Greige (eine Wortmischung aus Grey und Beige) hat sich 2026 als Trendfarbton deutscher Fassaden etabliert. Laut Bundesverband Farbe und Sachwertschutz liegt Greige nach Anthrazit und Sandbeige inzwischen auf Platz drei der meistverkauften Fassadenfarben und verdrängt klassisches Cremeweiß aus dem Mittelfeld. Der Farbton verbindet die kühle Strenge moderner Grautöne mit der Wärme klassischer Beigeschattierungen, bleibt zeitlos und passt sowohl zu Neubau-Kuben als auch zu sanierten Altbauten. Doch Greige ist nicht ein einziger RAL-Ton, sondern eine Familie aus mindestens vier Nuancen: RAL 7032 Kieselgrau, RAL 7044 Seidengrau, RAL 1019 Graubeige und RAL 7030 Steingrau. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen die Hellbezugswerte (HBW) jeder Nuance, ihre Eignung für Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) und vergleicht die fünf wichtigsten Greige-Fassadenfarben von Caparol, Brillux, Sto, Alpina und Weber mit Preisen, Verarbeitungshinweisen und Langzeitverhalten.
Bevor Sie sich für einen konkreten Greige-Ton entscheiden, simulieren Sie die Wirkung am eigenen Haus: Fassaden-Simulator öffnen und die Original-Farbcodes der fünf Hersteller am Foto Ihres Hauses prüfen, bevor Sie eine 5-Liter-Probedose kaufen.
Warum 2026 überhaupt Greige? Drei Gründe dominieren die Beratungsgespräche der Malermeister: Erstens wirken reine Grautöne wie RAL 7035 oder RAL 7016 in Wohngegenden zunehmend kühl und unwohnlich, zweitens wirkt klassisches Beige nach Jahren der Bauhaus-Renaissance bei vielen Bauherren altmodisch, drittens vermittelt Greige eine ruhige Eleganz, die mit Holzelementen, hellen Klinkern und Travertin-Sockeln harmoniert. Innenarchitekten der Zeitschrift Schöner Wohnen kürten Greige zur Fassadenfarbe des Jahres 2026, und sowohl Caparol als auch Brillux führten neue Greige-Standardrezepturen in ihre Hauptkollektionen ein.
RAL-Codes für Greige: Die vier wichtigsten Nuancen
Die Greige-Familie umfasst Töne mit unterschiedlichem Anteil an Schwarz, Gelb und Rot. Je höher der Gelbanteil, desto wärmer wirkt der Greige. Je höher der Schwarzanteil, desto näher rückt der Ton an klassisches Hellgrau. Folgende vier RAL-Codes bilden 2026 das Rückgrat aller Hersteller-Mischtöne:
| RAL-Code | Bezeichnung | Charakter | HBW | WDVS-tauglich |
|---|---|---|---|---|
| RAL 7032 | Kieselgrau | Klassisch, leicht warm, grünlich | 61 | Ja, problemlos |
| RAL 7044 | Seidengrau | Edel, weicher Beigeton | 59 | Ja, problemlos |
| RAL 1019 | Graubeige | Sehr warm, sandig, gelbstichig | 39 | Ja, knapp über Grenzwert |
| RAL 7030 | Steingrau | Mineralisch, leicht kühl | 42 | Ja, problemlos |
RAL 7032 Kieselgrau ist der populärste Greige-Ton in Deutschland und seit den 1980er Jahren ein verlässlicher Klassiker. Er wirkt warm ohne gelbstichig zu sein und kombiniert sich besonders gut mit weißen Faschen (RAL 9010) und dunkelgrauen Fensterrahmen (RAL 7016). RAL 7044 Seidengrau ist die elegantere, modernere Schwester, leicht heller im sichtbaren Eindruck, aber rein technisch fast deckungsgleich. Architekten wählen RAL 7044 bevorzugt für Reihenhaus-Neubauten und Mehrfamilienhäuser, weil der Ton weniger nostalgisch wirkt als 7032.
RAL 1019 Graubeige kippt deutlich Richtung Beige und wirkt deutlich wärmer. Bei Südlage und Mittagssonne kann RAL 1019 fast cremig erscheinen, was nicht jeder Bauherr will. Der HBW von 39 liegt knapp über dem WDVS-Grenzwert von 35, weshalb manche Systemhersteller eine schriftliche Freigabe verlangen. RAL 7030 Steingrau dagegen ist der kühlste Greige-Ton und wirkt minimalistisch, fast wie ein dezenter Hellgrau mit Sandstich. Die vier Nuancen unterscheiden sich auf der Hauswand sichtbar, weshalb wir Ihnen dringend raten, alle vier am Foto Ihres Hauses zu simulieren, bevor Sie sich auf eine Hersteller-Rezeptur festlegen.
HBW-Werte und WDVS-Eignung: Greige liegt im sicheren Bereich
Der Hellbezugswert (HBW) gibt an, wie viel sichtbares Licht eine Fassadenfarbe reflektiert. Skala: 0 für Schwarz, 100 für Weiß. Für Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS, meist EPS-Dämmung) empfehlen die Hersteller einen HBW von mindestens 20, sicherer ist HBW 35 oder höher. Greige liegt mit HBW 39 bis 61 komfortabel im sicheren Bereich und kann problemlos auf alle gängigen WDVS-Systeme aufgetragen werden, ohne dass besondere TSR-Pigmente (Total Solar Reflectance) nötig wären. Das ist ein erheblicher Vorteil gegenüber Anthrazit oder Dunkelblau, wo nur Spezialfarben mit Aufpreis zulässig sind.
Konkret bedeutet HBW 50 bei Greige: Die Fassade reflektiert die Hälfte des einfallenden Sonnenlichts. Bei einer südexponierten Fassade an einem deutschen Sommertag mit 25 Grad Lufttemperatur erreicht die Oberfläche maximal 45 bis 55 Grad Celsius. Zum Vergleich: Anthrazit bei HBW 8 erreicht bis zu 80 Grad, Weiß bei HBW 90 nur 35 Grad. Greige liegt also genau im thermisch unkritischen Mittelfeld und beansprucht weder die Dämmplatten noch den Oberputz übermäßig.
Für mineralische WDVS-Systeme (Mineralwolle, Holzfaserplatten) gelten dieselben HBW-Grenzwerte. Bei besonders exponierten Lagen wie Südwest-Hochhausfassaden oder Fassaden ohne Dachüberstand schreibt der Fachverband WDVS auch für Greige eine zusätzliche Prüfung der thermischen Spannungen vor. In der Praxis ist das aber bei normalen Einfamilienhäusern und Reihenhäusern nicht relevant, Sie können ohne besondere Vorkehrungen mit jedem WDVS-Systemgeber arbeiten.
Caparol Thermosan NQG in Greige: Preis, Nano-Quarz-Gitter, Eigenschaften
Caparol Thermosan NQG ist die Premium-Silikonharzfarbe des Marktführers und in zahlreichen Greige-Tönen erhältlich, sowohl als RAL-Originalton (7032, 7044, 7030, 1019) als auch über das hauseigene 3D-Plus-System mit über 800 Mischrezepturen. Caparol bietet drei prominente Greige-Töne aus der 2026er-Trendkollektion: Greige Velour 75 (warm, leicht gelblich), Greige Sahara 50 (mittel, sandig) und Greige Granit 25 (kühl, mineralisch).
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Bindemittel | Silikonharz + Nano-Quarz-Gitter (NQG) |
| Preis pro Liter (UVP 2026) | 8,90 bis 11,20 Euro |
| Verbrauch pro m2 (2 Anstriche) | ca. 0,40 Liter |
| UV-Beständigkeit | Klasse A1 (DIN EN ISO 11507) |
| Deckkraft | Klasse 1 (DIN EN 13300) |
| Wasserdampfdurchlässigkeit | Klasse V1 (hoch) |
| Erwartete Haltbarkeit | 13 bis 16 Jahre |
| WDVS-Freigabe | Ja, für Capatect und Dritt-Systeme |
Das Nano-Quarz-Gitter (NQG) ist Caparols Patent: Mikroskopisch kleine Quarzkristalle bilden auf der Fassadenoberfläche ein dichtes mineralisches Gitter, das organische Schmutzpartikel, Algen und Rußablagerungen abweist. Regenwasser perlt ab und nimmt Schmutz mit (Lotus-ähnlicher Effekt). Vorteilhaft für Greige-Fassaden, weil mittlere Helligkeit Tropfspuren und Ablaufmuster relativ deutlich zeigt, NQG reduziert dieses Risiko erheblich.
Verarbeitung: Caparol Thermosan NQG ist sehr ergiebig dank hohem Festkörper-Anteil und braucht in der Regel keine getönte Grundierung. Bei stark saugenden Untergründen empfiehlt Caparol die Caparol Putzgrund 610 vorzunehmen. Pro Liter deckt das Produkt etwa 2,5 m2 bei zwei Anstrichen. Bei einem typischen Einfamilienhaus mit 180 m2 Fassadenfläche rechnen Sie mit 72 Litern (also 6 Eimer zu 12,5 Liter), Materialkosten zwischen 640 und 810 Euro netto. Caparol gibt 5 Jahre Hersteller-Garantie auf Farbtonstabilität bei Greige-Tönen, vorausgesetzt die Verarbeitung erfolgte gemäß Technischem Merkblatt.
Brillux Silicon-Fassadenfarbe 918 in Greige
Brillux Silicon-Fassadenfarbe 918 ist die meistverkaufte Silikonharz-Fassadenfarbe in Norddeutschland, dem Heimatmarkt des Münsteraner Herstellers. Brillux führt Greige in seiner Scala-Kollektion unter mehreren Codes: Scala 21.06.21 (RAL 7044 nah), Scala 21.06.27 (RAL 7032 nah), Scala 21.12.15 (RAL 1019 nah). Zusätzlich gibt es exklusive Brillux-Designtöne wie Driftwood 24 und Linen 18, die über die reine RAL-Skala hinausgehen und einen Hauch Grün- oder Rosastich enthalten.
Brillux 918 basiert auf einem hochwertigen Silikonharz-Bindemittel mit hoher Wasserabweisung (Klasse W3 nach DIN EN 1062-3) und gleichzeitig hoher Wasserdampfdurchlässigkeit (Klasse V1). Das ist wichtig für Greige auf mineralischen Altputzen: Die Fassade kann atmen, Restfeuchte aus dem Mauerwerk diffundiert nach außen, gleichzeitig dringt Schlagregen nicht ein. Preis: 8,40 bis 10,60 Euro pro Liter UVP 2026. Erwartete Haltbarkeit: 12 bis 14 Jahre. Die UV-Beständigkeit liegt bei Klasse A2 (leichte Abweichung unter 2 Delta E), bei Greige weniger kritisch als bei Anthrazit, weil mittlere Helligkeit Farbveränderungen kaschiert.
Brillux bietet im Maler-Fachhandel den ColorDesign-Service: Auf Wunsch wird Ihre individuelle Greige-Wunschnuance aus einem Foto oder Stoffmuster gescannt und als Sonderrezeptur gemischt, ab 50 Liter Mindestabnahme. Das ist besonders interessant für Architekten und Denkmalschutz-Sanierungen, wo der Originalfarbton einer alten Putzschicht reproduziert werden muss.
Sto StoColor Silco: Algenschutz und Lotuseffekt
Sto StoColor Silco ist die Mittelklasse-Silikonharzfarbe von Sto, dem dritten großen deutschen Hersteller. Sie ergänzt das Premium-Produkt StoColor Lotusan (mit echtem Lotus-Effekt aus der Bionik) und das Photokatalyse-Produkt StoColor Climasan. Für Greige-Fassaden bietet Sto im Hausfarbtonsystem StoColor System über 800 Nuancen, darunter klassische Greiges wie StoColor 32104 (RAL 7032 nah), StoColor 32108 (RAL 7044 nah) und Designnuancen wie Sandstein 02 oder Schilfrohr 14.
Sto StoColor Silco besitzt zwei Schlüsseleigenschaften, die Greige-Fassaden langfristig schön halten: Algen- und Pilzschutz durch eingelagerte Biozide (Filmkonservierung gemäß Biozidverordnung) und einen moderaten Lotus-Effekt durch die mikrostrukturierte Silikonharz-Oberfläche. Regenwasser perlt ab und nimmt Schmutzpartikel mit. Für das hochwertige Lotusan-Produkt mit dem patentierten biomimetischen Effekt ist der Preis höher (12,40 bis 14,80 Euro pro Liter), Sto Silco kostet 8,60 bis 10,90 Euro pro Liter UVP 2026.
Sto adressiert mit Silco besonders nordlagige Fassaden, an denen Algen- und Moosbefall ein chronisches Problem ist. Wer in waldnaher Lage baut, in der Nähe von Gewässern oder auf der schattigen Seite eines Hanggrundstücks, profitiert vom integrierten Algenschutz mehr als von TSR-Pigmenten. Auch für Greige relevant: Algen erscheinen auf mittelhellen Fassaden als grünlich-graue Schatten, die optisch sehr stören und die ohnehin warme Greige-Anmutung ins Schmutzige kippen lassen.
Alpina Fassadenweiß + ColorTester: DIY-Alternative
Im Gegensatz zu Caparol, Brillux und Sto ist Alpina über den Baumarkt-Handel (Hornbach, Obi, Bauhaus, Hagebau) erhältlich und damit die typische DIY-Wahl für Bauherren, die selber streichen. Alpina Fassadenweiß ist die Basisrezeptur, die über das hauseigene ColorTester-System in jeden Wunschton inklusive Greige eingefärbt werden kann. Alpina führt in der Feine Farben-Kollektion mehrere Designgreiges wie Tonfarbe des Atems (warm), Tonfarbe des Steins (kühl) und Tonfarbe der Geborgenheit (sandig).
Vorteil von Alpina: Die kleinen ColorTester-Dosen (je 50 Milliliter) kosten unter 5 Euro und erlauben es, vor dem Hauptkauf ein 1 m2 großes Probefeld an der Hauswand anzulegen. So sehen Sie unter realen Lichtbedingungen, wie der Greige-Ton sich verhält: bei Morgensonne kühler, bei Abendsonne wärmer, bei Bewölkung neutraler. Das ist unverzichtbar bei einer Farbinvestition von 7.000 bis 10.000 Euro.
Nachteil: Alpina basiert auf Acrylat-Dispersionen statt Silikonharz, ist daher etwas weniger wasserabweisend und weniger algenresistent. Die Haltbarkeit liegt bei 8 bis 11 Jahren, gegenüber 12 bis 16 Jahren bei den Profi-Marken. Preis: 6,90 bis 8,50 Euro pro Liter. Für geschützte Lagen (Reihenhaus mit Dachüberstand, Südseite eines geschützten Innenhofs) ist Alpina eine valide DIY-Wahl, für exponierte Fassaden im Norddeutschen Tiefland oder im Alpenvorland empfehlen wir den Aufpreis für Caparol oder Brillux.
Weber weber.pas topdry
Weber weber.pas topdry ist ein Außenseiter-Produkt, das oft übersehen wird, aber im Profi-Markt eine treue Anhängerschaft hat. Weber gehört zur französischen Saint-Gobain-Gruppe und produziert eine silikatverstärkte Silikonharzfarbe, die Eigenschaften beider Welten kombiniert: die Robustheit von Silikatfarbe mit der einfachen Verarbeitung von Silikonharz. Für Greige-Töne bietet Weber die Mischrezepturen über das hauseigene iColor-System mit RAL- und NCS-Bibliothek.
Schlüsseleigenschaft von weber.pas topdry: extrem schnelle Trocknung. Die Farbe ist nach 2 Stunden regenfest, was in den feuchten Klimaregionen Nordwestdeutschlands (Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg) ein massiver Vorteil ist. Sie können einen Streichtag selbst bei wechselhaftem Wetter sicher abschließen, ohne dass ein Schauer die frische Farbe verspült. Preis: 9,20 bis 11,40 Euro pro Liter UVP 2026, also Premium-Segment. Haltbarkeit: 13 bis 15 Jahre. Weber bietet zusätzlich eine Hersteller-Systemgarantie über 10 Jahre, wenn Sie Putz und Farbe aus dem Weber-System kombinieren.
Für Bauherren in Norddeutschland mit feuchtem Klima ist Weber unsere klare Empfehlung. Für trockenere Regionen wie Süddeutschland oder das Rheinland ist der Schnelltrocknungs-Vorteil weniger relevant, hier bieten Caparol und Brillux ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.
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Greige am eigenen Foto testenGreige kombinieren mit Weiß, Anthrazit, Holz, Stein
Greige ist ein hervorragender Spielpartner für kontrastreiche Fassadenkompositionen. Im Gegensatz zu reinem Beige (das schnell langweilig wirkt) und reinem Grau (das schnell kühl wirkt) bietet Greige genug Charakter, um neben anderen Materialien zu bestehen, aber genug Zurückhaltung, um nicht zu dominieren. Vier bewährte Kombinationen für 2026:
- Greige + Weiß (RAL 9010 oder RAL 9016): Klassiker für Reihenhausfassaden. Hauptflächen in RAL 7032 Kieselgrau, Faschen, Fensterlaibungen und Sockel in Reinweiß. Wirkt ordentlich, hell und elegant. Funktioniert besonders gut bei Sprossenfenstern und symmetrischen Fassaden.
- Greige + Anthrazit (RAL 7016): Moderne Komposition für Kuben und Bauhaus-Bauten. Hauptflächen in RAL 7044 Seidengrau, Fensterrahmen, Dach und Eingangstür in Anthrazit. Die Kombination wirkt architektonisch streng, aber wärmer als reines Anthrazit-auf-Weiß. Sehr beliebt bei Neubau-Reihenhäusern der gehobenen Mittelklasse.
- Greige + Holz (Lärche natur oder gedämpft): Skandinavischer Mix. Hauptflächen in RAL 7030 Steingrau (kühler Greige), Holzelemente an Balkonbrüstungen, Vordach und Gartentor in unbehandelter oder geölter Lärche. Holz altert silbrig-grau und harmoniert dann perfekt mit dem Greige-Untergrund. Sehr beliebt bei Niedrigenergie- und Passivhausprojekten.
- Greige + Naturstein (Travertin oder Sandstein): Mediterrane Eleganz. Hauptflächen in RAL 1019 Graubeige (warmer Greige), Sockel und Eingangsbereich verkleidet mit Travertin oder Sandstein. Diese Kombination wirkt zeitlos und stilvoll, passt zu Toskana-Anmutung ebenso wie zu modernen Stadtvillen.
Vorsicht bei der Kombination Greige + Rot oder Greige + Knallgelb: Diese Akzente kippen den weichen Charakter und wirken oft aufdringlich. Wer rote Akzente setzen will (etwa eine rote Haustür), sollte einen kühleren Greige (RAL 7030 oder RAL 7044) wählen, kein warmes RAL 1019. Die aktuellen Fassadenfarbe-Trends 2026 zeigen weitere Inspirationen, und unser Vergleich der weißen Fassadenfarben liefert konkrete Produkte für die Faschen-Kombination.
Greige beim Bebauungsplan und im Denkmalschutz
In den meisten deutschen Bebauungsplänen ist Greige uneingeschränkt zugelassen, weil die Farbe als gedeckt und ortsüblich gilt. Konkret: Greige fällt in keine Verbotskategorie der üblichen Gestaltungssatzungen, weil es weder grell, leuchtend noch fluoreszierend ist. Sie können also in 95 Prozent aller Gemeinden Greige problemlos wählen, ohne eine Sondergenehmigung des Bauamts einzuholen.
Anders sieht es in denkmalgeschützten Altstadtgebieten aus. Hier schreiben die Denkmalschutzbehörden oft eine historisch belegte Farbpalette vor, die für das jeweilige Stadtbild charakteristisch ist. In Lüneburg, Erfurt, Dresden, Bamberg, Regensburg gelten beispielsweise feste Farbkataloge mit Pastelltönen, klassischem Cremeweiß und gebrochenem Beige. Reines Greige (vor allem RAL 7032 oder RAL 7030) ist oft nicht zugelassen, weil es als zu modern oder nicht ortsüblich gilt. Was geht: RAL 1019 Graubeige liegt nahe an historischen Sandsteintönen und wird in vielen Denkmalbehörden akzeptiert.
Konkretes Vorgehen bei Denkmalschutz: Holen Sie vor dem Streichen eine schriftliche Farbgenehmigung der zuständigen Behörde ein. Legen Sie dazu eine großflächige Probe (1 m2 oder größer) an einer repräsentativen Hausstelle an. Die Behörde besichtigt die Probe und gibt entweder grünes Licht oder fordert eine alternative Nuance. In 80 Prozent der Fälle lässt sich ein passender Greige finden, der sowohl den Denkmalschutz als auch den Bauherren-Wunsch erfüllt. Mehr Details finden Sie im Ratgeber Anthrazit-Fassadenfarben im Vergleich, der die Denkmalschutz-Problematik für dunkle Töne noch ausführlicher behandelt.
Für den Vergleich mit anderen Trendfarben empfehlen wir die Lektüre des Salbeigrün-Markenvergleichs, denn auch Salbeigrün ist 2026 eine populäre Alternative zu Greige und gewinnt vor allem im Süddeutschen Markt Anteile. Eine umfassende Übersicht über die drei deutschen Hersteller-Welten Caparol, Brillux und Sto liefert unser Marken-Grundlagen-Vergleich.
FAQ: Häufige Fragen zu Greige-Fassadenfarbe
Welcher RAL-Code ist der typische Greige für eine deutsche Hausfassade?
RAL 7032 Kieselgrau ist die meistgewählte Greige-Nuance in Deutschland und gilt als sicherer Klassiker. Er hat einen Hellbezugswert von 61, ist also WDVS-tauglich ohne Sonderfreigabe und wirkt warm, ohne gelbstichig zu sein. Wer eine modernere Optik will, wählt RAL 7044 Seidengrau (HBW 59), wer es wärmer mag, geht zu RAL 1019 Graubeige (HBW 39). RAL 7030 Steingrau ist der kühlste Greige-Ton für minimalistische Fassaden.
Ist Greige auf einem Wärmedämm-Verbundsystem zulässig?
Ja, alle vier wichtigen Greige-RAL-Töne (7032, 7044, 1019, 7030) haben Hellbezugswerte zwischen 39 und 61 und liegen damit deutlich über dem WDVS-Grenzwert von 20 (sicher) bzw. 35 (empfohlen). Sie können Greige problemlos auf EPS- und Mineralwoll-WDVS auftragen, ohne Spezialfarben mit TSR-Pigmenten zu benötigen. Im Sommer bleibt die Oberflächentemperatur bei 45 bis 55 Grad Celsius und beansprucht weder Dämmplatten noch Oberputz übermäßig.
Welche Marke bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für Greige?
Caparol Thermosan NQG und Brillux Silicon-Fassadenfarbe 918 liegen im Profi-Segment mit 8,40 bis 11,20 Euro pro Liter UVP 2026 und 12 bis 16 Jahren Haltbarkeit Kopf an Kopf, Caparol punktet mit dem Nano-Quarz-Gitter, Brillux mit dem ColorDesign-Service. Sto Silco ist eine etwas günstigere Mittelklasse-Alternative mit gutem Algenschutz. Alpina ist die DIY-Wahl über den Baumarkt, günstiger (6,90 bis 8,50 Euro), aber mit 8 bis 11 Jahren Haltbarkeit nicht für exponierte Fassaden empfohlen.
Wie kombiniere ich Greige mit anderen Farben am Haus?
Vier bewährte Kombinationen: Greige + Reinweiß RAL 9010 für klassische Reihenhäuser, Greige + Anthrazit RAL 7016 für moderne Kuben, Greige + Holz (Lärche) für skandinavische Optik, Greige + Naturstein (Travertin oder Sandstein) für mediterrane Eleganz. Vorsichtig bei knalligem Rot oder Gelb, das kippt den weichen Greige-Charakter. Eine rote Haustür funktioniert nur mit kühlerem Greige (RAL 7030 oder RAL 7044), nicht mit warmem RAL 1019.
Ist Greige im Denkmalschutz erlaubt?
Im normalen Bebauungsplan ist Greige nahezu überall zugelassen, weil es als gedeckt und ortsüblich gilt. In denkmalgeschützten Altstadtgebieten (Lüneburg, Erfurt, Bamberg, Regensburg) gibt es feste historische Farbpaletten, in die reines RAL 7032 oder RAL 7030 oft nicht passt, weil sie als zu modern gelten. Akzeptiert wird meist RAL 1019 Graubeige, das nahe an historischen Sandsteintönen liegt. Vorgehen: Schriftliche Farbgenehmigung der Denkmalbehörde einholen, vorher ein 1-m2-Probefeld anlegen.
Vergleichen Sie alle vier Greige-RAL-Codes und fünf Hersteller-Mischtöne direkt am Foto Ihres Hauses, in 30 Sekunden.
Greige am eigenen Foto testenGreige ist 2026 der Trendfarbton für deutsche Hausfassaden und vereint die Eleganz klassischer Beigetöne mit der Modernität zeitgemäßer Grautöne. Die vier RAL-Codes 7032 Kieselgrau, 7044 Seidengrau, 1019 Graubeige und 7030 Steingrau bieten genug Varianz, um jeden Bauherrenwunsch zu treffen, und alle liegen mit HBW 39 bis 61 im sicheren WDVS-Bereich. Caparol Thermosan NQG, Brillux Silicon-Fassadenfarbe 918, Sto StoColor Silco, Alpina Fassadenweiß und Weber weber.pas topdry decken das gesamte Preis-Leistungs-Spektrum ab, von 6,90 bis 11,40 Euro pro Liter. Testen Sie Ihre Wunschnuance am Foto Ihres Hauses mit unserem KI-Fassadensimulator, bevor Sie eine 5-Liter-Probedose kaufen. Quellen: Bundesverband Farbe und Sachwertschutz, RAL gGmbH, DIN EN ISO 11507, DIN EN 13300, DIN EN 1062-3, Fachverband WDVS.