Testen Sie es an Ihrem Raum
Brillux führt für innen nicht eine, sondern sechs Farben auf Silikatbasis. Die bekannteste ist Profisil 1906, eine hochdeckende Silikat-Innenfarbe nach DIN 18363 mit Nassabriebklasse 2 und Deckvermögen Klasse 1. Wer eine robustere, besonders gleichmäßige Oberfläche braucht, greift zu Kalisil 1909 oder Vitasil 9009, zwei Sol-Silikat-Innenfarben mit Nassabriebklasse 1. Dazu kommen Eurosil 1907 als weiße Silikat-Innenfarbe, Klimasil 1908 als feuchtepuffernde Calciumsilikat-Beschichtung und Structosil 1914 für Perlstrukturen an der Decke. Alle sind laut Brillux konservierungsmittelfrei und vor allem für mineralische Untergründe wie Innenputz, Beton und Kalksandstein gedacht; auf Gipskarton und alten Dispersionsanstrichen brauchen sie eine passende Grundierung.
Dieser Ratgeber ordnet die Produkte nach den Kennwerten aus Praxismerkblättern, Produktseiten und Nachhaltigkeitsinformationen von Brillux, erklärt den Systemaufbau je Untergrund und zeigt, wann eine Silikatfarbe im Wohnraum sinnvoll ist und wann eine Dispersionsfarbe die einfachere Wahl bleibt. Die grundsätzlichen Eigenschaften mineralischer Innenfarben, unabhängig von der Marke, erklärt der Ratgeber Silikatfarbe innen: Vorteile und Marken; den Ablauf eines Innenanstrichs vom Abkleben bis zur Abnahme beschreibt der Leitfaden zum Streichen von Innenräumen.
Erst den Farbton im eigenen Raum sehen
Silikatfarben gibt es in Weiß und in hellen Tönen. Testen Sie vorab am Foto Ihres Zimmers, welcher helle Ton zu Boden, Licht und Möbeln passt.
Wandfarbe am eigenen Raumfoto testenDas Brillux-Sortiment an Silikat-Innenfarben auf einen Blick
Die Tabelle fasst die Angaben zusammen, die Brillux zu den sechs Produkten veröffentlicht. Die Klassen beziehen sich auf DIN EN 13300: Nassabriebbeständigkeit von 1 (am besten) bis 5, Deckvermögen (Kontrastverhältnis) von 1 (am besten) bis 4 bei der angegebenen Ergiebigkeit. Für Eurosil und Klimasil stammen die Klassen aus dem Silikat-Prospekt, den Brillux auf den Produktseiten verlinkt; für die übrigen aus Praxismerkblatt und Produktseite.
| Produkt | Produktart laut Brillux | Nassabrieb | Deckvermögen | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Profisil 1906 | hochdeckende Silikat-Innenfarbe, Dispersions-Silikatfarbe nach DIN 18363 | Klasse 2 | Klasse 1 bei 7 m²/l | Blauer Engel, für Allergiker geeignet (TÜV), stumpfmatt |
| Kalisil 1909 | Sol-Silikat-Innenfarbe nach DIN 18363 (Sol-Xtreme) | Klasse 1 | Klasse 2 bei 7 m²/l | für Streiflicht empfohlen, Blauer Engel |
| Vitasil 9009 | nachhaltige Sol-Silikat-Innenfarbe nach DIN 18363 | Klasse 1 | Klasse 1 bei 8 m²/l | nachwachsende Rohstoffe im Bindemittel (Massenbilanz), Blauer Engel |
| Eurosil 1907 | weiße Silikat-Innenfarbe | Klasse 3 (Prospekt) | Klasse 2 bei 6 m²/l (Prospekt) | nur Weiß |
| Klimasil 1908 | feuchtepuffernde Calciumsilikat-Beschichtung | Klasse 3 (Prospekt) | Klasse 1 bei 7 m²/l (Prospekt) | feinkörnig, strukturierbar, auch außen einsetzbar |
| Structosil 1914 | Silikat-Innenfarbe nach DIN 18363 mit expandiertem Glas | keine Angabe | keine Angabe | Perlstruktur für Decken, Spritzauftrag |
Testen Sie es an Ihrem Raum
Kein Foto? Beispiel testen
Wer nach älteren Bezeichnungen sucht, etwa „Silikat-Innenfarbe ELF 1806“, die in Foren noch auftaucht: Brillux schreibt im Silikat-Prospekt, das Sortiment sei mit verbesserten Rezepturen unter neuen Produktnamen und -nummern verfügbar. Maßgeblich sind die aktuellen Praxismerkblätter; bei einem Leistungsverzeichnis mit einer alten Nummer klärt die Brillux-Niederlassung das heutige Gegenstück.
Profisil 1906: die Standard-Silikatfarbe für Wand und Decke
Die Produktseite von Profisil 1906 beschreibt eine hochdeckende Silikat-Innenfarbe für hochwertige Decken- und Wandanstriche, besonders auf verkieselungsfähigen, mineralischen Untergründen. Nach einem Grundanstrich zur Haftvermittlung lässt sie sich auch auf Gipsputz, Gipskartonplatten und matten Dispersionsanstrichen einsetzen. Die Eigenschaften laut Produktseite: Dispersions-Silikatfarbe nach DIN 18363, konservierungsmittel-, lösemittel- und weichmacherfrei, für Allergiker geeignet (TÜV geprüft), schimmelpilzwidrig, nicht brennbar nach DIN EN 13501 (A2-s1,d0), stumpfmatt (G4), Nassabriebbeständigkeit Klasse 2, Deckvermögen Klasse 1 bei 7 m²/l, hoch wasserdampfdiffusionsfähig.
Das Praxismerkblatt Profisil 1906 (Stand 21.01.2026) ergänzt die technischen Daten. Werkstoffbasis ist Kaliwasserglas mit organischen Stabilisatoren; der organische Anteil liegt laut Brillux unter 5 Prozent gemäß DIN 18363, Abschnitt 2.4.1.1. Die Dichte beträgt ca. 1,5 g/cm³, der pH-Wert ca. 11. Die diffusionsäquivalente Luftschichtdicke liegt unter 0,03 m, was der Klasse V1 „hoch wasserdampfdurchlässig“ nach DIN EN 1062-1 entspricht. Der komplette Beschichtungsaufbau in Kombination mit Brillux Raufaser ist nach Angabe des Herstellers geprüft und für Allergiker geeignet.
| Kennwert Profisil 1906 | Angabe im Praxismerkblatt |
|---|---|
| Verbrauch | ca. 130 bis 150 ml/m² je Anstrich |
| Gebinde | 0095 weiß: 2,5 l, 5 l, 10 l, 15 l; Farbsystem: 2,5 l, 5 l, 15 l |
| Abtönen | bis max. 25 % mit Vollton- und Abtönfarbe 951, helleres Auftrocknen beachten |
| Verdünnung | bei Bedarf mit Fondosil 1903 und Wasser im Verhältnis 1:1 |
| Verarbeitungstemperatur | nicht unter +8 °C Luft- und Objekttemperatur |
| Trocknung (+20 °C, 65 % r. F.) | oberflächentrocken und überarbeitbar nach ca. 4 bis 6 Stunden, endgültige Verkieselung nach mehreren Tagen |
| Auftrag | Streichen, Rollen, Airless-Spritzen (Düse 0,021 bis 0,027 Inch) |
Für ein Wohnzimmer, ein Schlafzimmer oder einen Altbauflur mit Kalk- oder Kalkzementputz ist Profisil damit die naheliegende Wahl: hohe Deckkraft, ausreichend robust für normale Wohnräume und ohne Konservierungsmittel. Wie man historische Räume mit Stuck farblich behandelt, zeigt der Ratgeber zu Farben für Altbau und Stuck.
Kalisil 1909 und Vitasil 9009: Sol-Silikat mit Nassabriebklasse 1
Sol-Silikat bezeichnet bei Brillux die Kombination aus Kieselsol und Kaliwasserglas. Laut Produktseite von Kalisil 1909 ist das Bindemittel „Sol-Xtreme“; die Farbe erreicht Nassabriebklasse 1, Deckvermögen Klasse 2 bei 7 m²/l, ist stumpfmatt und nicht brennbar (A2-s1,d0), trägt den Blauen Engel UZ-102 und wird in Weiß sowie in hellen Tönen aus dem Brillux Farbsystem angeboten. Der Verbrauch entspricht mit ca. 130 bis 150 ml/m² je Anstrich dem von Profisil.
Den wichtigsten Hinweis zur Wahl zwischen beiden gibt Brillux selbst: Im Praxismerkblatt von Profisil empfiehlt der Hersteller für glatte Flächen mit Streiflicht den Einsatz von Kalisil 1909 oder einer Innendispersionsfarbe. Streiflicht entsteht etwa an langen Fluren mit Fenster am Ende, an Wänden neben bodentiefen Fenstern oder unter Deckenflutern. Dort zeigt jede Ungleichmäßigkeit Schatten, und eine besonders gleichmäßig auftrocknende Oberfläche zahlt sich aus. Die Nachhaltigkeitsinformationen zu Kalisil 1909 (Stand 20.02.2026) nennen einen VOC-Gehalt unter 500 mg/kg, einen Formaldehyd-Gehalt unter 2 mg/kg und in der AgBB-Prüfung einen TVOC-Wert unter 0,1 mg/m³; für die Bauproduktgruppe Innenfarben sind die QNG-Anforderungen erfüllt.
Vitasil 9009 ist die zweite Sol-Silikat-Innenfarbe im Sortiment. Die Produktseite von Vitasil 9009 nennt Nassabriebklasse 1 und Deckvermögen Klasse 1 bei 8 m²/l, also die besten Klassen in beiden Disziplinen, dazu Weiß und helle Töne aus dem Farbsystem. Brillux gibt an, im Bindemittel nachwachsende Rohstoffe nach dem Massenbilanzansatz einzusetzen und damit gegenüber herkömmlichen Bindemitteln über 90 Prozent CO₂ einzusparen; das ist eine Herstellerangabe zum Bindemittel, kein Wert für die ganze Farbe. Die Nachhaltigkeitsinformationen zu Vitasil 9009 (Stand 20.02.2026) weisen einen VOC-Gehalt unter 700 mg/kg aus.
Faustregel für die Wahl
Normaler Wohnraum, mineralischer Putz, Weiß oder Pastell: Profisil 1906. Streiflicht, lange Flure, stark beanspruchte Wände: Kalisil 1909. Wer zusätzlich ein Produkt mit Deckvermögen Klasse 1 und Bindemittel aus nachwachsenden Rohstoffen sucht: Vitasil 9009. Reines Weiß für Nebenräume: Eurosil 1907. Feuchtepuffer oder feine Struktur: Klimasil 1908. Perlstruktur an der Decke: Structosil 1914.
Eurosil, Klimasil und Structosil: die Spezialisten
Eurosil 1907 führt Brillux in den Nachhaltigkeitsinformationen als weiße Silikat-Innenfarbe. Laut Silikat-Prospekt liegt sie bei Nassabriebklasse 3 und Deckvermögen Klasse 2 bei 6 m²/l. Das reicht für Decken, Abstellräume und Keller mit mineralischem Putz, aber nicht für Flure, in denen Wände regelmäßig berührt oder abgewischt werden.
Klimasil 1908 beschreibt Brillux als feuchtepuffernde Calciumsilikat-Beschichtung; der Silikat-Prospekt nennt sie eine feinkörnige, strukturierbare Beschichtung auf Calciumsilikat-Basis für innen und außen. Im Praxismerkblatt von Profisil taucht Klimasil als Zwischenanstrich auf, wenn füllende oder strukturgebende Eigenschaften verlangt werden, alternativ zum faserverstärkten Silikat-Streichfüller 3639.
Structosil 1914 ist laut Produktseite eine Silikat-Innenfarbe nach DIN 18363 mit expandiertem Glas für Perlstrukturen, speziell für Deckenflächen. Sie wird gespritzt, mit einem Verbrauch von ca. 700 bis 1.000 ml/m², ist nicht brennbar (A2-s1,d0) und wird von Brillux deshalb insbesondere für Flucht- und Rettungswege genannt. Mit Silikatfarbe überstrichen eignet sie sich auch für Wandflächen. Für Privathaushalte ist sie eher ein Thema der Sanierung durch einen Fachbetrieb als ein Heimwerkerprodukt.
Was die Klassen nach DIN EN 13300 im Alltag bedeuten
DIN EN 13300 teilt Beschichtungsstoffe für Wände und Decken im Innenbereich nach Nassabrieb, Deckvermögen, Glanz und Korngröße ein. Caparol erklärt im Ratgeber zu den Nassabriebklassen, was hinter den Zahlen steckt: Klasse 1 steht für einen Schichtdickenverlust von weniger als 5 Mikrometern nach 200 Scheuerzyklen, Klasse 2 für 5 bis 20 Mikrometer, Klasse 3 für 20 bis 70 Mikrometer bei ebenfalls 200 Zyklen. Die Klassen 4 und 5 werden nur noch mit 40 Zyklen geprüft.
Für die Wahl der Brillux-Silikatfarbe heißt das: Kalisil und Vitasil (Klasse 1) verzeihen häufiges Abwischen am besten, Profisil (Klasse 2) liegt im Bereich hochwertiger Wohnraumfarben, Eurosil und Klimasil (Klasse 3) gehören an Flächen mit wenig Berührung. Beim Deckvermögen zählt immer die Ergiebigkeit dazu: Profisil erreicht Klasse 1 bei 7 m²/l, Vitasil Klasse 1 sogar bei 8 m²/l, Kalisil Klasse 2 bei 7 m²/l. Eine Farbe mit Klasse 2 kann mit einem zusätzlichen Anstrich am Ende genauso gut decken, kostet aber Material und Zeit.
Stumpfmatt ist laut Brillux bei allen diesen Silikat-Innenfarben der Glanzgrad. Das ist gestalterisch gewollt, denn die mineralische Oberfläche wirkt samtig und reflektiert kaum, hat aber eine Kehrseite: Seidenmatte Dispersionsfarben lassen sich leichter reinigen. Wo Fettspritzer oder Kinderhände dauerhaft zu erwarten sind, etwa an der Küchenrückwand oder im Kinderzimmer auf Griffhöhe, ist eine Klasse-1-Silikatfarbe die richtige Wahl, oder man weicht auf eine Dispersion aus.
Untergrund und Systemaufbau: was vor der Silikatfarbe kommt
Silikatfarben haften nicht wie eine Dispersion als Film auf der Oberfläche, sondern verbinden sich durch Verkieselung mit einem mineralischen Untergrund. Deshalb hängt der Erfolg stärker als bei Dispersionsfarben vom Untergrund ab. Das Praxismerkblatt von Profisil gibt den Aufbau je Untergrund vor:
| Untergrund | Grundanstrich | Zwischen- und Schlussanstrich |
|---|---|---|
| normal saugende Innenputze (CS I bis CS IV), Brillux Raufaser, intakte matte Dispersionsanstriche | kein eigener Grundanstrich | Profisil, bei Bedarf verdünnt, dann Profisil |
| stark saugende Innenputze, Beton, Kalksandstein, intakte Silikatanstriche | 1 bis 2 x nass in feucht Fondosil 1903 mit Wasser 1:1 | Profisil, bei Bedarf verdünnt, dann Profisil |
| intakte, glänzende Dispersionsanstriche | Haftgrund 3720 | Profisil je nach Erfordernis, dann Profisil |
| Gipsputz (B1 bis B7), Gipskarton, Gipsbauplatten | Wand-Primer 3729 oder Wand-Primer grob 3728 | Profisil je nach Erfordernis, dann Profisil |
Dazu kommen Regeln für die Vorbehandlung: Innenputze brauchen eine Mindestdruckfestigkeit von über 1,5 N/mm²; weiche und stark saugende Spachtelzonen werden mit Lacryl Tiefgrund 595 grundiert; Nachputzstellen werden fachgerecht fluatiert, bei farbiger Beschichtung ganzflächig; reversible, wasserempfindliche Anstriche wie Leimfarbe müssen gründlich abgewaschen werden. Für die Untergrundprüfung verweist Brillux auf DIN 18363 (VOB Teil C, Maler- und Lackierarbeiten), Abschnitt 3. Wer eine Raufaser überstreichen will, findet die Grundlagen im Ratgeber Raufaser streichen.
Drei Hinweise aus dem Praxismerkblatt sind für Renovierungen besonders wichtig. Erstens: Bei stark saugenden Gipsputzen wird nicht immer eine ausreichende Verfestigung erzielt; Brillux empfiehlt einen Klebeband-Abrisstest des kompletten Aufbaus. Zweitens: Bei unbehandeltem Gipskarton kann es zu durchschlagenden Verfärbungen kommen; hier sieht Brillux eine zusätzliche absperrende Beschichtung vor, etwa mit Isogrund 924, und Musteranstriche über mehrere Plattenbreiten. Drittens: Bei Renovierungsanstrichen auf wässrigen Beschichtungen können durch Feuchtigkeit in seltenen Fällen allergene Stoffe aus dem Untergrund aktiviert werden; ein Probeanstrich klärt das vorab.
Konservierungsmittelfrei: was das für Allergiker bedeutet
Wasserbasierte Wandfarben brauchen in der Regel Konservierungsmittel, damit sie im Gebinde nicht verderben. Das Umweltbundesamt nennt als wichtigste Gruppe die Isothiazolinone und bezeichnet ihre sensibilisierende Wirkung als hinlänglich bekannt. Konservierungsmittelfreie Farben schützen sich stattdessen über einen hohen pH-Wert; das UBA nennt dafür einen Wert von 11,5. Silikatfarben bringen diese Eigenschaft durch ihr Bindemittel mit: Brillux erklärt im Silikat-Prospekt, dass Kaliwasserglas die Farben natürlich alkalisch einstellt und sich Mikroorganismen in diesem Milieu nicht vermehren können. Profisil liegt laut Praxismerkblatt bei einem pH-Wert von ca. 11.
Der Blaue Engel für emissionsarme Innenwandfarben (DE-UZ 102) zertifiziert Dispersionsfarben, Dispersionssilikatfarben und Grundierungen für den Innenbereich. Seit den Kriterien, die die Jury Umweltzeichen im Dezember 2018 beschlossen hat, dürfen so gekennzeichnete Innenwandfarben nicht mehr mit bioziden Wirkstoffen konserviert werden; dazu kommen Grenzwerte für VOC und SVOC sowie Limits für Isothiazolinone und Formaldehyd aus Vorprodukten. Profisil, Kalisil und Vitasil tragen laut Brillux dieses Zeichen.
Zwei Einschränkungen gehören zur ehrlichen Einordnung. Erstens ersetzt eine schimmelpilzwidrige Farbe nicht die Ursachensuche: Wo Wände dauerhaft feucht sind, durch Wärmebrücken, fehlendes Lüften oder aufsteigende Feuchte, kommt Schimmel auch durch einen alkalischen Anstrich zurück. Zweitens ist der hohe pH-Wert beim Verarbeiten ein Thema. Brillux nennt im Praxismerkblatt eine Schutzbrille bei Spritzgefahr, Schutzhandschuhe aus Nitrilkautschuk nach EN 374 und das sorgfältige Abdecken von Glas, Klinker und Naturstein in der Umgebung.
Farbtöne: was mit Silikatfarbe innen geht
Silikatfarben werden mit mineralischen Pigmenten abgetönt; Brillux schreibt im Silikat-Prospekt, dass die Silikat-Farben ausschließlich mit anorganischen Pigmenten abgetönt werden und dadurch reine, gedeckte Töne in Matt entstehen. Für Profisil nennt das Praxismerkblatt eine Abtönung bis maximal 25 Prozent mit der Vollton- und Abtönfarbe 951 und den Hinweis, das hellere Auftrocknen der Farbtöne zu beachten. Kalisil und Vitasil gibt es laut Produktseite in Weiß und in hellen Tönen aus dem Brillux Farbsystem. Was hinter der Nummer 951 steckt, klärt der Ratgeber zu Brillux Silikatfarbe und der Abtönfarbe 951.
Für intensive, dunkle Wandfarben ist Silikat deshalb nicht die erste Wahl. Brillux selbst empfiehlt im Profisil-Merkblatt für matte Anstriche in intensiven Farbtönen einen Aufbau mit Vetrolux 3100, der die Oberfläche belastbarer macht und den „Schreibeffekt“ verringert. Wer eine kräftige Akzentwand plant, bleibt besser bei einer Dispersion; wer helle, ruhige Töne sucht, Kalkweiß, Greige, Pastellgrün oder ein helles Grau, ist mit Silikat gut bedient. Welche Töne die Brillux-Farbsysteme zur Auswahl stellen, ordnet der Ratgeber zum Brillux Farbdesigner ein.
Ein praktischer Punkt bei hellen Silikat-Tönen: Weil die Farbe heller auftrocknet und die mineralische Oberfläche das Licht anders streut als eine Dispersion, wirkt ein Ton an der Wand oft anders als auf dem Farbfächer. Ein Probeanstrich auf einem Stück Wand, das morgens und abends betrachtet wird, ist bei Silikat noch wichtiger als bei Dispersionsfarben.
Hellen Ton vorab im eigenen Zimmer prüfen
Laden Sie ein Foto Ihres Raums hoch und vergleichen Sie Weiß, Greige oder ein helles Grün an den Wänden, bevor Sie Muster bestellen. Was der Farbsimulator für Innenräume kann, erfahren Sie auf der Übersichtsseite.
Helle Wandfarben am Raumfoto vergleichenMenge berechnen: ein Beispiel für ein Wohnzimmer
Ein Wohnzimmer misst 4,5 mal 5 Meter bei 2,6 Metern Raumhöhe. Die Wandfläche beträgt 2 × (4,5 + 5) × 2,6 = 49,4 Quadratmeter; abzüglich rund 5 Quadratmeter für Tür und Fenster bleiben etwa 44 Quadratmeter. Die Decke misst 22,5 Quadratmeter. Zusammen sind das gut 66 Quadratmeter.
Bei Profisil mit ca. 130 bis 150 ml/m² je Anstrich und zwei Anstrichen ergibt das 66 × 0,13 × 2 = 17,2 Liter bis 66 × 0,15 × 2 = 19,8 Liter. Ein 15-Liter-Gebinde und ein 5-Liter-Gebinde decken das ab. Ist der Putz stark saugend, kommt ein Grundanstrich mit Fondosil 1903 hinzu, das Brillux als Konzentrat führt und im Verhältnis 1:1 mit Wasser verarbeitet. Brillux betont, dass sich genaue Verbrauchsmengen nur durch einen Probeauftrag am Objekt ermitteln lassen; rauer Putz verbraucht mehr als glatter.
Eine Preisangabe nennen wir bewusst nicht: Auf den Brillux-Produktseiten stehen Preis und Verfügbarkeit erst nach Anmeldung oder auf Anfrage. Vergleichen Sie im Angebot eines Malerbetriebs deshalb vor allem, welches Produkt mit welchem Systemaufbau ausgeschrieben ist.
Silikat oder Dispersion: wann sich Brillux-Silikat innen lohnt
Silikatfarbe spielt ihre Stärken auf mineralischem Putz, Beton und Kalksandstein aus: Sie verkieselt mit dem Untergrund, bleibt hoch diffusionsoffen und kommt ohne Konservierungsmittel aus. Auf Gipskarton im Neubau, auf alten glänzenden Dispersionsanstrichen oder unter Streiflicht ist der Vorteil kleiner, weil dort ohnehin Grundierungen nötig sind oder Brillux selbst Alternativen nennt. In diesen Fällen ist eine hochwertige Innendispersion oft die einfachere Lösung; die Brillux-Variante beschreibt der Ratgeber zu Superlux 3000, die übrigen Innenfarben der Marke ordnet die Übersicht Brillux Innenfarben im Katalog geprüft ein.
Wer die Brillux-Produkte mit dem bekanntesten Wettbewerber vergleichen möchte: Caparol bietet mit Sylitol Bio eine Innensilikatfarbe für denselben Einsatzbereich an, die im Ratgeber Caparol Sylitol Bio Innenfarbe beschrieben ist. Entscheidend ist am Ende weniger die Marke als die Passung von Produkt, Untergrund und Nutzung: Klasse 1 für stark beanspruchte Wände, Deckvermögen Klasse 1 für wenig Anstriche, Sol-Silikat für Streiflicht, und eine Grundierung, die zum Untergrund passt.
Quellen und Referenzen
- Brillux, Produktseite Profisil 1906: Produktbeschreibung, Nassabrieb Klasse 2, Deckvermögen Klasse 1 bei 7 m²/l, TÜV-Prüfung für Allergiker, Blauer Engel UZ-102, Gebinde.
- Brillux, Praxismerkblatt Profisil 1906 (Stand 21.01.2026): Werkstoffbasis, organischer Anteil, pH-Wert, sd-Wert, Abtönung, Trocknung, Beschichtungsaufbau je Untergrund, Hinweise zu Streiflicht und Intensivtönen.
- Brillux, Produktseite Kalisil 1909 und Nachhaltigkeitsinformationen Kalisil 1909 (Stand 20.02.2026): Sol-Xtreme, Nassabrieb Klasse 1, Deckvermögen Klasse 2, VOC, AgBB, QNG.
- Brillux, Produktseite Vitasil 9009 und Nachhaltigkeitsinformationen Vitasil 9009: Nassabrieb Klasse 1, Deckvermögen Klasse 1 bei 8 m²/l, Massenbilanzansatz, VOC.
- Brillux, Produktseite Structosil 1914, Nachhaltigkeitsinformationen Eurosil 1907, Nachhaltigkeitsinformationen Klimasil 1908 und Silikat-Prospekt: Produktarten, Klassen von Eurosil und Klimasil, Abtönung mit anorganischen Pigmenten.
- Caparol, Ratgeber Nassabriebklassen: Schichtdickenverlust und Scheuerzyklen der Klassen 1 bis 5 nach DIN EN 13300.
- DIN Media, DIN EN 13300: Einteilung der Beschichtungsstoffe für Wände und Decken im Innenbereich; DIN 18363: VOB Teil C, Maler- und Lackierarbeiten.
- Blauer Engel, Factsheet DE-UZ 102 Innenwandfarben (September 2023): Geltungsbereich, Verbot der Konservierung, Grenzwerte.
- Umweltbundesamt, Konservierungsmittel in wasserbasierten Wandfarben: Isothiazolinone, Sensibilisierung, pH-Wert konservierungsmittelfreier Farben.
Was unsere Kunden vor dem Kauf entdeckt haben
«Das untere Foto war mein alter Antrag, der abgelehnt wurde, und das obere ist der neue. Der Unterschied ist gering, aber für manche Bauämter macht dieser kleine Farbton den entscheidenden Unterschied: Sie lehnen reines Weiß ab und akzeptieren Cremeweiß.»
«Dank dieser Zeitersparnis konnte ich meine Preise um 10 EUR pro Anfrage senken, sowohl für Stammkunden als auch für Neukunden.»
«Cremeweiß ist top und die Sockelbereiche werden perfekt erkannt.»
Verifizierte WhatsApp-Verbatims, mit schriftlicher Zustimmung der Verfasser veröffentlicht. Vornamen aus Vertraulichkeitsgründen geändert.
Häufige Fragen
Welche Silikatfarbe für innen bietet Brillux an?
Was ist der Unterschied zwischen Brillux Profisil 1906 und Kalisil 1909?
Kann man Brillux Silikatfarbe auf Gipskarton streichen?
Ist Brillux Silikatfarbe für Allergiker geeignet?
Wie viel Brillux Silikatfarbe braucht man pro Quadratmeter?
Erwähnte Markennamen (Sherwin-Williams, Benjamin Moore, Behr, Caparol, Brillux, Sto, Alpina, Valspar, PPG, Glidden, Dulux, Crown, Sandtex, Farrow & Ball, Johnstone's, Leyland) sind Eigentum der jeweiligen Inhaber. FacadeColorizer ist unabhängig und mit keiner dieser Marken affiliiert. Nominative fair use gemäß Lanham Act §1125.