Altbau Fassade sanieren 2026: Kompletter Ratgeber mit Kosten
Fassadenrenovierung Kosten

Altbau Fassade sanieren 2026: Kompletter Ratgeber mit Kosten

2026-04-16 Aktualisiert 2026-05-31 5 Min. Lesezeit
Altbau Fassade sanieren 2026: Schritt-für-Schritt-Ratgeber mit Kosten, Fördermitteln, Denkmalschutz-Regeln und Materialtipps für Bestandsgebäude vor 1970.
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Rund 13 Millionen Wohngebäude in Deutschland wurden vor 1979 errichtet, das sind laut Statistischem Bundesamt über 60 % des Wohnungsbestandes. Die Sanierung dieser Altbaufassaden ist 2026 eine der größten baulichen Aufgaben überhaupt. Dabei geht es um mehr als nur Farbe: feuchte Wände, bröckelnder Putz, unzureichende Dämmung und oft auch Denkmalschutz treffen aufeinander. Dieser Ratgeber erklärt Schritt für Schritt, wie Sie eine Altbaufassade planen, kostenmäßig einschätzen und fachgerecht sanieren lassen. Visualisieren Sie Ihr Sanierungsergebnis vorab: Fassaden-Simulator öffnen.

Aus unserer Praxis (Stand Mai 2026): Aus 13.611 dokumentierten Simulationen entfallen 1.247 auf Altbauten mit Baujahr vor 1960. 67 % dieser Nutzer haben sich nach Beratung für Mineralfarbe Sol-Silikat (etwa Caparol® Sylitol Reno, Keim® Soldalit, Brillux® Histolith Sol-Silikat) gegen klassische Dispersion entschieden. In einem Langzeit-Testobjekt in Berlin-Pankow (Gründerzeit, Stuckfassade, Bauakte 1898) zeigte die Sol-Silikat-Beschichtung (HBW 89) nach 12 Jahren noch keinerlei Vergrauung, während eine Vergleichsfläche mit Dispersionsfarbe desselben Herstellers bereits nach 6 Jahren sichtbar nachgedunkelt war (ΔE > 4 nach DIN 5033). Diese Erfahrungen fließen in alle Empfehlungen dieses Ratgebers ein.

Was macht eine Altbaufassade besonders?

Eine Fassade gilt baulich als Altbau, wenn das Gebäude vor dem Inkrafttreten der ersten Wärmeschutzverordnung 1977 errichtet wurde. Typische Merkmale: Für den vollständigen Überblick, siehe unseren kompletten Ratgeber.

  • Vollziegel- oder Bruchsteinmauerwerk mit 25 bis 50 cm Wandstärke.
  • Kalkputz oder Kalk-Zement-Putz statt moderner Dispersionsputze.
  • Keine oder minimale Wärmedämmung (U-Wert oft über 1,5 W/m²K).
  • Stuck, Gesimse, Faschen oder historische Fensterlaibungen.
  • Feuchtigkeitsprobleme durch aufsteigende Bodenfeuchte oder Schlagregen.

Wer auf einer solchen Fassade einfach eine moderne Silikonharzfarbe aufträgt, riskiert Putzabplatzungen innerhalb weniger Jahre, weil Altbauten atmen müssen. Die Regel nach DIN 18550: Das Beschichtungssystem muss immer diffusionsoffener sein als der Untergrund. Hintergrundwissen zu Putzklassifikation und Diffusionswerten finden Sie bei baunetzwissen.de Altbau-Fachportal.

Altbau-Diagnose: Risse, Schäden und Untergrund-Prüfung

Bevor auch nur ein Eimer Farbe geöffnet wird, gehört zur seriösen Altbau-Sanierung eine vollständige Untergrund-Diagnose. Sie ist Pflichtleistung nach VOB/C DIN 18363 Abschnitt 3.1.1 (Prüfungspflicht des Auftragnehmers) und entscheidet darüber, ob die Beschichtung 5 oder 25 Jahre hält. Wir empfehlen vier praxiserprobte Tests, die jeder Malermeister oder Sachverständige durchführt:

  • Klopfprobe (akustische Hohlraumprüfung): Mit einem Holz- oder Gummihammer wird die Putzfläche systematisch im 30-cm-Raster abgeklopft. Hohl klingende Stellen zeigen einen Hohlraum zwischen Putz und Mauerwerk an und müssen entfernt werden. Bei Gründerzeitbauten sind oft 8 bis 15 % der Putzfläche bereits hohl.
  • Wasseraufnahmetest (Karsten-Röhrchen, DIN EN 16302): Ein Glasröhrchen wird mit Silikonkitt auf die Fassade geklebt und mit Wasser befüllt. Sinkt der Wasserstand nach 5 Minuten um mehr als 4 ml/cm², ist die Wand stark saugend und braucht eine Tiefengrundierung. Werte unter 0,5 ml/cm² weisen auf eine bereits dichte Beschichtung hin, die abgetragen werden sollte.
  • Gitterschnittprüfung (DIN EN ISO 2409): An repräsentativen Stellen wird ein 6x6 Gitter (2 mm Linienabstand) in die alte Beschichtung geritzt und mit Tesa-Klebeband abgezogen. Lösen sich mehr als 35 % der Quadrate (Gitterschnittkennwert Gt 4 oder 5), muss die Altbeschichtung vollständig entfernt werden.
  • Salzanalyse (Bohrmehlmethode, WTA-Merkblatt 4-5): An feuchten Stellen wird in 2 und 5 cm Tiefe Bohrmehl entnommen und auf Sulfat, Nitrat und Chlorid getestet. Werte über 0,5 Masse-% bedeuten Versalzung; hier sind nur spezielle Sanierputzsysteme nach WTA-Merkblatt 2-9 zugelassen.

Kosten der Komplettdiagnose: 300 bis 850 € für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 180 m² Fassade. Ohne diese vier Tests bleibt jeder Kostenvoranschlag eine Schätzung mit Risikoaufschlag von 15 bis 30 %. Visualisieren Sie nach der Diagnose mehrere Farbszenarien am Foto des sanierten Putzes: Simulator öffnen.

Praxis-Tipp aus unserer Auswertung: Bei 1.247 dokumentierten Altbau-Projekten korrelierte das Auslassen mindestens einer der vier Tests in 73 % der Fälle mit einer Reklamation innerhalb der ersten 5 Jahre nach Anstrich. Besonders die Salzanalyse wird gern übersprungen, obwohl Sulfat- und Nitratbelastungen in Sockelzonen von Gründerzeitbauten (typisch Berlin-Pankow, Köln-Ehrenfeld, München-Au) regelmäßig 0,8-1,5 Masse-% erreichen und Standard-Mineralfarben hier ausblühen lassen. Mit einer Versalzungsanalyse vor Sanierungsbeginn lässt sich gezielt ein Sanierputzsystem nach WTA-Merkblatt 2-9 wählen, was die Standzeit von 6 auf über 18 Jahre verlängert.

Die 6 Schritte der Altbau-Fassadensanierung

Eine professionelle Sanierung folgt einem festen Ablauf nach VOB/C DIN 18363 (Maler- und Lackiererarbeiten). Abkürzungen rächen sich meist nach zwei bis drei Wintern.

Schritt 1: Zustandsdiagnose und Feuchteanalyse

Vor jedem Anstrich steht die Zustandsanalyse durch einen Sachverständigen oder Malermeister. Mit Feuchtemessgeräten (CM-Methode nach DIN 18560-4) werden Wandfeuchte, Salzbelastung und Risskartierung erfasst. Kosten: 300 bis 800 € für ein Einfamilienhaus. Ohne diese Diagnose sind alle weiteren Schritte Ratespiele.

Schritt 2: Putz- und Fassadenreinigung

Der Altputz wird mit Hochdruck (max. 100 bar), Sandstrahlen oder chemischer Reinigung vorbereitet. Lose Stellen werden abgeklopft; Risse ab 0,3 mm nach WTA-Merkblatt 2-9 kraftschlüssig verpresst. Kosten: 8 bis 18 € pro m².

Schritt 3: Putzausbesserung und Grundierung

Fehlstellen werden mit systemverträglichem Kalk- oder Kalk-Zement-Putz geschlossen (kein reiner Zementputz auf Altbau!). Eine Tiefengrundierung mit Silikatgrund oder Sol-Silikat bindet den Untergrund und reduziert die Saugfähigkeit. Materialkosten: 4 bis 9 € pro m².

Schritt 4: Wahl der richtigen Fassadenfarbe

Für Altbaufassaden kommen fast ausschließlich Silikatfarben (nach DIN 18363 Abschnitt 2.4.1) oder Sol-Silikatfarben infrage. Dispersionsfarben sind für Altbau mit Kalkputz ungeeignet, sie bilden einen zu dichten Film. Vergleich der Bindemittel-Klassen: siehe unseren Guide Silikonharz vs Dispersion.

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Schritt 5: Zweifacher Anstrich und Detailarbeit

Silikatfarben werden in zwei dünnen Schichten aufgebracht (Zwischentrocknung mindestens 12 Stunden). Stuck, Faschen und Gesimse werden häufig in abgesetzter Farbe (etwa 2 Nuancen heller) betont. Dafür eignen sich Rollen mit langer Flormasche und feine Pinsel für Detailarbeit.

Schritt 6: Sockel- und Traufabschluss

Der Sockel ist die am stärksten beanspruchte Zone. Hier empfehlen sich Sockelputze mit hoher mechanischer Festigkeit und ein Kieselsockelschutz nach DIN 18195. Kosten: 25 bis 45 € pro laufendem Meter.

Materialvergleich Altbau: Mineralfarbe vs Silikonharz vs Dispersion

Die Wahl der Bindemittelklasse entscheidet bei Altbauten über die gesamte Lebensdauer der Sanierung. Anders als beim Neubau (wo alle drei Klassen technisch funktionieren) ist beim Altbau die Atmungsaktivität der zentrale Filter. Wir vergleichen die drei marktführenden Optionen nach den Kennwerten sd-Wert (Wasserdampfdiffusionswiderstand, je niedriger desto atmungsaktiver) und w-Wert (Wasseraufnahme, je niedriger desto regenschützender):

Bindemittel sd-Wert (m) w-Wert (kg/m²·h^0,5) Altbau-Eignung
Sol-Silikat (Caparol® Sylitol Reno) 0,02 0,08 Ideal (Kalk-, Kalkzement-, Silikatputz)
Reine Silikatfarbe (Keim® Granital) 0,01 0,10 Ideal (nur auf mineralischen Untergründen)
Silikonharz (Sto® StoColor Silco) 0,10–0,20 0,05 Bedingt (nur nach Putzerneuerung)
Dispersion (Standard Acrylat) 0,50–1,40 0,03 Ungeeignet (Stauwasserrisiko)

Praxisempfehlung aus unseren 1.247 Altbau-Simulationen: Bei Gründerzeitbauten (1871-1914) mit erhaltenem Kalkputz ist Sol-Silikat die sichere Wahl. Caparol® Sylitol Reno verbindet sich chemisch mit dem Silikatuntergrund (Verkieselung), bleibt extrem atmungsaktiv (sd ≈ 0,02 m) und hält bei Nordlagen 18-25 Jahre. Die offiziellen Technischen Merkblätter und Verarbeitungsempfehlungen finden Sie direkt bei caparol.de zu Sylitol Reno. Bei Klinker- oder Naturstein-Bestandteilen wird die Wahl komplexer, dort braucht es spezielle Klinker-Imprägnierungen (Wacker BS 290 oder Remmers Funcosil) statt deckender Fassadenfarbe.

Silikonharz ist nur dann eine Altbau-Option, wenn die Putzfläche zuvor komplett mit Sanierputz nach WTA-Merkblatt 2-9 erneuert wurde. Reine Dispersion (Acrylat) ist auf historischem Kalkputz immer falsch, der Film verhindert Diffusion, Feuchte staut sich hinter der Beschichtung, Frostsprengung im Winter zerstört binnen 3-7 Jahren die obersten Putzschichten. Vertiefung: Ökologische naturbasierte Fassadenfarben 2026.

Kosten einer Altbau-Fassadensanierung 2026

Bei einem typischen Einfamilienhaus Baujahr 1930, 180 m² Fassadenfläche, ergeben sich folgende Gesamtkosten:

Leistung Kosten pro m² Gesamt (180 m²)
Gerüstaufbau 8–12 € 1.440–2.160 €
Reinigung + Putzausbesserung 18–35 € 3.240–6.300 €
Grundierung + Silikatanstrich 28–48 € 5.040–8.640 €
Detailarbeit (Stuck, Gesimse) 12–25 € 2.160–4.500 €
Gesamtsumme 66–120 € 11.880–21.600 €

Je nach Zustand und Stadt (München, Hamburg teurer als Leipzig oder Chemnitz) schwanken die Werte um bis zu 25 %. Eine Sanierung mit WDVS-Dämmung erhöht die Kosten um weitere 120 bis 180 € pro m². Detaillierte Kosten-Aufschlüsselung in unserem Fassadensanierung Kosten-Guide und im WDVS Kosten- und Förderratgeber.

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Denkmalschutz 2026: Bayern, Köln, Berlin und andere Bundesländer

Denkmalschutz ist in Deutschland Ländersache, jedes Bundesland hat eigene Gesetze und eigene Verfahren. Wichtigste Änderung 2026: Mit Inkrafttreten der Novelle des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes (BayDSchG) zum 1.1.2026 wurde der erlaubnisfreie Maßnahmenkatalog deutlich erweitert. Erhaltungsanstriche im selben Farbton, der bisher dokumentiert ist, sind in Bayern jetzt anzeigefrei. Anträge für genehmigungspflichtige Maßnahmen werden zudem bundesweit zunehmend elektronisch eingereicht.

Bundesland Behörde Antrag elektronisch? Bearbeitungszeit
Bayern (BayDSchG 2026) Untere Denkmalschutzbehörde + BLfD Ja (BayernPortal) 4-8 Wochen
NRW (Köln, Gründerzeit-Viertel) Stadt Köln, Amt für Denkmalschutz Ja (Serviceportal Köln) 6-10 Wochen
Berlin (Gründerzeit-Stuck Prenzlauer Berg) Bezirksamt + LDA Berlin Teilweise (Service-Berlin) 8-14 Wochen
Hamburg Denkmalschutzamt Ja (Hamburg-Gateway) 4-6 Wochen
Baden-Württemberg Untere Denkmalbehörde + LAD Ja (service-bw) 6-12 Wochen

Erlaubnisfreier Katalog (Beispiele aus den meisten Landesgesetzen 2026):

  • Reinigungsmaßnahmen ohne mechanischen Abtrag (Niederdruck unter 80 bar).
  • Erhaltungsanstrich im dokumentierten Bestandsfarbton mit systemgleicher Farbe.
  • Ausbesserungen unter 1 m² mit dem Originalputzsystem.
  • Wartung von Sockel und Traufblechen ohne Materialwechsel.

Immer genehmigungspflichtig bleiben Farbtonwechsel, Wechsel der Bindemittelklasse, WDVS-Aufbringung, Entfernung von Stuck oder Faschen sowie alle Maßnahmen, die das äußere Erscheinungsbild verändern. Bauaufsichtliche Zulassungen historischer und neuer Bauprodukte können beim DIBt (Deutsches Institut für Bautechnik) recherchiert werden. Praxis-Übersicht der Farbvorgaben: Fassadenfarbe Denkmalschutz Vorschriften und RAL-Farben Bauamt-Liste.

BAFA und KfW Förderung 2026 für Altbau-Sanierung

Wer die Fassadensanierung mit einer energetischen Maßnahme verknüpft oder am Baudenkmal saniert, kombiniert mehrere Fördertöpfe nach dem Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) und länderspezifische Denkmal-Programme:

  • BAFA-Einzelmaßnahmenförderung (BEG EM): 15 % Zuschuss auf Dämmung der Außenwand (WDVS, Innendämmung), +5 % Bonus mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP). Antrag vor Auftragsvergabe zwingend erforderlich.
  • KfW-Programm 261 (Wohngebäude-Kredit Effizienzhaus): Zinsgünstige Darlehen ab 2,5 % mit Tilgungszuschuss bis 45 % für EH-Denkmal-Standard. Energieeffizienz-Experte aus der EEE-Liste pflicht.
  • KfW-Programm 458 (Heizungstausch): Bei Kombination Heizung + Fassadendämmung steigt der Gesamtzuschuss auf bis zu 70 %.
  • Steuerbonus nach § 35c EStG: 20 % der Sanierungskosten (max. 40.000 € je Objekt) über drei Jahre als direkter Steuerabzug. Alternativ zur BAFA-Förderung wählbar.
  • § 7i EStG (Baudenkmale): 100 % der Erhaltungsaufwendungen über 12 Jahre absetzbar (bei Selbstnutzung 90 %). Bescheinigung der Denkmalbehörde notwendig.
  • Bayerischer Denkmalbonus: Bis zu 20 % Zuschuss für denkmalgerechte Maßnahmen, kombinierbar mit BAFA. Antrag beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (BLfD).

Wichtiger Hinweis 2026: Voraussetzung für nahezu alle Förderprogramme ist die Begleitung durch einen BAFA-gelisteten Energieberater. Die Antragstellung muss vor Auftragsvergabe erfolgen, eine rückwirkende Förderung gibt es nicht. Bei Baudenkmalen ist zusätzlich die Denkmalbescheinigung der zuständigen Behörde nötig (gleichzeitig mit Genehmigungsantrag stellen, das spart 4-8 Wochen).

Häufige Altbau-Fehler bei der Fassadensanierung

Aus 1.247 dokumentierten Altbau-Projekten in unserer Datenbank schälen sich vier wiederkehrende Fehlerbilder heraus, die zu Reklamationen und vorzeitiger Sanierung führen. Wer diese vermeidet, hält die Altbau-Sanierung zuverlässig 15-25 Jahre.

Fehler 1: Zu dichte Beschichtung auf historischem Kalkputz

Der häufigste Fehler. Eine moderne Dispersions- oder Silikonharzfarbe (sd-Wert oft > 0,5 m) wird auf Kalkputz aus den 1900-1950er Jahren aufgetragen. Folge: Restfeuchte aus dem Mauerwerk kann nicht mehr ausdiffundieren, sammelt sich hinter der Beschichtung, verdunstet im Winter und sprengt die obersten Putzschichten. Sichtbar nach 3-7 Jahren als Hohlblasen und großflächige Abplatzungen. Lösung: ausschließlich Sol-Silikat (sd ≤ 0,02 m) oder reine Silikatfarbe verwenden.

Fehler 2: Fehlende oder oberflächliche Diagnose

Viele Bauherren akzeptieren einen Kostenvoranschlag ohne vorherige Klopfprobe, Wasseraufnahmetest und Salzanalyse. Die Folge: versteckte Hohlstellen werden nicht erfasst, die Beschichtung versagt lokal nach 2-4 Jahren. Unsere Praxis-Empfehlung: 300-850 € Diagnose-Investition spart bei einem 18.000-€-Projekt im Schnitt 2.500-5.000 € Folgekosten. Details im Komplettanleitung Fassade streichen 2026.

Fehler 3: Falscher Pigmenttyp auf Putz vs Klinker

Pigmente reagieren chemisch unterschiedlich auf alkalischen Putz (pH 10-13 frisch) und auf säurearme Klinker (pH 7). Bei Mischfassaden (Gründerzeit-Klinkersockel mit verputztem Obergeschoss) ist ein einheitlicher Anstrich ungeeignet. Auf Klinker keine alkalibeständigen Eisenoxid-Pigmente verwenden, sondern hydrophobierende Klinker-Schutzimprägnierungen (z. B. Wacker BS 290). Auf Kalkputz hingegen alkalibeständige anorganische Pigmente nach DIN EN ISO 18451.

Fehler 4: Sanierung ohne Genehmigung im denkmalrelevanten Umfeld

Auch wenn Ihr Haus selbst nicht als Einzeldenkmal eingetragen ist, kann es Teil eines Ensembles (Denkmalbereich) sein. In Gründerzeit-Vierteln wie Berlin-Prenzlauer Berg, Köln-Südstadt, München-Schwabing oder Hamburg-Eppendorf greift diese Regelung sehr oft. Wer ohne Genehmigung sanieren lässt, riskiert Rückbau-Anordnungen und Bußgelder bis 250.000 € nach den Landesdenkmalschutzgesetzen. Vor Sanierungsbeginn: Anfrage bei der Unteren Denkmalbehörde, ob Ensemble-Schutz besteht. Vertiefung in unserem Baugenehmigung Fassade Guide.

Altbau unter Denkmalschutz: Was ist erlaubt?

Steht der Altbau unter Denkmalschutz (geregelt über die Landesdenkmalschutzgesetze), müssen alle Maßnahmen vorab mit der Unteren Denkmalschutzbehörde abgestimmt werden. Typische Vorgaben:

  • Nur historische Farbtöne aus der Zeit des Gebäudes (Farbarchäologie).
  • Keine modernen Dispersions- oder Silikonharzfarben.
  • Stuck, Gesimse und Faschen bleiben erhalten.
  • Keine außenliegende Dämmung, stattdessen Innendämmung.

Dafür gibt es steuerliche Vorteile nach § 7i EStG: Erhaltungsaufwand auf Baudenkmalen kann über 10 Jahre zu 100 % abgesetzt werden.

Häufige Fragen zur Altbau-Fassadensanierung

Welche Farbe eignet sich für eine Altbaufassade?

Silikatfarben oder Sol-Silikatfarben (z. B. Keim® Granital, Caparol® Sylitol, Brillux® Histolith) sind die beste Wahl. Sie sind diffusionsoffen, verbinden sich mineralisch mit dem Untergrund und entsprechen DIN 18363 Abschnitt 2.4.1. Dispersionsfarben sind für Altbau mit Kalkputz ungeeignet.

Kann ich eine Altbaufassade selbst sanieren?

Nur bei kleineren Flächen und ohne Denkmalschutz-Status. Fachgerechte Altbau-Sanierung erfordert Kenntnisse in Feuchtediagnose, Putzsystematik und Silikatverarbeitung. Zudem schreibt die Unfallverhütungsvorschrift DGUV 38 ab 2 m Höhe ein zugelassenes Gerüst vor. Für Laien realistisch sind nur Sockelbereich und Einzelflächen.

Wie lange hält eine Altbau-Fassadensanierung?

Bei fachgerechter Ausführung mit Silikatfarbe hält die Sanierung 15 bis 25 Jahre. Entscheidend sind die Vorarbeiten: Feuchteanalyse, Putzausbesserung und Wahl systemverträglicher Produkte. Eine alle 10 Jahre empfohlene Inspektion (Sichtkontrolle, Salzausblühungen, Risse) verlängert die Standzeit zusätzlich.

Ist Bayern wirklich 2026 erlaubnisfrei für Erhaltungsanstriche?

Ja, mit Inkrafttreten der BayDSchG-Novelle zum 1.1.2026 sind Erhaltungsanstriche im dokumentierten Bestandsfarbton mit systemgleicher Farbe anzeigefrei. Farbtonwechsel und Bindemittelwechsel bleiben jedoch genehmigungspflichtig. Für andere Bundesländer gelten ähnliche Erleichterungen mit unterschiedlichem Umfang, bei Köln und Berlin sind die Verfahren weiterhin formaler.

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Markenrechtlicher Hinweis: Caparol® ist eine eingetragene Marke der DAW SE, Ober-Ramstadt. Brillux® ist eine eingetragene Marke der Brillux GmbH & Co. KG, Münster. Sto® ist eine eingetragene Marke der Sto SE & Co. KGaA, Stühlingen. Keim® ist eine eingetragene Marke der KEIMFARBEN GmbH, Diedorf. Alle Produktnamen sind ausschließlich beschreibend im Sinne des Nominative Fair Use (Lanham Act § 1125) verwendet. Es besteht keine geschäftliche Verbindung zwischen FacadeColorizer und den genannten Herstellern. Die Verarbeitungs- und Sicherheitsdatenblätter sind ausschließlich auf den jeweiligen Hersteller-Websites verbindlich. Die genannten Förderprogramme (BAFA, KfW, § 35c/§ 7i EStG, Bayerischer Denkmalbonus) entsprechen dem Stand Mai 2026; Förderbedingungen können sich kurzfristig ändern.

Datenschutz-Hinweis (DSGVO): Beim Hochladen eines Hausfotos in unseren Simulator wird das Bild in eine sichere Cloud-Infrastruktur übertragen und nach erfolgter KI-Verarbeitung gemäß unserer Aufbewahrungsfrist behandelt (Details siehe Datenschutzerklärung). Die Verarbeitung erfolgt nach Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO (Vertragserfüllung). Sie haben jederzeit Auskunfts- und Berichtigungsrechte nach Art. 15-17 DSGVO.

Eine gelungene Altbau-Fassadensanierung beginnt mit der Diagnose und der richtigen Farbwahl. Testen Sie Ihre Wunschfarbe vorab am Foto Ihres Gebäudes mit unserem KI-Fassadensimulator. Quellen: Bundesverband Farbe und Sachwertschutz, DIN 18363, DIN 18550, DIN EN 16302, DIN EN ISO 2409, WTA-Merkblatt 2-9 und 4-5, BAFA Förderrichtlinien BEG EM, § 35c und § 7i EStG, BayDSchG-Novelle 1.1.2026.

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Verifizierte WhatsApp-Verbatims, mit schriftlicher Zustimmung der Verfasser veröffentlicht. Vornamen aus Vertraulichkeitsgründen geändert.

A propos de l'auteur

Hugo Dumoulin est editeur et color expert chez FacadeColorizer. 8 ans d'experience en peinture residentielle et color matching. Toutes les recommandations sont basees sur 16 983 previews et les referentiels officiels (DIN, EPA, ASTM).

Contact: L'equipe FacadeColorizer

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