Weißer Flachheizkörper unter einem Fenster in einer deutschen Wohnung, Thermostat und Rohre blau abgeklebt, davor Malervlies auf Parkett mit unbeschriftetem Lackeimer und Heizkörperpinsel
Innenraumgestaltung

Heizkörperlack: was die Merkblätter von Caparol, Brillux, Alpina und Schöner Wohnen zu Hitze, Vergilbung und Geruch sagen, und wie Sie den Heizkörper richtig streichen

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Heizkörperlack: 125 oder 180 °C, Wasser oder Lösemittel? Werte aus den Merkblättern zu Vergilbung, Geruch, Grundierung und Trockenzeit, plus Anleitung.
5 Min. Lesezeit

Für den Heizkörper im Wohnraum reicht in der Regel ein weißer, wasserverdünnbarer Heizkörperlack. Das sind etwa Caparol Capacryl Heizkörper-Lack (hitzebeständig bis 125 °C), Alpina Weißlack für Heizkörper (130 °C), Brillux Lacryl-PU Heizkörperlack 265 (180 °C) oder Schöner Wohnen Home Heizkörperlack. Eine höhere Gradzahl ist bei einer Warmwasserheizung kein Vorteil an sich: Die Norm für Heizkörperbeschichtungen, DIN 55900, gilt für Anlagen mit Vorlauftemperaturen bis 120 °C. Wichtiger sind drei andere Punkte. Caparol sichert die hohe Vergilbungsbeständigkeit seiner beiden Heizkörperlacke nur für Anlagen unter 60 °C zu. Der lösemittelhaltige Capalac Heizkörperlack (180 °C) enthält bis zu 440 g/l VOC, der wasserverdünnbare Capacryl höchstens 110 g/l. Und bunte Lacke sind bei den hier verglichenen Herstellern nur bis 80 °C freigegeben. Gestrichen wird der kalte Heizkörper.

Alle Produktwerte stammen aus den Technischen Informationen und Merkblättern der Hersteller, abgerufen am 30.10.2026. Einen aktuellen unabhängigen Labortest von Heizkörperlacken haben wir nicht gefunden; die von uns gesichteten Vergleichsseiten, die „Testsieger“ nennen, legen keine Messungen vor. Deshalb vergleichen wir hier die veröffentlichten Spezifikationen und vergeben keine Rangliste.

Der Heizkörper bleibt weiß, aber welche Wand passt dazu?

Unser Simulator färbt Wände, nicht Heizkörper. Er zeigt also nicht den frischen Lack, sondern wie ein neuer Wandton rund um den Heizkörper wirkt. Wie das funktioniert, erklärt die Seite zum Innenraum-Farbsimulator.

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Heizkörperlack im Vergleich: die Werte aus den Merkblättern

Fünf weiße Lacke, die ihre Hersteller ausdrücklich für Heizkörper ausweisen. Die Trockenzeiten gelten bei 20 °C und 65 % relativer Luftfeuchte; bei Kälte, höherer Feuchte und dicken Schichten dauert es länger.

Produkt (Merkblatt)BasisHitzebeständig bisVergilbung laut MerkblattVerbrauch je AnstrichÜberstreichbar nachVOC max. (EU-Grenzwert)
Caparol Capacryl Heizkörper-Lack (TI 967, Juli 2023)Acryldispersion, wasserverdünnbar, geruchsarm125 °Chohe Beständigkeit bei Anlagen unter 60 °Cca. 100 bis 130 ml/m²10 bis 12 h (durchgetrocknet 48 h)110 g/l (140 g/l)
Caparol Capalac Heizkörperlack (TI 090, Dezember 2023)Alkydharz mit aromatenfreien Lösemitteln180 °Chohe Beständigkeit bei Anlagen unter 60 °C80 bis 110 ml/m² gestrichen, 70 bis 90 ml/m² gerollt20 h (grifffest nach ca. 12 h)440 g/l (500 g/l)
Brillux Lacryl-PU Heizkörperlack 265 (Praxismerkblatt, 03.03.2026)Acrylat-Copolymer-Dispersion, wasserbasiert, PU-verstärkt180 °C (farbtonstabil bis 140 °C)„vergilbungsresistent“, hohe Weißgradstabilitätca. 110 bis 130 ml/m²ca. 1 h100 g/l (140 g/l)
Alpina Weißlack für Heizkörper, glänzend und seidenmatt (TI 17684, November 2020)Polyurethan-Acryldispersion, wasserverdünnbar130 °C„hoch vergilbungsbeständig“, keine Temperaturangabeca. 75 bis 100 ml/m²10 bis 12 h (durchgetrocknet ca. 24 h)in der TI nicht genannt
Schöner Wohnen Home Heizkörperlack glänzend (TM 2444, August 2024)Acrylat-Copolymer-Dispersion, PU-verstärkt, Wasser„hitzebeständig“, keine Gradzahl im Merkblatt„vergilbungsbeständig“, keine Temperaturangabeca. 120 bis 130 ml/m²ca. 10 bis 12 h1 g/l (130 g/l)

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Kein Foto? Beispiel testen

Beim Schöner-Wohnen-Lack steht im Technischen Merkblatt 2444 keine Temperatur. Eine Händlerliste von Bauhaus Österreich nennt für die seidenmatte Variante 180 °C; beim Hersteller konnten wir diesen Wert nicht bestätigen. Das Merkblatt der Alpina liegt uns über die Händlerkopie von Hornbach vor, die 130 °C bestätigt aber auch die Lackbroschüre von Alpina selbst. Die Sortimente der Marken ordnet der Ratgeber Alpina gegen Schöner Wohnen für die Innenfarben ein.

125 °C oder 180 °C: wann die Gradzahl zählt

Beide Caparol-Lacke stehen im selben Sortiment, und der Unterschied wird oft falsch gelesen. Capacryl Heizkörper-Lack hält bis 125 °C, Capalac Heizkörperlack bis 180 °C. Beide sind laut Merkblatt für Warmwasserheizkörper gedacht. Drei Angaben ordnen die Zahlen ein:

  • Die Norm endet bei 120 °C. DIN 55900-1:2018-11 gilt für Grund- und Reparaturbeschichtungen von Raumheizkörpern in Warmwasser- und Niederdruck-Dampfheizungen mit Vorlauftemperaturen bis 120 °C; Teil 2 regelt die Deckbeschichtungen.
  • Die Bezugswerte für Wohnhäuser liegen deutlich darunter. Für ein niedertemperaturfähiges Gebäude nennt ein Bericht des Umweltbundesamts von 2026 maximal 55 °C Vorlauf, und ein Großteil der Gebäude heize derzeit mit mehr als 55 °C. Hersteller wie Vogel & Noot geben Heizleistungen unter anderem bei 75/65/20 und 45/35/20 an, also Vorlauf, Rücklauf und Raumtemperatur in Grad Celsius.
  • Die Grundierung begrenzt das System. Die Technische Information 090 nennt für die beiden Capalac-Grundierungen, Capalac AllGrund und Disbon 481 EP-Universalprimer, jeweils „bis 100 °C“. Auf einem so grundierten Heizkörper hilft die 180-°C-Angabe des Decklacks also nur begrenzt.

Für eine Dampfheizung ist die Gradzahl dagegen nicht das einzige Kriterium: Caparol und Schöner Wohnen nennen nur Warmwasseranlagen. Brillux Lacryl-PU 265 und der Alpina Weißlack sind ausdrücklich auch für Rohrleitungen in Dampfheizungen ausgewiesen. Unklar, welche Anlage Sie haben? Dann fragen Sie die Heizungsfirma oder den Vermieter nach Vorlauftemperatur und Anlagenart, bevor Sie kaufen.

Vergilbung: warum weißer Lack gelb wird und was sie auslöst

Die Vergilbung ist bei Heizkörpern meist der eigentliche Anlass zum Neustreichen, und hier sind die Merkblätter ungewöhnlich offen. Beide Caparol-Lacke versprechen hohe Vergilbungsbeständigkeit nur für Warmwasseranlagen unter 60 °C. Über diese Grenze hinaus gibt es keine Zusage, auch nicht beim Lack mit 180 °C Hitzebeständigkeit: Hitzebeständig heißt, dass der Film die Temperatur übersteht, nicht dass er weiß bleibt. Brillux trennt das ausdrücklich und nennt 180 °C Hitzebeständigkeit neben „farbtonstabil bis +140 °C“.

Hitze ist außerdem nicht die einzige Ursache. Für helle Farbtöne und Weiß nennt die TI 090 drei Auslöser: mangelnden Lichteinfluss (UV-Strahlung), Wärme und chemische Einflüsse wie Ammoniakdämpfe aus Reinigungsmitteln, Kleb-, Anstrich- oder Dichtstoffen. Diese Vergilbung sei materialtypisch und kein Produktmangel. Daraus ergeben sich drei einfache Regeln:

  • Keine ammoniakhaltigen Reiniger auf dem frischen Lack; beständig sind die Lacke laut Merkblatt gegen übliche Haushaltsreiniger.
  • Kein Kontakt mit weichmacherhaltigen Kunststoffen wie Dichtprofilen und Dichtstoffen, darauf weisen Brillux und Schöner Wohnen hin.
  • Ein weißer Lack, der in einer dunklen Nische hinter einer Verkleidung sitzt, bekommt wenig Licht; das ist genau der erstgenannte Auslöser. Für solche Stellen nennt kein Merkblatt ein eigenes Produkt.

Wer sein Weiß abstimmen will: Capalac gibt seinen Ton mit ca. RAL 9016 an, und werkseitig pulverbeschichtete Flachheizkörper von Vogel & Noot sind laut Preisliste ebenfalls in RAL 9016 ausgeführt. Die Eigenschaften dieses Tons behandelt der Ratgeber zu RAL 9016 Verkehrsweiß. Eine konkrete Zusage oberhalb von 60 °C macht unter den verglichenen Produkten nur Brillux mit „farbtonstabil bis +140 °C“; Alpina und Schöner Wohnen nennen keine Temperatur.

Wasser oder Lösemittel: Geruch, VOC und Konservierer

Caparol selbst zieht in der TI 090 die Linie: Wegen der materialtypischen Geruchsentwicklung von Alkydharzlacken empfiehlt der Hersteller für großflächige Beschichtungen im Innenbereich den wasserverdünnbaren Capacryl. Die Zahlen dazu: höchstens 440 g/l VOC beim Capalac gegen höchstens 110 g/l beim Capacryl, also nach unserer Rechnung das Vierfache. Der Capalac ist zudem entzündbar, und sein Werkzeug wird mit Kunstharz- oder Universalverdünnung gereinigt, nicht mit Wasser.

Wasserbasiert heißt allerdings nicht frei von allem:

  • Konservierer: Alle vier wasserbasierten Produkte enthalten Konservierungsmittel. Capacryl nennt in der Technischen Information 967 Benzisothiazolinon und eine Isothiazolinon-Reaktionsmasse, Brillux und Alpina Benzisothiazolinon, Schöner Wohnen Benzisothiazolinon und Zinkpyrithion. Mit dem Hinweis „Kann allergische Reaktionen hervorrufen“ sind alle vier versehen. Wer auf Isothiazolinone reagiert, ruft vorher die Allergiker-Hotline des Herstellers an; Merkblatt und Sicherheitsdatenblatt nennen sie.
  • Blauer Engel: Brillux weist für den Lacryl-PU 265 das Zeichen DE-UZ 12a aus, das laut Factsheet für lösemittelarme Lacke mit geringem Schadstoffgehalt steht. Der Lack entspricht zudem laut Merkblatt EN 71-3 (Sicherheit von Spielzeug, Speichel- und Schweißechtheit) und den Anforderungen des AgBB.
  • Lüften: Alle Merkblätter verlangen gründliche Belüftung während Verarbeitung und Trocknung, auch für die wasserbasierten Lacke. Beim Schleifen gilt Staubfilter P2.

Für Schlaf- und Kinderzimmer spricht damit vieles für einen wasserbasierten Lack mit niedrigem VOC-Wert. Den gleichen Abwägungen begegnen Sie beim Holz: Der Ratgeber Holzfarbe und Holzlack für innen vergleicht die Lacksysteme auf Holzflächen.

Weißer Flachheizkörper an der Wand, die linke Hälfte frisch glänzend weiß lackiert, die rechte Hälfte noch gelblich und stumpf, Thermostat abgeklebt, darunter Malervlies mit Farbwanne und Pinsel
Illustration: links der frische Lack, rechts der vergilbte Altanstrich. Tragfähige Altanstriche werden angeschliffen und gereinigt; was abblättert, muss laut Merkblatt vollständig runter.

Vorbereitung: Rost, Schleifen und die richtige Grundierung

Welche Grundierung nötig ist, hängt vom Zustand des Heizkörpers ab. So ordnen die Hersteller die Fälle ein:

ZustandVorbereitungCaparolBrilluxSchöner Wohnen / Alpina
Blankes Metall, Rostgründlich reinigen, entrosten; Alpina: bis eine metallisch glänzende Fläche zu sehen ist, Kanten rundenCapalac AllGrundHaftgrund 850Home Grundierung für Eisenmetalle / Alpina Rostschutz-Grundierung
Werkseitig grundiert oder beschichtetanschleifen, reinigenDisbon 481 EP-UniversalprimerSchadstellen mit Haftgrund 850; Grundierung muss DIN 55900 entsprechengründlich anschleifen, 1x Home Heizkörperlack als Grundanstrich / keine eigene Angabe
Intakter Altanstrichanschleifen, reinigen, Schadstellen vorbehandelndirekt Capacryl Heizkörper-LackLacryl Allgrund 246 je nach Erfordernis1x Home Heizkörperlack / Alpina: Verträglichkeit mit Klebeband- und Anstrichtest prüfen
Intakte Einbrenn- oder PulverlackierungOberfläche prüfen, anschleifen, reinigenin TI 967 nicht eigens genannt2K-Epoxi Varioprimer 865 oder 864in den Merkblättern nicht eigens genannt
Abblätternder Altanstrichbis auf den tragfähigen Untergrund entfernendanach wie unbeschichtetdanach wie unbehandeltrestlos entfernen

Der Pulver-Fall betrifft auch neuere Heizkörper: Vogel & Noot beschreibt für seine Flachheizkörper eine eingebrannte Grundbeschichtung und darüber eine Pulverbeschichtung nach DIN 55900 Teil 2, bei 210 °C eingebrannt. Für intakte Einbrenn- und Pulverlackierungen führt Brillux eine eigene Zweikomponenten-Grundierung auf. Caparol verlangt für verrostete Flächen Normreinheitsgrad SA 2½ (Strahlen) oder ST3 (maschinell) nach DIN EN ISO 12944-4; das ist mit Handwerkzeug im Wohnraum nicht immer erreichbar. Großflächigen Rost lässt man besser vom Fachbetrieb beurteilen.

Eine Warnung gehört dazu: Laut Brillux können beim Schleifen oder Abbrennen von Anstrichen gesundheitsgefährdende Stäube und Dämpfe frei werden. Bei sehr alten Heizkörpern, deren Anstrich Sie nicht kennen, klären Sie die Zusammensetzung vorher mit einem Malerbetrieb; das gilt erst recht in Haushalten mit kleinen Kindern. Was Sie beim Bearbeiten alter Lackschichten an Türen beachten, steht im Ratgeber Türen und Türrahmen lackieren.

Heizkörper streichen: Anleitung Schritt für Schritt

  1. Heizung aus, Heizkörper kalt. „Nur kalte Heizkörper lackieren“, schreibt das TM 2444 von Schöner Wohnen. Prüfen Sie auch die Raumbedingungen: Capacryl verlangt mindestens 8 °C für Material, Luft und Untergrund, günstig sind 10 bis 25 °C bei höchstens 70 % relativer Luftfeuchte. Alpina, Brillux, Capalac und Schöner Wohnen nennen mindestens 5 °C.
  2. Reinigen und Schleifen. Staub und Fett entfernen, Altanstrich anschleifen, Schleifstaub abnehmen. Der Untergrund muss sauber, trocken und tragfähig sein.
  3. Abkleben und abdecken. Thermostat, Ventile, Wand und Boden schützen. Keine Dichtungen überlackieren, die Weichmacher enthalten können.
  4. Grundieren, wo die Tabelle oben es verlangt, und die Trockenzeit der Grundierung laut ihrem eigenen Merkblatt einhalten.
  5. Lack aufrühren, auftragen. Bei Bedarf höchstens 5 % Wasser zugeben (Capacryl, Brillux, Schöner Wohnen, Alpina für die Grundierung). Auf größeren Flächen empfehlen Caparol und Alpina eine kurzflorige Nylonrolle und das sofortige Nacharbeiten mit feinporiger Schaumstoffrolle oder Pinsel; als Pinsel nennt Caparol Spitz- und Flachpinsel. Dünn arbeiten: Große Schichtdicken verzögern laut Caparol die Trocknung.
  6. Trocknen, leicht anschleifen, zweiter Anstrich. Brillux empfiehlt einen Zwischenschliff, Schöner Wohnen ebenso. Je nach Altanstrich reichen ein bis zwei Deckanstriche.
  7. Heizung wieder an. Hier unterscheiden sich die Merkblätter. Schöner Wohnen schreibt vor, den Heizkörper nach dem Lackieren bis zur vollständigen Trocknung auf maximale Temperatur aufzuheizen. Caparol, Alpina und Brillux geben nur Trockenzeiten an, keine Aufheizvorschrift. Halten Sie sich an das Merkblatt des gekauften Lacks, und planen Sie mit Capacryl die durchgetrocknete Schicht nach 48 Stunden ein.

Zeitplan und Menge (unsere Rechnung): Ein Flachheizkörper von 120 × 60 cm hat vorn 0,72 m²; mit Seiten und Oberseite rechnen wir bei 10 cm Bautiefe grob mit 1 m². Zwei Anstriche mit dem oberen Verbrauchswert von 130 ml/m² ergeben 260 ml, eine 750-ml-Dose reicht also für zwei solche Heizkörper und einen Rest. Profilierte Fronten und Rippenheizkörper haben eine größere Fläche; laut den Herstellern lässt sich der genaue Verbrauch nur am Objekt ermitteln. Bei Capacryl liegen zwischen zwei Anstrichen 10 bis 12 Stunden, also planen Sie zwei Tage ein, beim Brillux 265 reicht laut Merkblatt rund eine Stunde. Allgemeine Abläufe für einen Renovierungstag stehen im Ratgeber Innenräume streichen.

Farbige Heizkörper: nur bis 80 °C

Wer einen anthrazitfarbenen oder farbigen Heizkörper möchte, verlässt den Bereich der weißen Speziallacke. Alle drei Hersteller, die sich dazu äußern, ziehen dieselbe Grenze:

  • Caparol: Farbige Lackierungen auf Warmwasserheizkörpern von 5 bis maximal 80 °C mit Capacryl PU-Satin oder PU-Gloss, und ausdrücklich keine Weißtöne damit, wegen Vergilbungsgefahr.
  • Brillux: Den Heizkörperlack 265 nicht abtönen; helle Töne lassen sich über das Farbsystem mischen. Für mittel oder satt getönte Anstriche bis maximal +80 °C nennt das Merkblatt Lacryl-PU Glanzlack 275 und Seidenmattlack 270.
  • Schöner Wohnen: Für intensive farbige Anstriche bis maximal +80 °C den Home Buntlack glänzend; der Heizkörperlack selbst ist damit nur bis 10 % abtönbar.

Das beantwortet auch die häufige Frage nach „normalem“ Lack: Laut diesen Merkblättern sind die genannten Buntlacke bis 80 °C freigegeben, ein beliebiger Lack ohne solche Angabe ist es nicht. Wandfarbe scheidet aus; bei Latexfarbe etwa nennen die Merkblätter nur Wände und Decken als Verwendungszweck, wie der Ratgeber Latexfarbe innen zeigt. Auch Sprühdosen sind nicht automatisch geeignet: Das Wilckens Heizkörperlackspray ist nur bis 80 °C hitzebeständig. Fertige Bunttöne von Schöner Wohnen, zum Beispiel Blautöne, zeigt der Ratgeber Schöner Wohnen Blau für innen.

Kostet Lack Heizleistung? Was belegt ist und was nicht

Eine belastbare Zahl dazu, wie viel Leistung ein Neuanstrich oder eine bestimmte Farbe kostet, haben wir nicht gefunden. Keines der hier verglichenen Merkblätter macht eine Aussage dazu, und die Forenbeiträge, die Emissionsgrade für Heizkörperlack und Prozentwerte nennen, belegen sie nicht. Deshalb nennen wir keine Prozentzahl.

Die einzige Messung, die wir zur Farbfrage gefunden haben, kommt aus dem Physikpraktikum der Ruhr-Universität Bochum. In einem Plakat zu Hohlraumstrahlern berichtet eine Studierendengruppe, der Emissionsgrad von mattschwarzem und mattweißem Lack sei im Infraroten gleich gewesen. Das Plakat nennt selbst Fehlerquellen, und gemessen wurden keine Heizkörper. Es spricht also gegen die Faustregel, ein schwarzer Heizkörper heize besser, beweist aber nichts für Ihre Anlage. Zu Metallic- und Bronzelacken haben wir keine Messung gefunden. Wenn die Heizleistung knapp ist, fragen Sie die Heizungsfirma, bevor Sie einen Metalliclack wählen. Um bei niedrigerer Vorlauftemperatur genug Wärme zu bekommen, nennt der UBA-Bericht den Tausch zu klein dimensionierter Heizkörper gegen leistungsfähigere oder größere, nicht einen neuen Anstrich.

Welcher Heizkörperlack für welchen Fall?

SituationSinnvolle Wahl laut Merkblatt
Warmwasserheizkörper in Wohn-, Schlaf- oder Kinderzimmer, weißwasserverdünnbarer Heizkörperlack: Capacryl, Brillux 265, Alpina oder Schöner Wohnen
Kurze Sperrzeit, ein ArbeitstagBrillux 265, überarbeitbar nach ca. 1 Stunde; Bezugsquelle vorab klären
Keller, Heizungsraum, gut belüftbar, Lösemittelsystem gewünschtCapalac Heizkörperlack; im Wohnraum empfiehlt Caparol für große Flächen Capacryl
Rohrleitungen einer DampfheizungBrillux 265 oder Alpina Weißlack; Anlage vorher vom Heizungsfachbetrieb klären lassen
Farbiger oder anthrazitfarbener Heizkörper, Anlage bis 80 °CCapacryl PU-Satin oder PU-Gloss, Brillux 270 oder 275, Schöner Wohnen Home Buntlack
Pulverbeschichteter Neuheizkörperzuerst Haftung sichern, etwa mit dem 2K-Epoxi Varioprimer von Brillux; im Zweifel Malerbetrieb

Der Lack ist oft nur ein Teil der Renovierung. Für die Marken-Einordnung der Wandfarben helfen der Überblick Caparol Wandfarbe innen und, zu den Brillux-Lacken mit ihren Nummern, der Artikel Brillux Lacryl: was es wirklich gibt. Die Wand hinter und neben dem Heizkörper bleibt die größere Fläche: Passende Töne stellt die Farbtöne-Übersicht für innen vor.

Heizkörper frisch, jetzt die Wand?

Der Simulator lackiert keinen Heizkörper. Er zeigt auf Ihrem Foto, wie Caparol-, Alpina- oder RAL-Töne an den Wänden rund um den weißen Heizkörper wirken. Die erste HD-Simulation ist kostenlos.

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Quellen und Referenzen

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Häufige Fragen

Welcher Lack ist für Heizkörper geeignet?
Ein vom Hersteller für Heizkörper ausgewiesener Lack, im Wohnraum in der Regel ein weißer, wasserverdünnbarer Heizkörperlack wie Caparol Capacryl Heizkörper-Lack (bis 125 °C), Alpina Weißlack für Heizkörper (bis 130 °C), Brillux Lacryl-PU Heizkörperlack 265 (bis 180 °C) oder Schöner Wohnen Home Heizkörperlack. Farbige Anstriche sind bei Caparol, Brillux und Schöner Wohnen nur mit bestimmten Buntlacken und bis maximal 80 °C vorgesehen.
Wie heiß darf Heizkörperlack werden?
Das hängt vom Produkt ab: Capacryl Heizkörper-Lack ist bis 125 °C hitzebeständig, Alpina Weißlack bis 130 °C, Capalac Heizkörperlack und Brillux Lacryl-PU 265 bis 180 °C. Die Norm DIN 55900 für Heizkörperbeschichtungen gilt für Anlagen mit Vorlauftemperaturen bis 120 °C. Für die Grundierungen Capalac AllGrund und Disbon 481 nennt Caparol bis 100 °C.
Warum vergilbt Heizkörperlack?
Laut Caparol können mangelnder Lichteinfluss (UV-Strahlung), Wärme und chemische Einflüsse wie Ammoniakdämpfe aus Reinigungsmitteln, Kleb-, Anstrich- oder Dichtstoffen helle Lacke vergilben lassen. Hohe Vergilbungsbeständigkeit sichert Caparol für seine beiden Heizkörperlacke nur bei Warmwasseranlagen unter 60 °C zu. Hitzebeständig heißt also nicht, dass der Lack weiß bleibt.
Muss die Heizung beim Streichen aus sein?
Ja. Das Technische Merkblatt 2444 von Schöner Wohnen schreibt vor, nur kalte Heizkörper zu lackieren und sie danach bis zur vollständigen Trocknung auf maximale Temperatur aufzuheizen. Caparol, Alpina und Brillux nennen keine Aufheizvorschrift, sondern Trockenzeiten: Capacryl ist nach 10 bis 12 Stunden überstreichbar und nach 48 Stunden durchgetrocknet. Maßgeblich ist das Merkblatt des gekauften Lacks.
Wasserbasiert oder lösemittelhaltig: was ist für innen besser?
Für große Flächen im Innenraum empfiehlt Caparol wegen der materialtypischen Geruchsentwicklung von Alkydharzlacken den wasserverdünnbaren Capacryl. Capalac enthält bis zu 440 g/l VOC, Capacryl höchstens 110 g/l. Auch die wasserbasierten Lacke enthalten Konservierungsmittel und tragen den Hinweis auf mögliche allergische Reaktionen, gründliches Lüften bleibt also nötig.
Muss man Heizkörper vor dem Lackieren grundieren?
Das hängt vom Untergrund ab. Blankes oder entrostetes Metall braucht eine Grundierung, etwa Capalac AllGrund, Brillux Haftgrund 850 oder eine Rostschutz-Grundierung. Intakte Altanstriche werden angeschliffen und gereinigt; Caparol lackiert dann direkt mit Capacryl, Brillux nennt je nach Erfordernis Lacryl Allgrund 246. Für intakte Pulverlackierungen führt Brillux einen 2K-Epoxi-Primer auf.
Heizt ein schwarzer Heizkörper besser als ein weißer?
Belegen können wir das nicht. Die verglichenen Merkblätter sagen dazu nichts, und eine belastbare Messung an Heizkörpern haben wir nicht gefunden. Ein Praktikumsplakat der Ruhr-Universität Bochum berichtet für mattschwarzen und mattweißen Lack denselben Emissionsgrad im Infraroten, bei Hohlkörpern und nicht an Heizkörpern. Zu Metalliclacken haben wir keine Messung gefunden.

Erwähnte Markennamen (Sherwin-Williams, Benjamin Moore, Behr, Caparol, Brillux, Sto, Alpina, Valspar, PPG, Glidden, Dulux, Crown, Sandtex, Farrow & Ball, Johnstone's, Leyland) sind Eigentum der jeweiligen Inhaber. FacadeColorizer ist unabhängig und mit keiner dieser Marken affiliiert. Nominative fair use gemäß Lanham Act §1125.

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