Laut Bundesverband Farbe und Sachwertschutz entfallen 2026 rund 68 % des deutschen Fassadenfarben-Marktes auf drei Hersteller: Caparol (DAW SE, Ober-Ramstadt), Brillux (Münster) und Sto (Stühlingen). Wer eine Fassade sanieren lässt, steht fast immer vor dieser Entscheidung. Die drei Marken unterscheiden sich in Preisgestaltung, Haltbarkeit, Farbpalette und WDVS-Zulassung deutlich. Dieser Vergleich 2026 basiert auf aktuellen Händlerpreisen, DIN-EN-1062-Prüfungen und Erfahrungen aus über 200 Malerbetrieben. Simulieren Sie Ihre Wunschfarbe vorab am eigenen Haus: Fassaden-Simulator öffnen.
Die drei Marken im Schnellvergleich
Alle drei Hersteller bieten das komplette Sortiment: Silikonharz-, Silikat-, Dispersions- und Nanofarben. Die Unterschiede liegen im Detail — und im Preis pro Quadratmeter.
| Kriterium | Caparol | Brillux | Sto |
|---|---|---|---|
| Preis/Liter Silikonharz | 6,80–9,20 € | 7,50–10,50 € | 9,00–13,00 € |
| Top-Produkt Fassade | ThermoSan NQG | Evocryl 200 | StoColor Lotusan |
| Haltbarkeit (Jahre) | 12–15 | 12–14 | 15–20 |
| Farbpalette (Nuancen) | über 1.000 (Caparol 3D) | über 2.100 (Scala) | über 800 (StoColor System) |
| WDVS-Zulassung | Ja (Capatect) | Ja (Brillux WDVS) | Ja (StoTherm) |
| Zielgruppe | Profi + Heimwerker | Profi (nur Fachhandel) | Profi + Premium-Objekte |
Caparol: der Marktführer mit breitester Verfügbarkeit
Caparol gehört zur DAW SE und ist mit rund 30 % Marktanteil die meistverkaufte Fassadenfarbe in Deutschland. Die Marke punktet mit breiter Verfügbarkeit (auch bei Hornbach, OBI und Bauhaus), einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis und dem patentierten Nano-Quarz-Gitter (NQG), das Fassaden langfristig vor Algen und Pilzen schützt.
Das Flaggschiff Caparol ThermoSan NQG kostet je nach Händler zwischen 6,80 und 9,20 € pro Liter. Die Farbe ist gemäß DIN EN 1062-1 in Klasse V1 (hohe Wasserdampf-Durchlässigkeit) und W3 (geringe Wasseraufnahme) eingestuft — ideal für WDVS-Fassaden. Der Haltbarkeitsnachweis liegt bei 12 bis 15 Jahren.
Schwäche: Bei sehr dunklen Farbtönen (HBW unter 20) verlangt Caparol einen Aufpreis für die TSR-Technologie. Zudem ist die Farbpalette mit rund 1.000 Nuancen im Vergleich zu Brillux kleiner.
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Brillux: die Profi-Marke mit größter Farbvielfalt
Brillux aus Münster ist die Nummer zwei in Deutschland und ausschließlich über Fachhändler und den Maler-Fachhandel erhältlich. Das macht die Marke bei Heimwerkern weniger populär, bei Profis dafür umso beliebter: Die Brillux Scala-Farbpalette mit über 2.100 Nuancen ist die größte im deutschen Markt.
Das Top-Produkt Evocryl 200 kostet 7,50 bis 10,50 € pro Liter. Evocryl ist eine Silikonharz-Dispersion mit hervorragender Deckkraft (Klasse 1 nach DIN EN 13300) und eignet sich für WDVS nach DIN 55699. Brillux bietet zudem das größte Schulungsangebot für Malermeister mit über 150 Seminaren pro Jahr.
Schwäche: Höhere Einstiegspreise, keine DIY-Verfügbarkeit, und die Produktvielfalt kann für Einsteiger überfordernd sein.
Sto: die Premium-Marke für anspruchsvolle Objekte
Sto aus Stühlingen im Schwarzwald ist die Premium-Marke unter den drei Herstellern. StoColor Lotusan ist berühmt für seinen biomimetischen Lotus-Effekt: Wasser perlt ab und nimmt Schmutz mit. Die Haltbarkeit liegt laut Herstellerangaben und unabhängigen Tests bei 15 bis 20 Jahren — der Spitzenwert im Vergleich.
Dafür ist Sto auch am teuersten: 9,00 bis 13,00 € pro Liter für StoColor Lotusan, und das StoTherm WDVS-System gehört zu den höchstbewerteten in Europa. Sto ist Marktführer bei Großobjekten, Architekturprojekten und Denkmalschutz-Sanierungen.
Schwäche: Hoher Preis, weniger Farbnuancen als Brillux, und Verarbeitung nur durch geschulte Fachbetriebe empfohlen.
Welche Marke passt zu welchem Projekt?
Die Wahl hängt vom Projektbudget, der Fassadenart und der gewünschten Haltbarkeit ab. Hier die Empfehlungen aus der Praxis:
- Einfamilienhaus, normale Putzfassade, mittleres Budget: Caparol ThermoSan NQG — bestes Preis-Leistungs-Verhältnis.
- Mehrfamilienhaus, WDVS, maximale Farbauswahl: Brillux Evocryl 200 mit Scala-Farbton.
- Premium-Villa, Denkmalschutz, Langzeitschutz 20 Jahre: Sto Lotusan oder StoSilco.
- DIY-Projekt ohne Fachhandelszugang: Caparol (im Baumarkt erhältlich).
- Dunkle Fassade mit TSR-Technologie: Sto X-black oder Caparol CarbonTec.
Kosten pro Quadratmeter im Vergleich
Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit 180 m² Fassadenfläche (inkl. Grundierung, zweifacher Anstrich) ergeben sich folgende Materialkosten:
| Marke | Material pro m² | Gesamtmaterial 180 m² | Gesamt mit Arbeit (VOB/C) |
|---|---|---|---|
| Caparol | 3,50–4,80 € | 630–865 € | 6.800–8.500 € |
| Brillux | 4,00–5,50 € | 720–990 € | 7.200–9.000 € |
| Sto | 5,00–7,20 € | 900–1.295 € | 8.500–11.500 € |
Die Gesamtkosten beziehen sich auf die VOB/C DIN 18363 (Maler- und Lackiererarbeiten) mit einem Stundensatz von 50 bis 65 € und Gerüstkosten von etwa 8 bis 12 € pro m².
Häufige Fragen zum Vergleich
Welche Fassadenfarbe hält am längsten?
Sto StoColor Lotusan und StoSilco haben laut Herstellerangaben und unabhängigen Langzeittests die beste Haltbarkeit mit 15 bis 20 Jahren. Caparol ThermoSan NQG liegt bei 12 bis 15 Jahren, Brillux Evocryl 200 bei 12 bis 14 Jahren. Alle drei erfüllen die Anforderungen nach DIN EN 1062 für Fassadenbeschichtungen.
Kann ich Caparol, Brillux und Sto mischen?
Nein — die Systeme sind nicht kompatibel. Grundierung, Zwischen- und Schlussbeschichtung müssen vom gleichen Hersteller stammen, sonst erlischt die Gewährleistung. Nur so gelten die Herstellergarantien und die WDVS-Zulassungen nach DIN 55699. Ein Malermeister empfiehlt Ihnen stets das passende Komplettsystem.
Welche Marke ist für Heimwerker am besten?
Caparol, weil die Farben in Baumärkten wie Hornbach, OBI oder Bauhaus frei erhältlich sind. Brillux und Sto werden nur über Fachhandel vertrieben und sind für DIY-Projekte kaum zugänglich. Für Heimwerker-Projekte unter 150 m² Fassadenfläche ist Caparol Muresko oder ThermoSan die erste Wahl.
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Die Wahl zwischen Caparol, Brillux und Sto hängt von Budget, Projektart und Haltbarkeitsanspruch ab. Testen Sie Ihre Wunschfarbe vorab am Foto Ihres Hauses mit unserem KI-Fassadensimulator. Quellen: Bundesverband Farbe und Sachwertschutz, DIN EN 1062, DIN 55699, VOB/C DIN 18363.