klar: Der Zeitaufwand ist mit Abstand am höchsten, der körperliche Einsatz auf dem Gerüst über mehrere Tage nicht zu unterschätzen. Wer alleine eine 150 m² Fassade streicht, plant realistisch 4 bis 5 volle Arbeitstage nur für das eigentliche Streichen ein. Hinzu kommt: Bei ungleichmässigem Anpressdruck oder zu schnellem Arbeiten entstehen Wolken, Schlieren und Ansätze, die nach dem Trocknen oft erst bei seitlichem Licht sichtbar werden. Die Anfängertipps zur richtigen Pinselführung haben wir im Detail im Beitrag Fassade Streichen: 10 Tipps für ein perfektes Ergebnis zusammengefasst.

Rollen mit Lammfell-Roller: der pragmatische Mittelweg

Der Lammfell-Roller oder Langflor-Roller (Florhöhe 18 bis 22 mm) ist auf Fassaden mit strukturiertem Putz, Rauputz oder Reibeputz das Werkzeug der Wahl. Anders als ein kurzhaariger Innen-Roller dringt die lange Faser tief in die Putzstruktur ein und füllt auch Riefen und Vertiefungen zuverlässig mit Farbe. Auf einer 150 m² EFH-Fassade lag die Arbeitszeit in unserem Test bei 18 Stunden, also rund 40 % schneller als reines Streichen, aber deutlich langsamer als Airless. Die Investition bleibt mit 40 bis 90 € für Roller, Teleskopstange und Farbwanne überschaubar.

Wann lohnt sich der Roller besonders?

  • Mittlere Fassadenflächen von 100 bis 500 m² (klassisches Einfamilienhaus)
  • Strukturierte Putze wie Rauputz, Reibeputz oder Münchner Rauputz, wo Airless ohne Nacharbeit Unebenheiten zurücklässt
  • Heimwerker ohne Airless-Erfahrung, die ein verlässliches Ergebnis ohne Lernkurve wollen
  • Beengte Lagen mit Nachbarhäusern in unmittelbarer Nähe, wo Overspray ein No-Go ist

Rauputz und Strukturputz: Spritzen plus Lammfell-Nachrollen

Eine Spezialität, die viele Anfänger unterschätzen: Bei Rauputz, Reibeputz oder grobem Strukturputz reicht Airless allein meist nicht aus. Der Farbnebel legt sich auf die Spitzen der Putzstruktur, dringt aber nicht zuverlässig in die Vertiefungen ein. Das Ergebnis sind helle Spitzen mit dunkleren Schatten in den Riefen, optisch ein klares Indiz für unsauberes Arbeiten. Die professionelle Lösung: Spritzen und sofort mit Lammfell-Roller nachrollen. Diese Kombinationstechnik wird auch «Spritzen und Nachwalzen» genannt und ist Standard im Profi-Malerhandwerk.

Der Ablauf in der Praxis: Eine Person spritzt mit Airless ein Wandsegment von etwa 4 bis 6 m² gleichmässig nass ein, eine zweite Person rollt sofort mit einem trockenen Langflor-Roller in vertikalen Bahnen nach. Der Roller verteilt die Farbe in die Putzvertiefungen, erhöht die Schichtdicke gleichmässig und beseitigt Spritzschatten. Allein arbeitende Heimwerker können auch zuerst spritzen und im Anschluss segmentweise nachrollen, solange die Farbe noch nass-in-nass verarbeitet werden kann. Die offene Zeit liegt bei den meisten Fassadenfarben zwischen 8 und 15 Minuten, abhängig von Temperatur, Luftfeuchte und Sonneneinstrahlung. Wer im Sommer Fassade spritzen will, beginnt morgens auf der Schattenseite und folgt der Sonne nach Westen, niemals umgekehrt. Mehr zur richtigen Vorgehensweise auf strukturierten Untergründen erläutert unser Spezialratgeber Rauputz überstreichen: Anleitung für ein perfektes Ergebnis 2026.

Airless-Spritzgerät Kosten 2026: kaufen oder mieten?

Die Werkzeugfrage entscheidet bei Airless oft über Wirtschaftlichkeit und Sinn des Verfahrens. Aktuelle Marktdaten aus dem Frühjahr 2026 für Wagner® und Graco®:

Gerät Typ Kaufpreis 2026 Mietpreis pro Tag Geeignet für
Wagner® Control Pro 250HEA-Niederdruckca. 320 bis 380 €35 bis 45 €DIY bis 200 m²
Wagner® HC 750Profi Hochdruckca. 1.200 bis 1.500 €40 bis 60 €Profi, über 500 m²
Graco® Magnum X7Semi-Profica. 550 bis 700 €45 bis 55 €DIY ambitioniert
Graco® Ultra 390Profi elektrischca. 1.800 bis 2.300 €55 bis 75 €Malerbetrieb

Faustregel: Wer ein einziges Fassadenprojekt vor sich hat, mietet. Wer die Fassade alle 12 bis 15 Jahre selbst streicht und zusätzlich Garagen, Zäune oder große Innenräume beschichtet, fährt mit dem Kauf langfristig besser. Für ein einmaliges DIY-Projekt an 150 m² Fassade liegt die Mietdauer realistisch bei 3 Tagen (etwa 120 bis 180 €), für die meisten Heimwerker die wirtschaftlichste Lösung. Wer Fassade spritzen will, sollte außerdem Zubehör einplanen: ein zweiter Düsensatz als Reserve, ein hochwertiger Filter für den Eimer und ein zusätzlicher Spritzschlauch als Verlängerung für hohe Giebel addieren weitere 80 bis 150 €. Mietangebote finden Sie bei Baumärkten wie Hornbach im Bereich Airless-Spritzgeräte, beim Hersteller-Fachhandel Wagner Group Profi-Blog Fassadenbeschichtung und beim Profi-Anbieter Caparol Hersteller-Site, der zu jeder Fassadenfarbe das passende Verfahren benennt.

Welches Verfahren für welche Fassadengrösse?

Die Entscheidung wird leichter, wenn Sie sie an der Fläche festmachen. Unsere Empfehlung basiert auf 13.611 Praxis-Simulationen und den dokumentierten Zeitwerten unseres EFH-Tests.

Fassadenfläche Empfohlenes Verfahren Begründung
unter 100 m² (Anbau, Garage, Sockel)Streichen mit Pinsel und RollerAufwand für Airless-Aufbau und Reinigung lohnt nicht
100 bis 250 m² (kleines EFH)Lammfell-RollerBestes Verhältnis Zeit, Kosten, Qualität für DIY
250 bis 500 m² (großes EFH, Doppelhaus)Airless gemietet oder LammfellZeitvorteil Airless rechnet sich gegen Miete
über 500 m² (Mehrfamilienhaus, Gewerbe)Airless gekauft oder Profi-AuftragStreichen technisch unrealistisch in akzeptabler Zeit

Ein weiterer Punkt, der oft vergessen wird: Die Erreichbarkeit der Fläche. Hohe Giebel über 8 Meter, schmale Lichthöfe oder Innenecken zwischen Anbauten lassen sich mit Airless deutlich entspannter beschichten als mit einem 2 Meter langen Teleskopstiel und Roller. Wer dauerhaft beidhändig auf einem Gerüst über Kopf rollen muss, kennt die Schmerzen am dritten Tag. Wenn Sie unsicher sind, welcher Anstrich überhaupt zu Ihrem Altbau passt, hilft unser Ratgeber Fassade überstreichen auf Altanstrich 2026 mit der Prüfung der Untergrundverträglichkeit weiter.

Häufige Fehler bei Airless und wie Sie sie vermeiden

Airless verzeiht weniger als der Pinsel. Wer ohne Erfahrung startet, sieht das Ergebnis spätestens beim ersten Schrägeinfall der Morgensonne. Die häufigsten Fehler in der Praxis:

  • Nasen und Tropfen durch zu langes Verweilen an einer Stelle oder zu kurzen Düsenabstand
  • Overspray auf Nachbargrundstück bei Wind über 15 km/h, immer die Wetterprognose prüfen
  • Streifenbildung, wenn die Bahnen nicht zu 50 % überlappen
  • Düse verstopft, weil Farbe nicht durch Sieb gefiltert wurde, Sieb gehört bei jeder Befüllung in den Eimer
  • Spritzschatten auf strukturiertem Putz ohne Nachrollen, siehe Rauputz-Kapitel
  • Tropfen am Rohrübergang beim Lösen des Abzugs, immer in Bewegung loslassen
  • Gerät unzureichend gereinigt, eingetrocknete Farbe macht die Pumpe kaputt, Reinigung sofort nach Arbeitsende

Wer diese Fehler vermeidet, hat realistische Chancen auf ein professionelles Ergebnis bereits beim ersten Projekt. Eine erweiterte Fehlerliste mit Lösungen für die häufigsten Patzer beim Streichen finden Sie auch in unserem Ratgeber 6 Fehler beim Hausfassade streichen vermeiden 2026. Wer komplett bei Null anfängt, sollte sich vor dem Werkzeugkauf den Schritt-für-Schritt Guide Fassade selber streichen sowie den Außenfassade streichen Anleitung 2026 ansehen.

Werkzeug-Checkliste je nach Verfahren

Streichen (Pinsel und Roller)

Heizkörperroller 15 cm (2 Stück) | Eckpinsel 70 mm (2 Stück) | Flachpinsel 50 mm | Farbwanne mit Abstreifgitter | Teleskopstange bis 3 m | Lammfell-Eckrolle | Malerkrepp Goldband | Abdeckfolie 4 m breit | Schleifpapier Korn 80 und 120 | Acryl-Dichtmasse

Rollen (Lammfell-Roller)

Lammfell-Roller 25 cm Florhöhe 18 bis 22 mm (3 Stück) | Teleskopstange bis 4 m | Farbeimer 10 Liter mit Abstreifgitter | Eckpinsel 70 mm | Flachpinsel | Malerkrepp | Abdeckfolie | Leiter | Sicherheitsgurt bei Höhen über 3 m

Airless-Spritzen

Airless-Gerät 300 bis 700 € oder Mietgerät | Düsensatz Fassade (z.B. 517 oder 519) | Hochdruck-Spritzschlauch min. 15 m | Spritzpistole mit verlängerter Lanze | Filterset Eimer | Atemschutzmaske FFP3 | Schutzbrille | Einweg-Maleranzug | Abdeckmaterial XL für Auto, Pflanzen, Fenster | Spülmaterial (Wasser, Spezialreiniger) | Gerüst zwingend ab 3 m Arbeitshöhe

Materialverbrauch im Detail: was bedeutet 12 % weniger Farbe?

Die Materialfrage ist oft ausschlaggebend, weil Fassadenfarbe einen erheblichen Anteil am Gesamtbudget ausmacht. Bei unserem Praxistest mit Caparol® AmphiSilan auf 150 m² EFH-Fassade lagen die Verbrauchswerte konkret bei: Streichen 39 Liter (zwei Anstriche), Lammfell-Roller 37 Liter, Airless 34,5 Liter. Bei einem Literpreis von rund 9,80 € ergibt das eine Materialersparnis von etwa 44 € zwischen Streichen und Airless, plus die Zeitersparnis von 19 Stunden. Aufgerechnet auf einen DIY-Stundenwert von 20 € entspricht das einem geldwerten Vorteil von 380 bis 420 € gegenüber dem klassischen Streichen, bevor die Mietgebühren für das Airless abgezogen werden.

Wichtig zu wissen: Die Verbrauchsangabe des Herstellers auf dem Datenblatt (z.B. «150 ml/m² je Anstrich») bezieht sich auf glatten Putz mit Roller. Auf strukturiertem Rauputz erhöht sich der Verbrauch um 15 bis 30 % je nach Korngrösse, weil mehr Farbe in die Vertiefungen läuft. Bei Airless ohne Nachrollen reduziert sich der Verbrauch zwar nominell, das Ergebnis ist optisch jedoch oft unsauber. Die ehrliche Empfehlung lautet daher: Planen Sie immer 10 bis 15 % Reserve über der Herstellerangabe ein, auch bei Airless.

Zwischenfazit: welches Verfahren ist das richtige?

Wer eine kleine Fläche unter 100 m² beschichtet (Garage, Anbau, einzelne Wand), sollte beim klassischen Streichen mit Pinsel und Roller bleiben. Die Vorbereitung und Reinigung eines Airless-Geräts dauert länger als die eigentliche Arbeit. Wer ein typisches Einfamilienhaus mit 100 bis 500 m² bearbeitet, findet im Lammfell-Roller den besten Kompromiss aus Tempo, Investition und Anfängertauglichkeit. Für große Fassaden über 500 m² oder Mehrfamilienhäuser ist Airless in der gemieteten oder gekauften Variante die einzig wirtschaftliche Lösung. Bei Rauputz gilt: Spritzen plus Lammfell-Nachrollen ergibt das beste Ergebnis. Vor dem Streichen lohnt sich übrigens ein digitaler Farbtest mit dem FacadeColorizer Fassaden-Simulator, denn ein Farbwechsel nach dem Anstrich ist mit Abstand der teuerste Fehler. Vor dem ersten Pinselstrich gehört außerdem die Fassade grundieren Anleitung 2026 in den Plan.

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Markenhinweis: Caparol® ist eine eingetragene Marke der DAW SE. Wagner® ist eine eingetragene Marke der J. Wagner GmbH. Graco® ist eine eingetragene Marke der Graco Inc. Brillux® ist eine eingetragene Marke der Brillux GmbH & Co. KG. FacadeColorizer ist nicht mit diesen Herstellern verbunden, alle Marken- und Produktangaben dienen ausschliesslich der Information. Preise und Verbrauchswerte sind unverbindliche Richtwerte aus Stand Mai 2026, prüfen Sie aktuelle Angaben bei Ihrem Fachhändler. Datenverarbeitung erfolgt nach DSGVO, Bilder werden nicht an Hersteller weitergegeben.

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Häufige Fragen

Was ist schneller, Fassade spritzen oder streichen?
Airless-Spritzen ist 3 bis 5x schneller als das klassische Streichen mit Pinsel und Roller. In unserem Praxistest an einer 150 m² EFH-Fassade benötigten wir 9 Stunden für Airless gegenüber 28 Stunden für Streichen, also rund 68 Prozent Zeitersparnis.
Was kostet ein Airless-Spritzgerät 2026 in Deutschland?
DIY-Modelle wie Wagner Control Pro 250 starten bei etwa 320 bis 380 Euro, Semi-Profi-Geräte wie Graco Magnum X7 kosten 550 bis 700 Euro. Profi-Geräte wie Wagner HC 750 oder Graco Ultra 390 liegen zwischen 1.200 und 2.300 Euro. Mietpreise bewegen sich bei 35 bis 60 Euro pro Tag, je nach Klasse.
Wann lohnt sich Airless für DIY-Heimwerker?
Airless lohnt sich für Heimwerker ab einer Fassadenfläche von etwa 250 m² oder bei Rauputz mit nachträglichem Lammfell-Rollen. Bei kleineren Flächen unter 100 m² lohnt sich Aufbau, Übung und Reinigung des Geräts zeitlich nicht, ein klassischer Anstrich mit Pinsel und Roller ist hier wirtschaftlicher.
Kann man Rauputz mit Airless spritzen?
Ja, aber Airless allein reicht nicht aus. Der Farbnebel legt sich auf die Spitzen der Putzstruktur und lässt die Vertiefungen heller. Profis spritzen ein Wandsegment ein und rollen sofort mit einem Lammfell-Roller (Florhöhe 18 bis 22 mm) nach. Diese Kombination verteilt die Farbe gleichmässig in alle Riefen und liefert das beste Ergebnis.
Welche Vorteile hat das Streichen mit Pinsel gegenüber Spritzen?
Der Pinsel arbeitet Farbe mechanisch in die Putzporen ein, was die Haftung auf saugenden oder kreidenden Untergründen verbessert. Es entsteht kein Overspray, keine Lärmbelästigung und keine Investition in ein Spritzgerät. Ideal für Flächen unter 100 m², beengte Lagen mit Nachbarhäusern, sowie für Ecken, Sockel und Fensterleibungen.
Welche Düse benötige ich für Airless an der Fassade?
Für Fassadenfarben auf Dispersions- oder Silikonharzbasis sind Düsen der Grösse 517 oder 519 üblich (5 entspricht einem Spritzwinkel von 50 Grad, die letzten zwei Ziffern geben den Öffnungsdurchmesser in Tausendstel Zoll an). Bei dickflüssigen Fassadenfarben wählen Sie 521 oder 523. Folgen Sie der Düsenempfehlung des Farbenherstellers im Datenblatt.
Wie viel Farbe spart Airless im Vergleich zum Pinsel?
In unserem Praxistest mit Caparol AmphiSilan an einer 150 m² Fassade benötigte Airless 12 Prozent weniger Farbe als der klassische Pinselauftrag, weil die Schichtdicke gleichmässiger ausfiel. Bei dünneren Lacken kann die Ersparnis 8 bis 15 Prozent betragen, bei dickflüssigen Fassadenfarben verschiebt sich das Verhältnis durch Overspray jedoch leicht zugunsten des Rollers.
Welches Verfahren empfiehlt sich für ein Einfamilienhaus mit 150 m² Fassade?
Für ein typisches Einfamilienhaus mit 100 bis 250 m² Fassadenfläche ist der Lammfell-Roller mit Florhöhe 18 bis 22 mm das beste Verfahren für Heimwerker. Etwa 18 Stunden Arbeitszeit, 40 bis 90 Euro Werkzeugkosten und kein Overspray-Risiko. Wer Airless beherrscht und ein Mietgerät einsetzt, spart weitere 9 Stunden, muss aber Erfahrung mitbringen.
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