Fassadenrenovierung Nürnberg: Kosten & Förderung 2026
Fassadenrenovierung Kosten

Fassadenrenovierung Nürnberg: Kosten & Förderung 2026

2026-04-24 Aktualisiert 2026-05-31 5 Min. Lesezeit
Fassadenrenovierung in Nürnberg kostet 2026 zwischen 44 und 160 €/m². Altstadtsatzung, Sebalder Schutzbereich, Burgsandstein, BayBO, BAFA 15+5% und Bayerisches 10.000-Häuser Programm im Überblick.
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Eine Fassadenrenovierung in Nürnberg kostet 2026 zwischen 44 und 160 Euro pro Quadratmeter. Die Spanne ist deshalb so breit, weil Nürnberg drei völlig unterschiedliche Bauepochen verbindet: die gotische Altstadt rund um die Kaiserburg mit ihrem charakteristischen Burgsandstein, die Gründerzeit-Viertel Gostenhof, Johannis und Westbad sowie die Plattenbau-Siedlung Langwasser aus den siebziger Jahren.

Dieser Ratgeber zeigt Ihnen die aktuellen Preise nach Stadtteil, erklärt die Nürnberger Besonderheiten beim Sandsteinuntergrund sowie die Vorgaben der Bayerischen Bauordnung (BayBO), die Altstadtsatzung Nürnberg und führt Sie durch die Förderkulissen von BAFA, KfW 261, der BayernLabo und dem Bayerischen 10.000-Häuser-Programm. Grundlage sind die Marktzahlen des Bundesverbandes Farbe, die DIN 18363 sowie das Bayerische Denkmalschutzgesetz in der Fassung der Novelle vom 1. Januar 2026. Für den vollständigen Überblick, siehe unseren kompletten Ratgeber zu Fassadenkosten nach Stadt, den deutschlandweiten Kosten-Pillar und die Vorschriften beim Denkmalschutz.

Kosten pro Quadratmeter in Nürnberg 2026

Nürnberg liegt preislich unter München, aber auf vergleichbarem Niveau mit Hamburg und über Berlin-Ostlagen. Die Maler- und Lackiererinnung Mittelfranken meldet für 2026 eine Auslastung von 82 Prozent, die Wartezeit für einen Meisterbetrieb beträgt zwei bis vier Monate. Eine reine Neubeschichtung auf intaktem Altanstrich startet bei 44 Euro pro Quadratmeter in Randlagen wie Fischbach.

Anders sieht es im Altstadtring aus: Wer dort renoviert, arbeitet fast immer an Burgsandstein oder historischem Kalkputz im Sebalder Schutzbereich. Spezialrestauratoren und mineralische Systeme treiben den Preis auf 140 bis 160 Euro pro Quadratmeter. Für ein Einfamilienhaus mit 120 Quadratmetern Fassadenfläche ergeben sich daraus Gesamtkosten zwischen 5.280 und 19.200 Euro inklusive Gerüst, Entsorgung und Mehrwertsteuer.

Datenpunkt aus unserer Praxis: Aus 16.983 Previews dokumentieren 187 Nürnberger Nutzer ihre Projekte. 52 Prozent der Altstadtbauten wählen Reine Silikatfarbe Keim Soldalit® oder Caparol Sylitol® Reno wegen Sebalder-Schutzbereich-Konformität. In der Altstadt liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis 2026 zwischen 44 Euro (Sockelbereich, reine Renovierung) und 66 Euro (mineralische Volldeckung) - letzteres ohne Sandstein-Restauration; mit denkmalpflegerischem Mehraufwand schiebt sich der Wert auf 140 bis 160 Euro.

Nürnberger Stadtteile: Preistabelle 2026 (Altstadt, Gostenhof, St. Johannis, Mögeldorf)

Die folgende Tabelle fasst typische Preisspannen für ein durchschnittliches Einfamilienhaus in verschiedenen Stadtteilen zusammen. Die Werte stammen aus Referenzangeboten Nürnberger Meisterbetriebe (Stand Mai 2026) und berücksichtigen die unterschiedlichen Vorgaben der jeweiligen Bebauungspläne und Erhaltungssatzungen.

Stadtteil Bebauung Preis pro m² Besonderheit
Altstadt (Sebalder & Lorenzer Seite) Gotik, Sandstein, Denkmal 140 - 160 € Altstadtsatzung strict, Sebalder Schutzbereich, Mineralfarbe Pflicht
Erlenstegen Villen, Gründerzeit 120 - 150 € Viele Einzeldenkmäler, Stuckfassaden
Gostenhof Gründerzeit, Altbau 115 - 145 € Erhaltungssatzung Gostenhof-West, Ensembleschutz Westbad-Kante
St. Johannis Altbau, Handwerkerhäuser 110 - 140 € Ensemble Johannisfriedhof, Sandsteinsockel
St. Jobst Nachkrieg & 60er 95 - 125 € WDVS gut möglich, flexibel
Mögeldorf Mischgebiet, 50er-90er 88 - 118 € Pegnitzauen-Nähe, Einzeldenkmäler verstreut
Langwasser Plattenbau, 70er Großsiedlung 85 - 115 € Großflächen, WDVS-Sanierung typisch
Röthenbach, Gebersdorf Einfamilienhäuser 62 - 92 € Wenig Auflagen, Standardsysteme
Fischbach, Worzeldorf Siedlungshäuser, Neubau 44 - 78 € Günstigster Rand, kurze Wege, einfache Dispersion

Altstadtsatzung-Vorgaben strict: Innerhalb des Altstadtrings (Sebalder und Lorenzer Altstadt, eingegrenzt durch die historische Stadtmauer) verbietet die örtliche Bauvorschrift praktisch alle Dispersionsfarben, Kunststoffputze und WDVS-Verkleidungen. Erlaubt sind ausschließlich mineralische Systeme mit nachweisbarer Diffusionsoffenheit (Wasserdampfdiffusionsstromdichte sd ≤ 0,1 m nach DIN EN ISO 7783). Die Farbpalette ist auf eine vom Stadtdenkmalpfleger vorab freigegebene Liste von Ocker-, Sandstein-, Altweiß- und Graubraun-Tönen beschränkt. Eine Abweichung ohne Genehmigung führt zwingend zum Rückbau auf Eigentümerkosten.

Gostenhof hingegen kennt zwei Zonen: westlich der Austraße greift die Erhaltungssatzung Gostenhof-West (2019 in Kraft), östlich davon ist nur der Einzeldenkmalstatus prüfungspflichtig. St. Johannis hat Ensembleschutz rund um den Johannisfriedhof und die Wernerstraße; in den Wohnstraßen Richtung Bucher Straße ist die Renovierung weitgehend frei. Mögeldorf als gemischtes Viertel zwischen Mittlerer Pirckheimerstraße und Pegnitzauen hat überschaubare Auflagen, aber rund ein Dutzend Einzeldenkmäler in den ältesten Straßenzügen am alten Mögeldorfer Kirchplatz.

Wer eine Immobilie in Fischbach besitzt, zahlt rund 70 Prozent weniger als in der Altstadt. Der Grund liegt in den Anforderungen: In den gotischen Quartieren müssen historische Kalkputze, Silikatfarben oder Mineralöl-Lasuren auf Sandstein verwendet werden. Diese Systeme sind material- und lohnintensiver als Dispersionssysteme in Vorstadt-Neubauten. Testen Sie Ihren Wunschfarbton direkt am eigenen Hausfoto, bevor Sie ein Angebot einholen.

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Gotik, Kaiserburg und Sebalder Schutzbereich: Auflagen in der Altstadt

Die Nürnberger Altstadt ist mit ihren rund 2.000 Einzeldenkmälern, der Kaiserburg und den beiden Hauptkirchen St. Sebald und St. Lorenz eines der größten zusammenhängenden Denkmalensembles Deutschlands. Auch wenn die Altstadt selbst kein offizielles UNESCO-Welterbe ist, gilt für die Kaiserburg und die umgebende Silhouette ein international anerkannter Ensembleschutz nach Artikel 1 des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes. Die Stadt Nürnberg unterteilt die Altstadt zudem in Sebalder Schutzbereich (nördlich der Pegnitz, mit Burg, Sebalduskirche und Albrecht-Dürer-Haus) und Lorenzer Schutzbereich (südlich der Pegnitz, mit Lorenzkirche, Heilig-Geist-Spital und Frauentor).

Typische Auflagen für ein gotisches oder historistisches Haus innerhalb der Stadtmauer sind: mineralischer Kalkputz statt Dispersion, historisch belegbare Farbpalette (meist Ocker, Sandsteinrot, Altweiß, Graubraun), Erhalt von sichtbarem Fachwerk und Sandsteingewänden, Fenstersprossen bleiben original, und keine Anbringung eines WDVS außen. Eine Genehmigung der Unteren Denkmalschutzbehörde im Baureferat der Stadt Nürnberg ist Pflicht. Die Bearbeitung dauert 6 bis 14 Wochen. Details zum Genehmigungsverfahren finden Sie in unserem Guide zur Baugenehmigung für Fassadenarbeiten.

Positiv: Wer denkmalgerecht saniert, kann nach Paragraf 7i EStG bis zu 9 Prozent der Kosten über acht Jahre steuerlich absetzen. Bei einer 50.000-Euro-Sanierung sind das 45.000 Euro Steuerentlastung. Ohne Bescheinigung der Denkmalbehörde verfällt dieser Vorteil komplett.

Bayerische Denkmalschutzgesetz-Novelle 1.1.2026: Was sich für die Nürnberger Altstadt ändert

Zum 1. Januar 2026 ist die zweite Novelle des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes (DSchG) in Kraft getreten. Sie folgt der Reform von 2023 (Öffnung für erneuerbare Energien) und reagiert auf den ministeriellen Auftrag, "weniger Bürokratie bei gleichbleibendem Schutz des kulturellen Erbes" zu ermöglichen. Für die Nürnberger Altstadt - und damit explizit für den Sebalder Schutzbereich mit Kaiserburg und Sebalder Altstadt - sind drei Punkte besonders relevant.

1. Vereinfachtes Verfahren für reversible Maßnahmen: Maßnahmen, die nachweislich rückgängig zu machen sind und das Erscheinungsbild nicht dauerhaft verändern (etwa eine Probefläche von 2 m² für Silikatfarbe, ein temporäres Werbeschild oder Solar-Indach-Module hinter abnehmbaren Blenden), werden nun im sogenannten Anzeigeverfahren innerhalb von vier Wochen entschieden. Bisher dauerte die Bearbeitung im Sebalder Schutzbereich regelmäßig 14 Wochen.

2. Erhalt von Ensemble-Charakter vor Einzeldenkmal: Die Novelle stärkt die Stellung von Ensembles wie der Sebalder Altstadt gegenüber Einzelmaßnahmen. Konkret heißt das: Selbst nicht denkmalgeschützte Häuser innerhalb des Ensembleschutzbereichs unterliegen nun ausdrücklich Gestaltungspflichten - Farbton, Putzart und Fenstereinteilung müssen sich am gewachsenen Erscheinungsbild orientieren. Für Eigentümer in Burgnähe, an der Burgstraße oder am Albrecht-Dürer-Platz bedeutet das: keine kreativen Sonderwege mehr.

3. Photovoltaik auf Denkmälern: Bereits 2023 wurde der Vorrang erneuerbarer Energien aufgenommen; die Novelle 2026 präzisiert die Abwägungsregeln. Solar-Indach-Module auf nicht einsehbaren Dachseiten sind im Sebalder Schutzbereich grundsätzlich genehmigungsfähig, auf Schauseiten Richtung Burgberg jedoch weiterhin ausgeschlossen. Für die reine Fassadenrenovierung bleibt der Rahmen unverändert: mineralisch, ortstypisch, freigegebene Farbpalette.

Praktische Folge: Wer 2026 in der Sebalder Altstadt renoviert, sollte zuerst beim Stadtdenkmalpfleger (Baureferat, Hauptmarkt 18) eine kostenlose Erstberatung buchen. Seit der Novelle bietet die Stadt einen Express-Slot von 30 Minuten an, in dem die wesentlichen Auflagen vorab geklärt werden. Damit reduziert sich die Wahrscheinlichkeit einer Ablehnung deutlich. Tipp: Bringen Sie eine fotorealistische Farbsimulation Ihrer geplanten Fassade mit - das verkürzt den Termin spürbar.

Burgsandstein: Die Nürnberger Besonderheit

Der Nürnberger Burgsandstein ist der namensgebende Baustoff der Stadt. Seit dem 13. Jahrhundert wird er in den Steinbrüchen des Reichswalds und in Worzeldorf abgebaut. Er prägt Kaiserburg, Sebalduskirche, Schöner Brunnen und die Sockelzonen vieler Gründerzeit-Häuser in Gostenhof und Johannis. Dieser warmrote bis gelbliche Sandstein ist technisch empfindlich und verlangt eine Sonderbehandlung bei jeder Renovierung.

Die drei häufigsten Schäden sind: Absandung (die Oberfläche zerfällt zu Sandkörnern), Krustenbildung durch saure Regenablagerungen und Salzausblühungen aus dem Mauerwerk. Eine normale Fassadenfarbe ist an diesen Stellen tödlich: Sie verschließt die Poren, das Wasser kann nicht mehr verdunsten, der Stein friert von innen auf.

Richtig ist ein dreistufiges Vorgehen: Erstens schonende Reinigung mit Niederdruck und deionisiertem Wasser (keinesfalls Hochdruckstrahl). Zweitens eine Steinfestigung mit Kieselsäureester (KSE), die den Stein von innen stabilisiert. Drittens eine mineralische Lasur oder Silikatfarbe, die diffusionsoffen bleibt. Der Mehrpreis gegenüber einer Standardbeschichtung liegt bei 25 bis 40 Euro pro Quadratmeter, verlängert die Lebensdauer der Sanierung aber um 20 bis 30 Jahre. Für Materialvergleiche siehe unseren Vergleich mineralischer Fassadenfarben (Silikat vs. Kalk).

Auf Gründerzeit-Häusern in Gostenhof und Johannis taucht der Sandstein oft nur in Sockeln, Fensterlaibungen und Gesimsen auf. Selbst dann muss der Anstrich materialverträglich abgestimmt werden, sonst platzt die Farbe an der Nahtstelle Putz/Stein nach wenigen Wintern ab.

BayBO, Bebauungsplan und Genehmigung in Nürnberg

In Bayern regelt die Bayerische Bauordnung (BayBO) in der Fassung von 2024 die Frage, wann eine Fassadenänderung genehmigungspflichtig ist. Artikel 57 BayBO listet die verfahrensfreien Vorhaben auf. Eine reine Renovierung im gleichen Farbton an einem Haus ohne Denkmalstatus und außerhalb einer Erhaltungssatzung ist danach verfahrensfrei.

In Nürnberg greifen aber mehrere Zusatzregeln, die den Spielraum einschränken: Erhaltungssatzungen für Gostenhof-West und Teile von St. Johannis, örtliche Bauvorschriften zu Dach- und Fassadenfarben in Altstadt und Burgviertel sowie Gestaltungssatzungen für Eingangsbereiche an Aussteller- und Museumsstraßen. Ein Anruf im Baureferat (Hauptmarkt 18) klärt in 80 Prozent der Fälle innerhalb von zehn Minuten, ob eine Genehmigung erforderlich ist.

Bei Verstoß drohen nach Artikel 79 BayBO Bußgelder bis 500.000 Euro sowie die Verpflichtung zum Rückbau. In der Praxis werden Bauherren in Nürnberg selten mit Höchstsätzen belegt, aber ein Rücknahmeanstrich inklusive Gerüst kostet schnell 8.000 bis 15.000 Euro. Das ist im Jahr 2026 ein realistisches Risiko, weil die Stadt die Kontrolle in der Altstadt seit 2024 deutlich verstärkt hat.

BAFA 15+5%, KfW 261 und Bayerisches 10.000-Häuser-Programm: Status 2026

Wer die Fassadenrenovierung mit einer energetischen Maßnahme kombiniert, hat in Nürnberg vier Fördertöpfe zur Auswahl. Stand Mai 2026:

BAFA Einzelmaßnahme (BEG EM) - 15 % Basis + 5 % iSFP: 15 Prozent Zuschuss auf die förderfähigen Kosten einer Fassadendämmung. Mit dem iSFP-Bonus (individueller Sanierungsfahrplan eines zertifizierten Energieberaters) steigt der Zuschuss auf insgesamt 20 Prozent. Förderhöchstgrenze: 30.000 Euro pro Wohneinheit und Jahr ohne iSFP, mit iSFP verdoppelt sich der förderfähige Aufwand auf 60.000 Euro pro Wohneinheit. Der Antrag muss zwingend vor Vertragsunterzeichnung gestellt werden, sonst entfällt die Förderung komplett.

KfW 261 Wohngebäude-Kredit: Zinsgünstiges Darlehen bis 120.000 Euro pro Wohneinheit mit einem Tilgungszuschuss bis 25 Prozent, wenn das Haus nach Sanierung die Effizienzhausstufe 70, 55 oder 40 erreicht. Sinnvoll bei einer Gesamtsanierung mit WDVS, neuen Fenstern und Heizungstausch. Pflicht: ein Energieberater aus der DENA-Liste.

BayernLabo-Modernisierungsdarlehen: Die bayerische Landesbodenkreditanstalt ergänzt die Bundesprogramme mit einem Kredit bis 50.000 Euro pro Wohneinheit zu einem vergüteten Zinssatz (2026: etwa 1,5 Prozentpunkte unter Marktniveau). Anders als KfW oder BAFA ist die BayernLabo auch ohne Effizienzhaus-Ziel ansetzbar, solange die Maßnahme zur energetischen Verbesserung beiträgt. Beantragung über die Hausbank.

Bayerisches 10.000-Häuser-Programm - Status 2026: Das ursprünglich für Heiztechnik und Photovoltaik aufgelegte Landesprogramm wurde 2025 unter dem Dach EnergieBonusBayern neu strukturiert. Der Schwerpunkt liegt weiterhin auf Photovoltaik-Speicher-Kombinationen und Wärmepumpen; reine Fassadendämmung ist seit 2024 nicht mehr primärer Förderzweck. Für die Fassadenrenovierung im Nürnberger Altbau bleibt es indirekt relevant: Wer eine PV-Anlage mit Speicher gleichzeitig installiert, kann den 10.000-Häuser-Bonus stapeln und so die Gesamtsanierung um zusätzlich 5 bis 10 Prozent günstiger gestalten. Antragsfenster 2026: rollierend, Mittel erfahrungsgemäß im dritten Quartal erschöpft.

Wichtig: BAFA-Zuschuss und BayernLabo lassen sich kombinieren, KfW 261 und BAFA dagegen nicht für dieselbe Einzelmaßnahme. Bei einem Einfamilienhaus mit 120 m² Fassadenfläche, 120 Euro/m² und iSFP kommen Sie über BAFA auf rund 2.900 Euro Zuschuss, was die effektiven Kosten auf etwa 96 Euro/m² reduziert. Eine ausführliche Übersicht der WDVS-Förderkulisse finden Sie in unserem WDVS-Kosten- und Förderratgeber 2026.

Beste Jahreszeit: Warum April bis Oktober in Franken kritisch ist

Nürnberg liegt im nördlichen Franken im kontinentalen Klimabereich. Das bedeutet späte Fröste bis Anfang April und früh einsetzende Kaltphasen ab Ende Oktober. Die DIN 18363 erlaubt den Auftrag der meisten Putze und Fassadenfarben nur zwischen +5 und +30 Grad Celsius ohne Frostgefahr in den folgenden 24 bis 48 Stunden.

Die optimale Saison reicht damit realistisch von Mitte April bis Mitte Oktober. Frühjahrsstart ist ideal für Silikatputze, die drei trockene Wochen zum Durchhärten benötigen. Im Hochsommer (Juli/August) gibt es häufig Gewitter mit Starkregen aus Westen, daher Pufferzeit einplanen. Herbstarbeiten bis Mitte Oktober funktionieren, verlangen aber tägliche Wetterüberwachung.

Seriöse Nürnberger Meisterbetriebe verweigern Neuanstriche von November bis März oder arbeiten ausschließlich mit Frostschutzadditiven in gedämmten Gerüstplanen. Rechnen Sie für ein 120-Quadratmeter-Haus mit 8 bis 14 Werktagen reiner Bauzeit, plus drei bis fünf Wettertagen Puffer.

Auswahl eines Nürnberger Meisterbetriebs

Die Maler- und Lackiererinnung Mittelfranken zählt über 180 Mitgliedsbetriebe im Großraum Nürnberg. Nicht alle sind auf Altbau, Sandstein oder Denkmalschutz spezialisiert. Achten Sie bei der Auswahl auf folgende Kriterien:

  • Meistertitel und Eintrag in der Handwerksrolle der HWK für Mittelfranken
  • Referenzen in Ihrem Stadtteil, idealerweise mit Bildnachweis und Adressnennung
  • Nachweisbare Erfahrung mit Burgsandstein, Kalkputz oder mineralischen Systemen (Keim®, Sto® Lotusan®, Caparol® Sylitol®, Brillux®)
  • Nachweis der Haftpflicht- und Betriebsausfallversicherung
  • Detailliertes Angebot nach VOB/C DIN 18363 mit Aufschlüsselung von Gerüst, Untergrund, Putz und Anstrich
  • Schriftliche Festlegung von Farbton, Hersteller und Charge im Vertrag

Vermeiden Sie Billigangebote unter 40 Euro pro Quadratmeter in der Altstadt. In Nürnberg ist das rechnerisch nicht seriös darstellbar und deutet auf Schwarzarbeit, fehlende Versicherung oder grobe Abstriche bei der Untergrundvorbereitung hin. Eine Nacharbeit nach drei Jahren kostet später das Zweifache des ursprünglichen Angebots.

Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden

Der häufigste Fehler Nürnberger Bauherren ist der Hochdruckreiniger auf Sandstein. Die Oberfläche wirkt danach frisch, doch die oberste Schicht des Burgsandsteins ist abgetragen. Nach drei bis fünf Wintern kümmert die Fassade erneut, und eine Festigung ist dann nötig. Kosten für diese Zweitsanierung: 35 bis 60 Euro pro Quadratmeter zusätzlich.

Ebenfalls kritisch: die Farbwahl ohne Simulation. Eine Silikatfarbe wirkt auf dem Farbfächer rund 25 Prozent heller als auf 150 Quadratmetern Fassade im Gostenhof-Gründerzeit-Altbau mit Stuckschatten. Wer sich erst nach dem Anstrich für eine andere Tonalität entscheidet, zahlt den kompletten Anstrich erneut. Moderne KI-Simulatoren zeigen den Farbton fotorealistisch in Minuten - jetzt am eigenen Fassadenfoto ausprobieren.

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Häufig gestellte Fragen zur Fassadenrenovierung in Nürnberg

Was kostet eine Fassadenrenovierung in Nürnberg 2026?

Die Kosten liegen 2026 zwischen 44 und 160 Euro pro Quadratmeter inklusive Gerüst, Material und Mehrwertsteuer. Ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 120 m² Fassadenfläche kostet entsprechend 5.280 bis 19.200 Euro. In der gotischen Altstadt (Sebalder Schutzbereich) rechnen Sie mit dem oberen Ende der Spanne, in Fischbach, Worzeldorf oder Röthenbach mit dem unteren.

Was ändert die Bayerische Denkmalschutzgesetz-Novelle 2026 für die Nürnberger Altstadt?

Seit dem 1. Januar 2026 gilt ein vereinfachtes Anzeigeverfahren (vier Wochen statt 14 Wochen) für reversible Maßnahmen. Ensembles wie die Sebalder Altstadt sind gegenüber Einzeldenkmälern gestärkt: Auch nicht denkmalgeschützte Häuser im Schutzbereich unterliegen nun ausdrücklich Gestaltungspflichten. Solar-Indach-Module sind auf nicht einsehbaren Dachseiten genehmigungsfähig, auf Schauseiten Richtung Burgberg weiterhin ausgeschlossen.

Brauche ich in Nürnberg eine Genehmigung für die Fassadenrenovierung?

Eine reine Renovierung im gleichen Farbton an einem Haus ohne Denkmalstatus außerhalb einer Erhaltungssatzung ist nach Artikel 57 BayBO verfahrensfrei. Sobald Sie die Farbe ändern, ein WDVS anbringen, oder sich die Immobilie in der Altstadt (Sebalder oder Lorenzer Schutzbereich), in Erlenstegen oder in den Erhaltungssatzungsgebieten Gostenhof-West und St. Johannis befindet, ist eine Genehmigung der Unteren Denkmalschutzbehörde Pflicht. Bearbeitungsdauer seit Novelle 2026: 4 bis 14 Wochen.

Welche Förderung gibt es 2026 in Nürnberg für die Fassadenrenovierung?

Kombinieren Sie Bundes- und Landesförderung: BAFA gibt 15 Prozent Basis + 5 Prozent iSFP-Bonus auf Dämmkosten (bis 30.000 Euro ohne, 60.000 Euro mit iSFP pro Wohneinheit), KfW 261 vergibt zinsgünstige Kredite bis 120.000 Euro mit Tilgungszuschuss, das BayernLabo-Modernisierungsdarlehen ergänzt mit bis zu 50.000 Euro zum vergüteten Zinssatz, und das Bayerische 10.000-Häuser-Programm stapelt indirekt bei kombinierter PV-Speicher-Installation. Bei Denkmalschutz können 9 Prozent der Kosten über acht Jahre steuerlich abgesetzt werden (Paragraf 7i EStG).

Wie geht man mit Burgsandstein an der Fassade um?

Burgsandstein verlangt eine schonende Reinigung mit Niederdruck und deionisiertem Wasser, bei Bedarf eine Festigung mit Kieselsäureester (KSE) und einen diffusionsoffenen mineralischen Anstrich. Hochdruckreiniger und Dispersionsfarben zerstören die Oberfläche und führen innerhalb von drei bis fünf Wintern zu Folgeschäden.

Quellen und weiterführende Informationen

Markenhinweis: Caparol®, Brillux®, Sto®, Sto Lotusan®, Keim®, Keim Soldalit® und Sylitol® sind eingetragene Warenzeichen ihrer jeweiligen Eigentümer (DAW SE, Brillux GmbH & Co. KG, Sto SE & Co. KGaA, Keimfarben GmbH). Dieser Artikel steht in keinem geschäftlichen Verhältnis zu den genannten Herstellern. Produktnennungen dienen ausschließlich der sachlichen Information.

Datenschutzhinweis: Die im Abschnitt "Datenpunkt aus unserer Praxis" genannten Zahlen (16.983 Previews, 187 Nürnberger Nutzer) stammen aus aggregierten, nicht personenbezogenen Nutzungsdaten unseres Simulators. Es werden keine identifizierbaren Profile gespeichert.

Eine gut geplante Fassadenrenovierung in Nürnberg zahlt sich aus: die richtige Behandlung des Burgsandsteins, die Beachtung der Altstadtsatzung im Sebalder Schutzbereich, ein passender Zeitpunkt zwischen April und Oktober sowie die Kombination aus BAFA (15+5%), KfW 261, BayernLabo und Bayerischem 10.000-Häuser-Programm senken die effektiven Kosten deutlich. Testen Sie Ihre Wunschfarbe vorab am eigenen Foto mit unserem KI-Fassadensimulator. Quellen: Bundesverband Farbe, BAFA, KfW 261, BayernLabo, EnergieBonusBayern, DIN 18363, Bayerische Bauordnung, Bayerisches Denkmalschutzgesetz Novelle 1.1.2026.

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Häufige Fragen

Was kostet eine Fassadenrenovierung in Nürnberg 2026?
44 bis 160 Euro pro Quadratmeter inklusive Geruest und MwSt. Die gotische Altstadt (Sebalder Schutzbereich) mit Burgsandstein liegt am oberen Ende, Fischbach, Worzeldorf und Roethenbach am unteren.
Was aendert die Bayerische Denkmalschutzgesetz-Novelle 2026 für die Nuernberger Altstadt?
Seit 1. Januar 2026 gilt ein vereinfachtes Anzeigeverfahren (vier Wochen statt 14) für reversible Massnahmen. Ensembles wie die Sebalder Altstadt sind gestaerkt. Solar-Indach-Module auf nicht einsehbaren Dachseiten genehmigungsfaehig, auf Schauseiten Richtung Burgberg weiterhin ausgeschlossen.
Brauche ich in Nürnberg eine Genehmigung für die Fassadenrenovierung?
Nach Artikel 57 BayBO ist eine reine Renovierung im gleichen Farbton verfahrensfrei. Bei Farbwechsel, WDVS, in der Altstadt (Sebalder/Lorenzer Schutzbereich), in Erlenstegen oder in Erhaltungssatzungsgebieten wie Gostenhof-West und St. Johannis ist eine Genehmigung der Unteren Denkmalschutzbehörde Pflicht. Dauer seit Novelle 2026: 4 bis 14 Wochen.
Welche Förderung gibt es 2026 in Nürnberg für die Fassadenrenovierung?
BAFA 15 Prozent Basis plus 5 Prozent iSFP-Bonus auf Daemmkosten (30.000 Euro ohne, 60.000 Euro mit iSFP pro Wohneinheit), KfW 261 Kredit bis 120.000 Euro mit Tilgungszuschuss, BayernLabo-Modernisierungsdarlehen bis 50.000 Euro, Bayerisches 10.000-Häuser-Programm indirekt bei PV-Speicher-Kombination. Bei Denkmal zusaetzlich 9 Prozent über 8 Jahre nach Paragraf 7i EStG.
Wie geht man mit Burgsandstein an der Fassade um?
Schonende Reinigung mit Niederdruck und deionisiertem Wasser, Festigung mit Kieselsaeureester bei Bedarf, diffusionsoffener mineralischer Anstrich. Hochdruckreiniger und Dispersionsfarben zerstoeren die Oberfläche.

Erwähnte Markennamen (Sherwin-Williams, Benjamin Moore, Behr, Caparol, Brillux, Sto, Alpina, Valspar, PPG, Glidden, Dulux, Crown, Sandtex, Farrow & Ball, Johnstone's, Leyland) sind Eigentum der jeweiligen Inhaber. FacadeColorizer ist unabhängig und mit keiner dieser Marken affiliiert. Nominative fair use gemäß Lanham Act §1125.

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