Fassade Streichen Kosten pro m² 2026: Preise, Material & Beispiele
Fassade Kosten

Fassade Streichen Kosten pro m² 2026: Preise, Material & Beispiele

Lukas, Fassadenexperte 2026-04-15 5 Min. Lesezeit
Fassade streichen Kosten pro m² 2026: Aktuelle Preise für Material, Arbeit, Gerüst — mit Rechenbeispielen für Einfamilienhaus, Reihenhaus und Altbau.

Was kostet es 2026, die Fassade streichen zu lassen — pro m²? Die kurze Antwort: Zwischen 35 € und 85 € pro m², je nach Zustand des Untergrunds, gewähltem Farbsystem, Gerüstaufwand und Region. Diese Spanne scheint groß, lässt sich aber mit ein paar Faustformeln präzisieren. Dieser Kostenratgeber — Stand April 2026 — zeigt mit konkreten Rechenbeispielen, was ein Einfamilienhaus mit 150 m² Fassadenfläche, ein Reihenhaus mit 90 m² und ein Altbau mit Stuckfassade kosten. Enthalten: VOB/C Leistungsbeschreibungen nach DIN 18363, Preise für Caparol, Brillux, Sto, Alpina, Dulux und Sikkens, regionale Unterschiede und Fallen, die Laien beim Angebotsvergleich übersehen. Vor dem Gerüstaufbau prüfen Sie unbedingt das Ergebnis am eigenen Haus: Fassaden-Simulator öffnen.

Fassade streichen Kosten pro m² 2026 auf einen Blick

Leistung Preis pro m² (netto) Anteil Gesamtkosten
Gerüst (2–3 Wochen Standzeit)6–12 €15–20 %
Reinigung / Hochdruck2–5 €5–8 %
Grundierung / Tiefengrund3–6 €7–10 %
Anstrich (2 Lagen, Siliconharz)12–22 €30–35 %
Kleine Rissbehandlung5–15 €10–15 %
Abdeckung & Schutz2–4 €3–5 %
Gesamt (je nach Zustand)35–85 €100 %

Alle Preise netto, zzgl. 19 % Mehrwertsteuer. Der ermäßigte Steuersatz entfällt bei Fassadenarbeiten — anders als bei energetischer Sanierung über die § 35c EStG-Steuerermäßigung, die 20 % der Kosten (max. 40.000 €) über drei Jahre rückerstattet.

Rechenbeispiel 1: Einfamilienhaus mit 150 m² Fassadenfläche

Ein typisches Einfamilienhaus aus den 1990ern mit zwei Vollgeschossen und einer Fassadenfläche von 150 m² (nach VOB/C DIN 18363 Abschnitt 3.1.3 abrechenbar, Fensterabzüge nur bei Gesamtflächen über 2,5 m² je Öffnung). Zustand: leichte Verschmutzung, keine Risse, Altanstrich tragfähig.

  • Gerüst 150 m² × 9 € = 1.350 €
  • Reinigung 150 m² × 3 € = 450 €
  • Grundierung Caparol Sylitol-Konzentrat 150 m² × 4 € = 600 €
  • Anstrich 2× Brillux Silicon 918, 150 m² × 16 € = 2.400 €
  • Abdeckung + Verbrauchsmaterial = 400 €
  • Zwischensumme netto: 5.200 €
  • MwSt. 19 % = 988 €
  • Endpreis: ca. 6.190 € brutto (41 €/m²)

Rechenbeispiel 2: Reihenhaus mit 90 m² und WDVS

Reihenhaus mit Wärmedämmverbundsystem (80 mm EPS, Alter 15 Jahre). Der WDVS-Altanstrich wird mit Caparol Thermosan NQG nachgestrichen (HBW über 45). Zustand: Algenbefall auf der Nordseite, 3 Haarrisse.

  • Gerüst 90 m² × 11 € = 990 €
  • Algenbehandlung + Reinigung 90 m² × 5 € = 450 €
  • Rissbehandlung Armierungsputz + Pauschale = 600 €
  • Grundierung Caparol Sylitol 90 m² × 5 € = 450 €
  • Anstrich 2× Caparol Thermosan NQG 90 m² × 20 € = 1.800 €
  • Abdeckung = 300 €
  • Zwischensumme netto: 4.590 €
  • MwSt. 19 % = 872 €
  • Endpreis: ca. 5.460 € brutto (61 €/m²)

Rechenbeispiel 3: Altbau mit Stuckfassade (120 m²)

Gründerzeit-Altbau, Baujahr 1905, Stuckornamente in gutem Zustand, Silikatanstrich vorgeschrieben durch Denkmalpflege. Keim Granital mineralisch, Verkieselung mit Untergrund. Üblicher Mehraufwand für Stuckprofile: 30–50 % Zuschlag.

  • Gerüst 120 m² × 12 € (Altbauhöhe +30 %) = 1.440 €
  • Reinigung + Heiß-Dampf 120 m² × 6 € = 720 €
  • Stuck-Ausbesserung nach Aufmaß (Pauschale) = 1.800 €
  • Keim Silikat-Fixativ + Grundierung 120 m² × 7 € = 840 €
  • Anstrich Keim Granital 2 Lagen 120 m² × 24 € = 2.880 €
  • Dokumentation Denkmalschutz = 300 €
  • Zwischensumme netto: 7.980 €
  • MwSt. 19 % = 1.516 €
  • Endpreis: ca. 9.496 € brutto (79 €/m²)

So berechnen Sie die Fassadenfläche richtig

Die Fassadenfläche wird nach VOB/C DIN 18363 (Malerarbeiten) Abschnitt 5 abgerechnet. Faustformel:

Fassadenfläche = Gebäudeumfang × Höhe − Dachfläche + Giebel. Fenster und Türen werden nur abgezogen, wenn die Einzelöffnung über 2,5 m² liegt — alles darunter wird voll berechnet („übergestrichen“). Das ist kein Abzocker-Trick, sondern Standardregel nach DIN, weil das Umgehen kleiner Öffnungen mit Pinsel zeitintensiver ist als der großflächige Rollauftrag.

Materialkosten nach Farbsystem

Die Materialkosten machen 2026 nur 20–30 % der Gesamtkosten aus — Gerüst und Arbeitslohn sind die größeren Posten. Dennoch: Die Wahl des Farbsystems entscheidet über Haltbarkeit und Folgekosten. Eine Gegenüberstellung:

Farbsystem Produkt Preis/10 L Reichweite Haltbarkeit
DispersionsfarbeAlpina Fassadenweiß45 €ca. 70 m²8–10 Jahre
SiliconharzBrillux Silicon 91870 €ca. 60 m²12–15 Jahre
Premium SiliconharzCaparol Thermosan NQG85 €ca. 55 m²15 Jahre
LotuseffektSto StoColor Lotusan110 €ca. 50 m²15–20 Jahre
SilikatKeim Granital120 €ca. 55 m²20+ Jahre

Der Vergleich zwischen Dispersions- und Siliconharzfarben wird im Silikonharzfarbe vs Dispersionsfarbe Guide im Detail erläutert.

Regionale Preisunterschiede: Wo 2026 ein Maler billiger ist

Zwischen Bayern, NRW, Sachsen und dem Norden liegen bis zu 35 % Preisdifferenz. Die günstigsten Fassadenarbeiten 2026 gibt es in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg (30–40 €/m²), die teuersten in München, Stuttgart und Hamburg (55–85 €/m²). Die Unterschiede begründen sich in Stundenverrechnungssätzen der Handwerkskammern (42–62 €/h netto), Mietkosten für Lagerflächen und der Konkurrenzdichte von Malerbetrieben.

Städtische Durchschnittspreise 2026 (je m², brutto): Berlin 48 €, München 62 €, Hamburg 52 €, Frankfurt 58 €, Köln 45 €, Leipzig 38 €, Dresden 36 €.

Förderung: Wie Sie Fassadenarbeiten steuerlich absetzen

Für ein reines Fassade streichen (ohne Dämmung) gibt es keine direkten Zuschüsse — aber drei Wege zur Kostensenkung: (1) § 35a EStG Handwerkerleistung: 20 % der Arbeitskosten (max. 1.200 €/Jahr) direkt von der Steuerschuld abziehbar. (2) Bei gleichzeitiger energetischer Dämmung nach GEG: BAFA BEG EM-Zuschuss bis 15 %, bzw. KfW-Kredit 261 mit Tilgungszuschuss bis 20 %. (3) § 35c EStG energetische Sanierung: 20 % der Kosten (max. 40.000 €) auf 3 Jahre gesplittet. Alle Förderdetails im WDVS Förderung Guide 2026.

5 Fallen beim Angebotsvergleich

  • Versteckte Gerüstzusatzkosten: Aufstellung, Verlängerungswochen, Demontage — müssen komplett im Angebot stehen.
  • Pauschale „Rissbehandlung“: Immer nach laufenden Metern abrechnen lassen, nicht pauschal.
  • Zu günstiger Anstrich: Wenn 2× Siliconharzfarbe unter 12 €/m² kostet, wird vermutlich Dispersionsfarbe verwendet.
  • Fehlende VOB/C-Referenz: Serise Malerbetriebe verweisen im Angebot auf VOB/C DIN 18363.
  • Unklare Gewährleistung: Nach BGB 5 Jahre, bei VOB 4 Jahre. Lassen Sie das schriftlich bestätigen.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet es, eine Fassade pro m² streichen zu lassen?

2026 kostet das Fassade streichen in Deutschland zwischen 35 € und 85 € pro m² brutto. Der Durchschnitt liegt bei 48–55 €/m².

Wie wird die Fassadenfläche berechnet?

Nach VOB/C DIN 18363: Umfang × Höhe minus Dachfläche. Fenster und Türen werden nur abgezogen, wenn die Einzelöffnung über 2,5 m² liegt.

Sind Fassadenarbeiten steuerlich absetzbar?

Ja. § 35a EStG erlaubt 20 % der Arbeitskosten (max. 1.200 €/Jahr). Bei energetischer Sanierung auch § 35c EStG bis 40.000 €.

Wie lange dauert ein Fassadenanstrich?

Für ein Einfamilienhaus mit 150 m²: 5–8 Arbeitstage inkl. Gerüstauf- und abbau, bei gutem Wetter und tragfähigem Untergrund.

DIY vs Malerbetrieb: Die ehrliche Kostenrechnung

Bei einem Einfamilienhaus mit 150 m² Fassade scheint Selbermachen attraktiv: Material ca. 1.200 €, Gerüstmiete 4 Wochen ca. 900 €, kleine Nebenkosten 300 € — zusammen unter 2.500 € gegenüber 6.190 € beim Fachbetrieb. Doch die Rechnung übersieht sechs reale Kostenfaktoren: (1) Arbeitszeit von 60–90 Stunden (bei Stundenwert 30 € ein Gegenwert von 1.800–2.700 €), (2) fehlende VOB/C-Gewährleistung — kein Zugriff auf Hersteller-Systemgarantie, (3) Hebebühne oder Gerüst-Fehlnutzung mit Versicherungsrisiko, (4) Mehrverbrauch an Farbe durch ungleichmäßigen Auftrag (+15–25 %), (5) fehlende steuerliche § 35a EStG-Abschreibung, (6) Wertverlust durch sichtbar „selbstgemachten“ Anstrich beim Wiederverkauf. Die ausführliche DIY-Analyse im DIY Fassade streichen Guide.

Kostenfaktor Untergrund: Wie der Zustand den Preis verdreifachen kann

Der größte unerwartete Kostenfaktor 2026 ist nicht die Farbe, sondern der Zustand des Untergrunds:

  • Tragfähiger Altanstrich: Basiskosten. Gitter-Schnittprüfung und Wischtest belegen die Haftung.
  • Kreidender Altanstrich: +5–8 €/m² für zusätzliche Verfestigungsgrundierung (Caparol Dupa-grund, Sto Primer).
  • Algen-/Pilzbefall: +3–6 €/m² für Dekontamination mit Brillux Schimmel-Ex-Konzentrat oder Alpina AS Dekor-Schimmelschutz.
  • Rissbildung: Haarrisse (<0,2 mm) 3–5 €/m Laufmeter, dynamische Risse 15–30 €/m.
  • Putzschäden: Kleinflächige Ausbesserungen 25–60 €/m², großflächiger Neuputz 40–80 €/m².
  • Salzausblühungen / Feuchtigkeit: Sperrgrund oder Sanierputz WTA nach DIN EN 998-1 Pflicht, +10–25 €/m².

Ein serioser Malerbetrieb kommt vor dem Angebot zur Vor-Ort-Begutachtung. Lehnt er das ab, ist das ein rotes Warnzeichen.

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