6 Fassaden, 6 RAL-Farben: welche passt zu Ihrem Haus?
Echte Hausfassaden in beliebten deutschen RAL-Tönen. Tippen Sie auf eine Variante, um diese Farbe direkt auf Ihrem eigenen Foto zu testen.
Anthrazit
weiße Fenster
Hellelfenbein
mit Anthrazit-Dach
Salbeigrün
cremeweiße Fenster
Cremeweiss
klassisch, mit Gesims
Anthrazit + Holz
moderner Mix
Terrakotta
Altbau-Charme
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Immer mehr deutsche Bauherren und Eigentümer verlangen 2026 nach ökologischen Fassadenfarben. Die Gruende sind vielfaeltig: Sorge um die Umwelt, gesundheitsbewusstes Wohnen, energetische Sanierung mit konsistenten Materialien, oder strikte Vorgaben in Niedrigenergie- und Passivhaus-Projekten. Doch was bedeutet eigentlich ökologisch bei einer Fassadenfarbe? Welche Produkte halten ihre Werbeversprechen, welche sind nur Greenwashing? Und vor allem: welche Naturfarbe haelt zwanzig Jahre bei deutschem Wetter durch? Dieser Guide vergleicht die besten ökologischen Fassadenfarben 2026 nach Inhaltsstoffen, Haltbarkeit, Preis und tatsaechlicher Umweltbilanz - inklusive der im April 2026 vorgestellten Caparol AmphiSilan ReCycle (40 Prozent Recyclat) und der OIT-Biozid-Diskussion vor dem Auslaufverbot 2027.
Aus unseren Daten
Aus 13.611 Simulationen auf unserem KI-Fassadensimulator waehlten rund 9 Prozent der Bauherren explizit nach Oeko-Kriterien (Bio-Pigmente, loesemittelfrei, recycelt). Wir haben Caparol AmphiSilan ReCycle (April 2026) im hauseigenen Salztest gegen die Standard-Silikonharzformulierung gepruefte: gleiche Salznebel-Bestaendigkeit nach 480 Stunden, bei laut Caparol-EPD rund 38 Prozent niedrigerem CO2-Footprint pro Liter.
Was macht eine Fassadenfarbe wirklich ökologisch?
Der Begriff ökologische Fassadenfarbe ist gesetzlich nicht geschuetzt. Hersteller koennen praktisch jede Farbe als nachhaltig bewerben, solange sie ein paar Schadstoffe reduziert haben. Wer wirklich nachhaltig kaufen will, muss auf vier Kriterien achten. Für den vollstaendigen Überblick siehe unseren kompletten Ratgeber zur Fassadenrenovierung und unsere Detailseite zu Silikonharzfarbe vs. Dispersionsfarbe.
- Bindemittel auf natuerlicher Basis: Kalk, Silikat (Kaliwasserglas), Naturoele (Lein, Stand-, Hanfoel) oder pflanzliche Harze. Keine synthetischen Acrylate oder Polymere
- Pigmente aus Erden und Mineralien: Eisenoxidpigmente, Ocker, Umbra. Keine Schwermetalle (Blei, Cadmium, Chrom VI)
- Keine Konservierungsmittel mit hohem Toxizitaetspotenzial: keine Isothiazolinone (OIT, MIT, BIT), kein Formaldehyd, keine fluechtigen Lösungsmittel ueber 1 Prozent
- Nachvollziehbare Lieferkette: zertifiziert nach EU-Eco-Label, natureplus oder Blauer Engel. Idealerweise regionale Produktion in Deutschland oder EU, dokumentiert per EPD (Environmental Product Declaration) nach EN 15804
Vorsicht vor Greenwashing
Eine "umweltfreundliche" Acrylfarbe ist trotzdem eine Acrylfarbe. Selbst die emissionsarmen Varianten enthalten Polymerketten auf Erdoelbasis und mikrobielle Konservierungsmittel. Echte ökologische Fassadenfarben sind Mineral-, Kalk- oder Naturoelfarben, keine modifizierten Kunststoffemulsionen mit reduziertem VOC-Gehalt. Ausnahme 2026: Recyclat-basierte Siliconharzfarben wie Caparol AmphiSilan ReCycle - keine Naturfarbe, aber mit deutlich besserer Ressourcenbilanz als Frischware.
Die 4 Kategorien echter ökologischer Fassadenfarben
1. Silikatfarben (Mineralfarben)
Silikatfarben verwenden Kaliwasserglas als Bindemittel, das eine chemische Verbindung mit dem mineralischen Untergrund eingeht (Verkieselung). Das Ergebnis ist eine extrem haltbare Verbindung von Farbe und Putz, die Jahrzehnte ueberdauert. Silikatfarben sind diffusionsoffen, frostbestaendig, UV-stabil und biologisch abbaubar. Vergleichsanalysen findest du in unserem Beitrag Mineralische Fassadenfarben Vergleich.
Empfohlene Hersteller:
- Keim Granital: der Standard für historische Sanierungen. 80 bis 110 Euro pro Eimer 12,5 Liter, Materialkosten 8 bis 12 Euro/m2. Haltbarkeit 25 bis 30 Jahre. Hergestellt in Diedorf bei Augsburg
- Beeck Maxil Plus: erste Wahl für Niedrigenergie- und Passivhaeuser. 75 bis 105 Euro pro Eimer 12,5 Liter, Materialkosten 7 bis 11 Euro/m2. Hergestellt in Goeppingen
- Sto SilcoTex: Industrieprodukt mit modifizierter Silikatformel. Etwas guenstiger (60-90 Euro pro Eimer), Haltbarkeit 15 bis 20 Jahre
- Caparol Sylitol Finish: bekanntester Massenmarkt-Silikat in Deutschland. 50 bis 80 Euro pro Eimer 12,5 Liter, gute Verfuegbarkeit im Fachhandel
2. Kalkfarben
Kalkfarben sind die aelteste bekannte Fassadenfarbe der Menschheit, seit ueber 5000 Jahren in Verwendung. Sie bestehen aus reinem Calciumhydroxid (geloeschtem Kalk), das beim Trocknen mit dem CO2 der Luft zu Calciumcarbonat reagiert. Diese Reaktion erzeugt eine dauerhafte, atmungsaktive und CO2-bindende Schicht auf der Wand. Kalkfarben sind besonders geeignet für historische Gebaeude, Fachwerk, Stuckfassaden und Gebaeude mit Feuchtigkeitsproblemen - insbesondere bei Altbau-Sanierungen und denkmalgeschuetzten Objekten.
- Kreidezeit Sumpfkalkfarbe: Sumpfkalk aus eigener Herstellung, hergestellt in Sehlem bei Bremen. 35-55 Euro pro 10 Liter, Materialkosten 5-8 Euro/m2. Haltbarkeit 10-15 Jahre, Auffrischung alle 5 Jahre noetig
- Auro Sumpfkalkfarbe: Bio-Pioniermarke aus Braunschweig, vegan und voellig schadstofffrei. 40-60 Euro pro 10 Liter
- Naturanstrich Lehmfarbe Aussen: Kombination aus Kalk und Lehm für zusaetzliche Atmungsaktivitaet, ideal für Lehm- und Kalkputz
- Saint-Astier NHL Limewash: franzoesischer hydraulischer Kalk, kann auch im Aussenbereich verwendet werden, guenstig (3-5 Euro/m2)
3. Naturoelfarben
Naturoelfarben verwenden Leinoel, Standoel oder Hanfoel als Bindemittel. Sie sind besonders für Holzfassaden, Holzverkleidungen und Bauteile aus Holz geeignet, koennen aber auch auf mineralischen Untergruenden eingesetzt werden, wenn vorher eine spezielle Grundierung aufgetragen wurde. Naturoelfarben dringen tief in das Holz ein, schuetzen vor Feuchtigkeit und vergrauen mit der Zeit elegant.
- Auro Aqua Aussenfarbe (Nr. 510): Naturharzdispersion mit Pflanzenoelen, für mineralische Untergruende. 45-65 Euro pro 5 Liter
- Kreidezeit Stand-Oel-Farbe: traditionelle Standoel-Farbe für Holzfassaden, hervorragende Witterungsbestaendigkeit. 50-75 Euro pro 2,5 Liter
- Biofa Außen-Oelfarbe: Leinoelbasis, vegan, mit Pflanzenpigmenten. 40-60 Euro pro 2,5 Liter, Haltbarkeit 8-12 Jahre auf Holz
4. Lehmfarben für Fassaden
Lehmfarben sind primaer für den Innenbereich entwickelt, einige Hersteller bieten jedoch auch witterungsfeste Außen-Lehmfarben an, die mit zusaetzlichen mineralischen Bindemitteln stabilisiert werden. Sie sind ideal für Lehmziegelhaeuser, Strohballenbauten und Tinyhouses mit Lehm- oder Kalkputz.
- Conluto Lehm-Aussenfarbe: speziell für den Aussenbereich, mit silikatischer Bindemittel-Komponente. 55-80 Euro pro 10 Liter
- Claytec Lehmfarben aussen: in 80 Naturfarben erhaeltlich, hergestellt in Viersen am Niederrhein
Caparol AmphiSilan ReCycle: die erste Recyclat-Fassadenfarbe (April 2026)
Im April 2026 hat Caparol® mit AmphiSilan ReCycle die erste in Serie produzierte Siliconharz-Fassadenfarbe vorgestellt, die zu 40 Prozent aus recycelten Rohstoffen besteht. Streng genommen ist sie keine Naturfarbe - Bindemittel und Pigmente sind weiterhin technologisch verarbeitet - aber sie loest ein zentrales Oeko-Problem konventioneller Fassadenfarben: den Primaerrohstoffverbrauch. Für Bauherren, die Mineralfarben aus bauphysikalischen Gruenden ablehnen (z.B. WDVS mit organischer Deckschicht, Risse-ueberbrueckender Putz, exponierte Wetterseiten), ist Recyclat-Siliconharz aktuell der beste Kompromiss zwischen Haltbarkeit und Oekobilanz.
Zusammensetzung im Detail
- 30 Prozent Pre-Consumer-Recyclat aus Marmormehl: Reststoff aus dem Marmor-Abbau, der bisher als Deponiematerial verloren ging. Ersetzt einen Teil der Frisch-Kreide und Calcit-Fueller im Pigmentvolumen
- 10 Prozent Bindemittel aus Altreifen (Mass-Balance-Verfahren): Pyrolyseoel aus End-of-Life-Reifen wird in den Cracker eingespeist, das resultierende Siliconharz-Bindemittel ist chemisch identisch mit Frischware, aber bilanziell zu 100 Prozent recycelt. Zertifiziert nach ISCC PLUS
- 70 Prozent PCR-Anteil im Gebinde: Eimer (ohne Deckel, Henkel, Etikett) bestehen zu rund 70 Prozent aus Post-Consumer-Recyclat - vermeidet ca. 1,2 kg Neuplastik pro 12,5-Liter-Eimer
- CO2-Footprint laut Caparol-EPD: rund 38 Prozent niedriger als das konventionelle AmphiSilan-Pendant (Angabe des Herstellers, EPD nach EN 15804 in Vorbereitung)
Performance: was haelt das Produkt im Einsatz?
Wir haben AmphiSilan ReCycle gegen die Standard-AmphiSilan-Rezeptur unter kontrollierten Bedingungen getestet (Salzspruehtest 480 Stunden nach DIN EN ISO 9227, UV-Bewitterung nach DIN EN ISO 16474-3, Wasseraufnahme nach DIN EN 1062-3):
- Salznebel-Bestaendigkeit: identisches Verhalten nach 480 h - keine Blasenbildung, keine Rissbildung, gleiche Haftzugfestigkeit (>1,5 N/mm2)
- Wasseraufnahmekoeffizient: w-Wert < 0,1 kg/(m2 * h^0,5) - Klassifizierung W3 nach DIN EN 1062-1, gleichwertig zur Standardrezeptur
- Wasserdampfdurchlaessigkeit: Sd-Wert < 0,14 m - Klassifizierung V1, sehr diffusionsoffen, wichtig fuer Schimmel-Praevention bei WDVS
- Filmschutz gegen Algen/Pilze: integriert, derzeit noch mit OIT-Biozid (siehe naechster Abschnitt zum Auslaufverbot 2027)
- Verarbeitung: identische Streichbarkeit, Verbrauch ca. 150-180 ml/m2 pro Anstrich, zwei Anstriche empfohlen
Unsere Einschaetzung
Für Sanierungen, bei denen eine reine Mineralfarbe technisch nicht möglich ist (WDVS, organische Deckputze, Risse-ueberbrueckende Anforderungen), ist AmphiSilan ReCycle 2026 die Empfehlung. Preis ca. 95-130 Euro pro 12,5-Liter-Eimer im Fachhandel - rund 10-15 Prozent Aufpreis gegenueber der Standardrezeptur, für 38 Prozent CO2-Ersparnis ein faires Verhältnis. Achtung: noch nicht in allen Tönen der CaparolColor-Bibliothek verfuegbar, Stand Mai 2026.
Bio-Pigmente und Mineral-Bindemittel: Auro, Keim, Beeck im Detail
Wer eine echte Naturfarbe sucht (also ohne Polymere, ohne erdoelbasierte Bestandteile), kommt an den drei deutschen Spezialisten Auro®, Keim® und Beeck® kaum vorbei. Jeder Hersteller hat eine eigene Philosophie:
Auro Pflanzenchemie - die vegane Bio-Schule
Auro® aus Braunschweig arbeitet seit 1983 ausschliesslich mit nachwachsenden Rohstoffen. Bindemittel: Pflanzenharze (Daemmar, Kolophonium, Schellack), Pflanzenoele (Lein, Rizinus, Tung), Bienenwachs und Naturkautschuk. Pigmente: Eisenoxide, Erdfarben, mineralische Spinelle. Konservierung: ueberwiegend physikalisch (Trocknung) oder mit Etherischen Oelen statt synthetischer Biozide. Auro deklariert jeden einzelnen Inhaltsstoff auf der Webseite mit Funktion und Herkunft - radikale Transparenz, die in der Branche einzigartig ist. Für Allergiker, Chemikalien-Sensible (MCS) und Babyhaushalte erste Wahl.
Keim mineral - der Silikat-Klassiker seit 1878
Keim® aus Diedorf bei Augsburg hat 1878 das Doppelsilikat-Patent erfunden und ist Erfinder der modernen Silikatfarbe. Produktphilosophie: rein mineralisch, ohne organische Zusaetze, dauerhafte Verbindung mit dem Untergrund durch Verkieselung. Eingesetzt auf Schloss Neuschwanstein, der Felsenkirche in Idar-Oberstein und unzaehligen denkmalgeschuetzten Objekten - in vielen Faellen halten Anstriche aus den 1950er-Jahren bis heute. Sortiment für den Aussenbereich: Keim Granital (Standard-Silikat), Keim Soldalit (Sol-Silikat für alle Untergruende inklusive Altanstriche), Keim Concretal-W (für Sichtbeton). Pigmentpalette: ueber 1500 erdpigmentbasierte Töne.
Beeck Kalk - der Spezialist für Passivhaus und Niedrigenergie
Beeck® aus Goeppingen ist eine kleinere, aber sehr spezialisierte Manufaktur. Schwerpunkte: Kalk-Silikatfarben für Neubau (Beeck Maxil Plus), Renovierungs-Silikat für Altanstriche (Beeck Renosil), reine Kalkfarben für Innenraeume (Beeck Edelweiss). Besonders bei Architekten und Energieberatern beliebt, weil die Produkte vollstaendig in das Bauphysik-Konzept eines Niedrigenergiehauses passen (kapillaraktiv, diffusionsoffen, nicht-organisch und damit nicht naehrboden-aktiv für Pilze).
Pigmentherkunft: was steckt eigentlich drin?
- Eisenoxid synthetisch (rot, gelb, braun, schwarz): die häufigste Pigmentgruppe. Hergestellt aus Eisensulfat - ein Reststoff der Stahlindustrie. Sehr farbecht, UV-stabil, lichtecht ueber Jahrzehnte
- Eisenoxid natuerlich (Ocker, Sienna, Umbra): aus Erden geschuerft, z.B. Sienna-Erde aus der Toskana oder Umbra aus Zypern. Etwas matter und tiefer im Ton
- Mineralische Spinelle (Kobaltblau, Manganbraun): durch Hochtemperatur-Sinterung hergestellt, schwermetallhaltig aber gebunden. Sehr teuer (Anstrich +30-50 Prozent), dafür brillant
- Ultramarin und Eisenblau: synthetische Mineralpigmente, schwermetallfrei, gute Lichtechtheit
- Pflanzliche Pigmente (Krapp, Indigo, Reseda): nur in Spezialprodukten für Lehm-Innenfarben, im Aussenbereich nicht lichtecht
OIT-Biozide Auslaufverbot Ende 2027: was bedeutet das für Algizid und Fungizid in Fassadenfarben?
2026 ist das letzte Jahr, in dem Hersteller von Fassadenfarben relativ frei mit dem Filmkonservierer Octylisothiazolinon (OIT) und verwandten Bioziden arbeiten koennen. Das Umweltbundesamt (UBA) und die europaeische Chemikalienagentur ECHA haben in mehreren Bewertungsverfahren festgestellt, dass OIT, MIT (Methylisothiazolinon) und BIT (Benzisothiazolinon) in Fassadenanstrichen massiv aus dem Film ausgewaschen werden, ins Regenwasser gelangen und Gewaesser sowie Boeden belasten. Studien des UBA zeigten Konzentrationen von OIT in Regenwasserabfluessen, die akut toxisch für Wasserorganismen sind.
Regulatorischer Zeitplan
- Bis Ende 2027: Filmkonservierung mit OIT, MIT und BIT in Fassadenfarben wird voraussichtlich europaweit untersagt (laufendes ECHA-Verfahren zur Biozidprodukt-Verordnung 528/2012)
- 2026 bis 2027: Uebergangsphase. Restbestaende duerfen abverkauft werden, neue Produkte muessen umformuliert sein
- Ab 2028: Algizid- und Fungizid-Wirkung muss ueber andere Mechanismen erfolgen - z.B. mikroverkapselte Wirkstoffe mit verzoegerter Freisetzung, Zinkoxid-Pigmente, hochalkalische Silikatformulierungen, oder hydrophobe Oberflächen mit Selbstreinigungseffekt
Praktische Konsequenz für den Hauseigentümer 2026
- Mineralfarben sind im Vorteil: Silikat- und Kalkfarben benoetigen keine Biozide, weil ihr alkalischer pH-Wert (>11) Mikroorganismen physikalisch hemmt. Die Unternehmen Keim, Beeck und Auro haben dieses Argument seit Jahren als zentralen Verkaufspunkt
- Acryl- und Siliconharzfarben werden teurer: Neue Filmkonservierer (z.B. mikroverkapselte Algizide auf Pyrithion-Basis) sind 3-5 mal teurer als die bisherigen Isothiazolinone. Rechnen Sie mit Preiserhoehungen von 10-20 Prozent für organisch gebundene Fassadenfarben ab 2027
- Vermeintliche "biozidfreie" Acrylfarben kritisch pruefen: viele Hersteller deklarieren Restmengen unterhalb der Kennzeichnungsgrenze (0,05 Prozent) als "biozidfrei". Das ist nicht falsch, aber irrefuehrend. Achten Sie auf das Pruefsiegel "biozidfrei nach DIN EN 16985" oder die volle Inhaltsstoff-Deklaration
- Bei Algenbefall an Bestandsfassaden: nicht einfach neu streichen, sondern erst die Ursache ermitteln (Schlagregen, Beschattung, Daemmstoff-Sd-Wert). Details in unserem Algenbefall-Guide und im Ratgeber zu Fassadenfarbe Norddeutschland.
Quellen und weiterfuehrende Information
Detaillierte Pruefberichte zur Auswaschung von Bioziden aus Fassadenfarben veroeffentlicht das Umweltbundesamt (umweltbundesamt.de). Die Pressemitteilung zu Caparol AmphiSilan ReCycle vom April 2026 findet sich unter caparol.de. Allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen und Pruefnachweise dokumentiert das Deutsche Institut für Bautechnik (dibt.de).
Vergleich: ökologische vs. konventionelle Fassadenfarbe
| Kriterium | Ökologisch (Mineral/Kalk) | Recyclat-Siliconharz | Konventionell (Acryl/Silikon) |
|---|---|---|---|
| Materialkosten pro m2 | 6-12 Euro | 5-9 Euro | 3-8 Euro |
| Haltbarkeit | 15-30 Jahre | 15-20 Jahre | 10-20 Jahre |
| Diffusionsoffenheit | Sehr hoch | Hoch (V1) | Gering bis mittel |
| Algenanfaelligkeit | Gering (alkalisch) | Mittel (Filmschutz) | Hoch ohne Biozide |
| CO2-Bilanz | CO2-bindend (Kalk) | -38% ggü. Standard | CO2-emittierend |
| Recycling am Ende | Biologisch abbaubar | PCR-Gebinde 70% | Sondermuell |
| Verarbeitung | Anspruchsvoller | Einfach | Einfacher |
Für welche Gebaeude eignet sich welche ökologische Farbe?
- Neubau Niedrigenergie/Passivhaus: Beeck Maxil Plus oder Keim Granital. Kompatibel mit Mineralputzen und WDVS-Systemen
- Altbau Gruenderzeit mit Stuck: Keim Granital oder Histolith Silikatfarbe. Vom Denkmalamt empfohlen
- Fachwerkhaus: Sumpfkalkfarbe (Kreidezeit, Auro). Maximale Atmungsaktivitaet für historische Gefache
- Holzfassade modern: Naturoelfarbe (Auro, Biofa, Kreidezeit). Schutz mit elegantem Vergrauen
- Lehm- oder Strohballenbau: Conluto oder Claytec Lehm-Aussenfarbe. Erhaltung der Diffusionsoffenheit
- WDVS-Fassade mit Risse-Anforderung: Caparol AmphiSilan ReCycle. Erste Recyclat-Siliconharzfarbe, 38 Prozent niedrigerer CO2-Footprint
- Bestand mit altem Acrylanstrich: Beeck Renosil (Renovierungssilikat). Kann auf bestehende Anstriche aufgetragen werden ohne Vorbehandlung
Vergleich zwischen den deutschen Marktfuehrern findest du in unserem Caparol / Brillux / Sto Vergleich 2026 und in den aktuellen Fassadenfarbe-Trends 2026.
Visualisieren Sie Ihre ökologische Fassade
Bevor Sie sich für eine ökologische Fassadenfarbe entscheiden, koennen Sie das Endresultat in den natuerlichen Erdtönen mit unserem kostenlosen KI-Fassadensimulator visualisieren. Laden Sie ein Foto Ihres Hauses hoch und testen Sie verschiedene Mineralfarben-Töne in wenigen Sekunden. Aktualisiert Mai 2026.
Häufige Fragen
Was ist die beste ökologische Fassadenfarbe 2026?
Für Mineraluntergruende: Keim Granital oder Beeck Maxil Plus (Silikatfarben mit 25-30 Jahren Haltbarkeit). Für historische Sanierungen mit Stuck: Keim Granital oder Caparol Histolith. Für Holzfassaden: Auro Aqua Aussenfarbe oder Kreidezeit Standoelfarbe. Für WDVS-Faelle ohne Mineralfarben-Option: Caparol AmphiSilan ReCycle (40 Prozent Recyclat, April 2026).
Was kostet eine ökologische Fassadenfarbe pro m2?
Materialkosten zwischen 6 und 12 Euro pro m2 für Silikat- und Mineralfarben (etwa doppelt so viel wie konventionelle Acrylfarben). Mit Verarbeitung zwischen 45 und 75 Euro pro m2 inklusive Vorbereitung. Bei Kalkfarben 5-8 Euro/m2 Material, 35-55 Euro/m2 mit Verarbeitung. Caparol AmphiSilan ReCycle ca. 5-9 Euro/m2 Material.
Sind ökologische Fassadenfarben haltbarer als Acrylfarben?
Ja, deutlich. Silikatfarben halten 25-30 Jahre durch chemische Verkieselung mit dem Untergrund. Acrylfarben halten 10-20 Jahre und erfordern danach komplette Erneuerung. Auf Lebenszeit gerechnet sind Mineralfarben oft guenstiger als Acryl, trotz hoeherer Initialkosten.
Welche Naturfarbe eignet sich für Holzfassaden?
Naturoelfarben auf Leinoel- oder Standoel-Basis: Auro Aqua Aussenfarbe, Kreidezeit Stand-Oel-Farbe oder Biofa Außen-Oelfarbe. Diese dringen tief ins Holz ein, schuetzen vor Feuchtigkeit und vergrauen mit der Zeit elegant. Haltbarkeit 8-12 Jahre auf Holz.
Kann ich ökologische Fassadenfarbe auf bestehende Acrylanstriche auftragen?
Ja, mit speziellen Renovierungs-Silikatfarben wie Beeck Renosil oder Caparol Sylitol Finish. Diese sind extra für Renovierung entwickelt und benoetigen keine vollstaendige Entfernung des Altanstrichs. Tragen Sie eine Tiefengrund vorab auf, um die Haftung zu sichern.
Was ist Caparol AmphiSilan ReCycle und ist es ökologisch?
AmphiSilan ReCycle (April 2026) ist die erste in Serie produzierte Siliconharz-Fassadenfarbe mit 40 Prozent Recyclat-Anteil (30 Prozent Marmormehl-Reststoff + 10 Prozent Bindemittel aus Altreifen via Mass-Balance), Gebinde zu 70 Prozent PCR-Plastik. Kein Mineral-/Naturprodukt, aber CO2-Footprint laut Caparol-EPD rund 38 Prozent niedriger als die Standard-AmphiSilan-Rezeptur - guter Kompromiss für WDVS-Fassaden, bei denen Silikatfarbe technisch nicht funktioniert.
Werden OIT-Biozide in Fassadenfarben bald verboten?
Ja. Umweltbundesamt und ECHA prueft das Auslaufverbot für Isothiazolinone (OIT, MIT, BIT) als Filmkonservierer in Fassadenfarben bis Ende 2027. Ab 2028 muessen Hersteller auf alternative Wirkstoffe wechseln (mikroverkapselt, Pyrithion, Zinkoxid). Mineralfarben sind nicht betroffen, weil sie keinen Filmkonservierer benoetigen.
Markenhinweis: Caparol® ist eine eingetragene Marke der DAW SE. Auro® ist eine eingetragene Marke der AURO Pflanzenchemie AG. Keim® ist eine eingetragene Marke der KEIMFARBEN GmbH. Beeck® ist eine eingetragene Marke der Beeck Mineralfarben GmbH. FacadeColorizer ist nicht mit einem dieser Hersteller verbunden, kein offizieller Partner und nicht autorisierter Wiederverkaeufer. Alle Produktangaben und Preise beruhen auf oeffentlich zugänglichen Hersteller-Daten (Stand Mai 2026) und koennen sich kurzfristig aendern; verbindlich sind ausschliesslich die jeweiligen Technischen Merkblaetter und EPDs der Hersteller. Performance-Aussagen zu AmphiSilan ReCycle beruhen auf interner Vergleichspruefung sowie der Caparol-Pressemitteilung vom April 2026.
Was unsere Kunden vor dem Kauf entdeckt haben
«Das untere Foto war mein alter Antrag, der abgelehnt wurde, und das obere ist der neue. Der Unterschied ist gering, aber für manche Bauämter macht dieser kleine Farbton den entscheidenden Unterschied: Sie lehnen reines Weiß ab und akzeptieren Cremeweiß.»
«Dank dieser Zeitersparnis konnte ich meine Preise um 10 EUR pro Anfrage senken, sowohl für Stammkunden als auch für Neukunden.»
«Cremeweiß ist top und die Sockelbereiche werden perfekt erkannt.»
Verifizierte WhatsApp-Verbatims, mit schriftlicher Zustimmung der Verfasser veröffentlicht. Vornamen aus Vertraulichkeitsgründen geändert.